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23. Januar 2018

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Die süße Tugend des Nichtstuns

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Das Recht auf Arbeit sei eine kapitalistisch-religiöse Platitüde, meint Paul Lafargue.

Man kann vom ehemaligen deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder halten, was man will, er hat jedenfalls seine Frühsozialisten gelesen. „Es gibt kein Recht auf Faulheit“, tönte der sozialdemokratische Ex- Kanzler im Jahr 2001 via Bild- Zeitung und meinte damit die damals rund vier Mio. Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger im Land, die er damit gleich einmal alle als Arbeitsverweigerer über einen Kamm scherte.
Woher kam allerdings der flotte Spruch? Das Recht auf Faulheit, im Originaltitel Le droit à la paresse, entstammt der Feder des Frühsozialisten Paul Lafargue und ist im Jahr 1880 zum ersten Mal erschienen und danach viele Male nachgedruckt worden. Lafargue analysierte den zu seiner Zeit aufkommenden Begriff der Arbeit als Lebensinhalt, als Grundlage von Wohlstand und als Struktur des Daseins in seinen Grundlagen. Er kam zu dem Schluss, dass es sich bei der „Arbeitssucht“ und dem „Arbeitsglück“ lediglich um eine bestimmte moralische Grundlage der Bourgeoisie und des frühen Kapitalismus handelte, die damit der neu entstehenden Arbeiterklasse ihre ethischen Grundlagen geben wollten.

Seltsame Arbeitssucht
„Die kapitalistische Moral, eine jämmerliche Kopie der christlichen Moral, belegt das Fleisch des Arbeiters mit einem Fluch; ihr Ideal besteht darin, (...) den Produzenten zur Rolle einer Maschine zu verurteilen, aus der man pausenlos und gnadenlos Arbeit herausschindet“, schreibt Lafargue.
Diese „seltsame Arbeitssucht“, die den Menschen „ein organisches Bedürfnis“ ist, wird von ihm gnadenlos zerpfl ückt. Und so kommt er auch zu folgendem Schluss: Das „Grundrecht auf Arbeit“, wie es die Französische Revolution formulierte, führe den Arbeiter immer mehr in die Ver elendung, aus der er glaubt, nur durch mehr Arbeit herauszukommen. Zu viel Arbeit führe zu Überproduktion, laut Lafargue zu seiner Zeit etwa ein Grund für den Kolonialismus und die daraus folgenden Probleme.
Die Religion der Arbeit müsse widerlegt werden, und zwar mit dem „Recht auf Faulheit“. Lafargue bemüht viele historische Beispiele, etwa die alten Griechen, die in der Zeit ihrer höchsten Blüte nur Verachtung für die Arbeit hatten; den Sklaven allein war es gestattet zu arbeiten, der freie Mann kannte nur körperliche Übungen und Spiele des Geistes, bemerkt Lafargue.
Welches seien in der Gesellschaft die Klassen, welche die Arbeit um der Arbeit willen lieben? „Die Kleinbauern und Kleinbürger, welche, die einen auf ihren Acker gebückt, die anderen ihren Geschäften hingegeben, dem Maulwurf gleichen, der in seiner Höhle herumwühlt, und sich nie aufrichtet, um mit Muße die Natur zu betrachten“, so Lafargue in seiner Schrift, die im Gegensatz zu Marx und Engels damals den Fortschrittsgedanken komplett zurückwies und auch den Konsumgedanken der Frühindustrialisierung in Form der Massenproduktion ablehnte. Nicht zuletzt deswegen war seine Schrift im gesamten Ostblock bis zur Wende in den 1990er Jahren verboten.
In der Tat hat der Gedanke der Anti-Arbeit beziehungsweise der Faulheit eine lange historische Tradition. So schreibt etwa Herodot: „In Athen waren nur die Bürger wirkliche Edle, die sich mit der Verteidigung und Verwaltung der Gemeinschaft beschäftigten. (...) Um mit ihrer geistigen und körperlichen Kraft die Belange der Republik wahrzunehmen, mussten sie über ihre ganze Zeit frei verfügen und beluden die Sklaven mit der ganzen Arbeit.“
Plato wiederum schreibt in seiner Gesellschaftsutopie des Philosophenstaates, dass „die Natur weder Schuhmacher noch Schmiede geschaffen hat; solche Berufe entwürdigen die Leute, die sie ausüben.“ Und Cicero stellte in seinem Werk Über die Pfl ichten recht deutlich klar, was er von Arbeit hielt: „Wer seine Arbeit für Geld hergibt, verkauft sich selbst und stellt sich auf eine Stufe mit den Sklaven.“
Das Lohnsystem, schließt Lafargue daraus, die Lohn arbeit an sich sei „die schlimmste Sklaverei“ überhaupt: „Man führe die Arbeit ein, und adieu Freude, Gesundheit, Freiheit – adieu alles, was das Leben schön, was es wert macht, gelebt zu werden.“ Der österreichische Soziologe Bernd Marin hat sich der Thematik nach dem Schröder- Ausspruch angenommen und versucht, den Begriff „Faulheit“ auf heute gültige, moderne Bedingungen umzumünzen: Faulheit sei heute eher gleichzusetzen mit der „Präferenz für Freizeit“, meint Marin, und zwar eine „Freizeit“, die sich nicht aus Mitteln der Sozialleistungen speist.
Freie Gesellschaften würden nämlich weder Zwangsarbeit noch Arbeitszwang kennen und müssten eine „Faulheit“ eines Teils der Mitglieder dieser Gesellschaft hinnehmen können müssen, solange die „Faulen“ nicht am sozialen Tropf hängen, sondern ihre Utopie des süßen Nichtstuns innerhalb der Ellbogengesellschaft selbst organisieren – wie immer das auch gelingen soll oder kann.

Mittagsschlaf über allem
Wie man richtig faul ist, kann man sich von der literarischen Vorlage Oblomow von Iwan Gontscharow abschauen. Oblomow, ein russischer Adeliger, legt eine beispiellose, methodische Trägheit und Faulheit an den Tag. In seinem dauernden Schlummer vergisst er die Menschen, den Zwang, die Ordnung der Dinge und überhaupt alles außer seinen Mittagsschlaf, der das zentrale Ereignis seines Tages ist. Diese Faulheit ist allerdings extrem, sie beinhaltet keinerlei Muße, die sich Lafargue unter Faulheit vorstellt.

Ausgewählter Arikel aus dem Jahr 2007

Arno Maierbrugger, Economy Ausgabe 30-08-2007, 06.07.2015

Du sprechen europäisch?

Du sprechen europäisch?piqs.de/Pedro Ribeiro Simões

Mobilität und Migration fördert Transformation und Übersetzung von Sprachen. Ein Forschungsprojekt des Wissenschaftsfonds FWF beschreibt Übersetzung primär als soziales Phänomen.

Griaß di, bonjour, iyi günler! Europa wird neben anderen Merkmalen auch durch seine Sprachvielfalt geprägt. Diese ist seit jeher Teil der Identität des Kontinents und seiner Bevölkerungsgruppen. Europa befindet sich aber durch Migration und Mobilität in einem Transformationsprozess, vieles was historisch gewachsen ist, wird gegenwärtig neu zusammengesetzt.
Das interdisziplinäre, vom FWF geförderte Forschungsprojekt "Europa als Raum der Übersetzung", untersuchte Sprache und ihre Übersetzungsprozesse vor dem Hintergrund der Gesellschaft im Wandel. Übersetzung definieren die Forscher dabei primär als soziales Phänomen.
"Neben standardisierten Nationalsprachen gibt es eine Vielzahl von Sprachrealitäten. Das können Familiensprachen, Handelssprachen oder auch die immer wichtiger werdenden Sprachen der Migration sein", so Stefan Nowotny, Philosoph und Mitglied des Forschungsteams. "Die Ausdifferenzierung in Familiensprachen und Handelssprachen etwa kennt man in Teilen Afrikas. Durch Migration werden sie etwa auch in den französischen Vorstädten gelebt,“ erläutert Nowotny.

Verwaltete Sprachenvielfalt in EU
In der Europäischen Union werden derzeit 24 Sprachen als Amts- und Arbeitssprachen anerkannt. Wie mit Sprachvielfalt umgegangen wird, „sei indessen immer auch Ausdruck einer Politik und habe zudem juristische Aspekte,“ so Nowotny. So muss etwa jedes Dokument des europäischen Vertragswerks in sämtliche Amtssprachen der EU übersetzt werden, gilt aber, aus Gründen der Rechtsverbindlichkeit, in allen Versionen als Original.
"Das ist zugleich ein Beispiel dafür, dass Übersetzung in ihrer Bedeutung oft vollkommen ausgeblendet wird." Nowotny, der auch in Brüssel gelebt hat, schildert am Beispiel von Belgien und Luxemburg die Auswirkungen unterschiedlicher sprachpolitischer Modelle auf mehrsprachige Gesellschaften.
Während Belgien ein multilinguales Konzept verfolge, das vor allem außerhalb Brüssels jeder Sprachgruppe ihre Einsprachigkeit sichere, wird Luxemburg von sprachlicher Flexibilität geprägt. Printmedien werden mehrheitlich auf Deutsch veröffentlicht, Gesetze auf Französisch, in Alltag und Rundfunk dominiert Luxemburgisch, übrigens keine Amtssprache der EU; hinzu kommt das in Schulen unterrichtete Englisch. – Vielfalt ist und bleibt ein prägendes Charakteristikum Europas. Die Frage der Wissenschafterinnen und Wissenschafter lautet, welchen Nutzen die Gesellschaft daraus zieht.

Sprache als Produkt vieler Einflüsse
Teil des FWF-Forschungsprojekts, das am Europäischen Institut für progressive Kulturpolitik (eipcp) durchgeführt wurde, war eine Serie von Workshops im Pariser Vorort Aubervilliers, in Salzburg und Maribor in Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort wie dem Les Laboratoires d'Aubervilliers, dem Stefan Zweig Centre Salzburg und dem Goethe-Institut Ljubljana.
Hier wurden Fragen diskutiert wie: Wie werden in Situationen sprachlicher Differenz soziale Verhältnisse artikuliert? Wer wird wie "angesprochen"? Und welche politischen, ökonomischen und institutionellen Interessen prägen diese Adressierungen, um andererseits auch durch brüchige oder informelle Übersetzungsgemeinschaften infrage gestellt zu werden?
Dabei bildete der Begriff der Heterolingualität, eingeführt von dem japanischen Übersetzungstheoretiker Naoki Sakai, einen zentralen theoretischen Ausgangspunkt für das Projekt. In einer Reihe von Print- und Onlinepublikationen, einer internationalen Konferenz und in den Workshops wurden als Ergebnis des Projekts auch Elemente einer Kartographie Europas als transnationaler Raum erarbeitet.

Übersetzung als Chance
Neben theoretischen Auseinandersetzungen suchten die Wissenschafter auch die Zusammenarbeit mit Experten aus der Praxis, etwa aus dem Bereich der Zweitsprachpädagogik, des Dolmetschens in Asylverfahren oder der Jugendarbeit. Künstlerisches Arbeiten, Film- und Musikprojekte von und mit Jugendlichen wurden dabei verwirklicht und der kreative Umgang mit Sprache in den Mittelpunkt gestellt.
"Wir haben hier Ansätze weiterentwickelt, welche die Notwendigkeiten der Übersetzung nicht von einem Kommunikationsdefizit her begreifen, wie es gerade in Migrationsdebatten meist einseitig verortet wird, sondern Übersetzung als Chance sehen, den Transformationsprozessen gegenwärtiger Gesellschaften gerecht zu werden", erläutert Stefan Nowotny.
Die Forscher sehen das Projekt der europäischen Integration an einem kritischen Punkt und das betrifft auch die Frage der zukünftigen Sprache der europäischen Öffentlichkeit. "Die Antwort kann weder eine einzelne Nationalsprache, noch deren rein mechanische Summe, sprich die Multilingualität, sein", resümiert Nowotny.
Für das Funktionieren einer gemeinsamen Demokratie sei eine entsprechende Öffentlichkeit erforderlich. "Zur Erfüllung ihrer demokratischen Funktionen muss diese auch über eine gemeinsame Sprache verfügen. Doch diese gemeinsame Sprache kann heute nur die der Übersetzung sein,“ so der Forscher abschliessend.

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red/cc, Economy Ausgabe 999999, 03.07.2015

Neue Technologien für Alzheimerforschung

Neue Technologien für Alzheimerforschungpiqs.de/D. Vincent Alongi

Die TU Wien entwickelt spezielle Mikroskopietechnik zur Durchleuchtung des menschlichen Hirngewebes.

Im Gehirn von Alzheimerkranken verklumpen bestimmte Proteine und behindern so die Kommunikation zwischen einzelnen Nervenzellen. Diese sogenannten Senilen Plaques können nur im Versuch mit Mäusen nachgewiesen werden. Aktuell gibt es keine Möglichkeit für den Nachweis im Gehirn von lebenden menschlichen Alzheimerkranken.
An der TU Wien konnte nun gezeigt werden, dass der Nachweis mit einem speziell entwickelten Ultramikroskop möglich ist und damit ein neues, umfangreiches Instrument für die Alzheimerforschung zur Verfügung steht.

Schicht für Schicht
Bisher musste man in einem aufwändigen Prozess das Gehirngewebe der Mäuse sorgfältig in dünne Scheiben schneiden, einzeln auf Plaques untersuchen und die Ergebnisse auf das gesamte Gehirn hochrechnen. Im neuen Analyseverfahren der TU Wien mit dem speziellen Ultramikroskop bleibt das Gewebe ganz und wird Schicht für Schicht mit einem Laser durchleuchtet.
„Bestimmte Moleküle werden durch den Laser zum Fluoreszieren angeregt und damit sichtbar gemacht. Aus den Bildern der einzelnen Schichten lässt sich schließlich am Computer ein dreidimensionales Bild der fluoreszierenden Strukturen zusammenfügen“, erklärt Nina Jährling vom Institut für Festkörperelektronik der TU Wien.

Technik und Medizin und Biotechnologie
Mit einer speziellen Chemikalie kann nun erreicht werden, dass die Plaques fluoreszieren. Sobald sie vom Laser beleuchtet werden, leuchten sie unter dem Ultramikroskop hell auf, das eigentliche Hirngewebe hingegen bleibt dunkel. Mit diesem Verfahren ist es möglich, statt der üblichen 2D-Analysen ein 3D-Bild aller senilen Plaques im Mäusehirn zu erstellen.
Nina Jährling, Klaus Becker und Hans-Ulrich Dodt von der TU Wien arbeiten in ihrem Ultramikroskopie-Projekt eng mit der neurologischen Universitätsklinik in Tübingen zusammen und auch mit der MedUni Wien gibt es eine enge Kooperation. „Man sieht, welche Erfolge möglich sind, wenn Technik und Medizin heute ganz eng kooperieren“, betont Jährling.
Die Ultramikroskopie als Lichtblattmikroskopie an geklärten Präparaten wurde an der TU Wien entwickelt und hat sich inzwischen weltweit verbreitet. „Es vergeht kaum ein Monat, an dem nicht eine neue Publikation mit dieser Technik in den besten wissenschaftlichen Journalen wie Nature, Science oder Cell erscheint“, ergänzt Nina Jährling. „Insbesondere die Verfahren zur Gewebeklärung sind zur Zeit eines der heißesten Themen in Biologie und Medizin.“

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red/czaak, Economy Ausgabe 999999, 03.07.2015

Mehr Frauen in Vorstandsfunktionen

Mehr Frauen in Vorstandsfunktionenpiqs.de/connor212

Die Anzahl von Frauen in Vorstandsetagen ist weltweit auf 12 Prozent gestiegen, 4 Prozent davon haben den Vorsitz. In Österreich sind über 16 Prozent der Sitze im Management Board mit Frauen besetzt und rund 9 Prozent der Vorsitze, so eine aktuelle Deloitte-Studie.

Die Deloitte Studie „Women in the Boardroom: A Global Perspective“ widmet sich der Zusammensetzung von Boards aus 49 Ländern und zeigt die Anstrengungen den Frauenanteil in Vorständen zu erhöhen. Weltweit ist die Anzahl von weiblichen Vorständen weiter gestiegen.

EMEA-Raum führend
Aus geografischer Sicht ist dabei der EMEA-Raum (Europa, Naher Osten, Afrika) mit 18 Prozent führend, danach folgen Nord-, Mittel- und Südamerika (12 %) sowie etwas abgeschlagen der Asien-Pazifik-Raum (6 %). Alle Regionen haben jedoch eine Gemeinsamkeit: Die Anzahl von Frauen, die einen Vorstandsvorsitz haben, liegt weiterhin nur bei maximal 5 %.
Die meisten Frauen im Boardroom gibt es in Norwegen (37 %), gefolgt von Frankreich (30 %), Schweden (24 %), Italien (22 %) und Finnland (22 %). Österreich liegt bei 16 %. Bei der Anzahl von weiblichen Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzenden hingegen liegt Italien (22 %) auf Platz eins, Norwegen auf Rang zwei (18 %) und Österreich auf dem dritten Platz (9 %).
Auffällig sind Länder wie Irland, die Niederlande und besonders Dänemark, dort sind die Boards zu 22 % weiblich, aber es gibt keine einzige Frau, die einen Vorstand leitet.

Die Quote wirkt
In Österreich gibt es seit März 2011 eine Frauenquote von 25 % in Aufsichtsräten, bis Ende des Jahres 2018 sollen es 35 % sein. Diese Regelung gilt allerdings derzeit nur für Unternehmen, an denen der Staat mindestens zur Hälfte beteiligt ist und nur für Aufsichtsratsmitglieder, die von Ministerien entsendet werden.
Auffällig ist, dass der generelle Frauenanteil in diesen Unternehmen jedoch deutlich höher liegt. Nach Einführung der freiwilligen Selbstverpflichtung der Bundesregierung im Jahr 2008 ist der Frauenanteil dieser Aufsichtsräte von 16 % im Jahr 2008, auf 26 % im Jahr 2011 und aktuell auf 36 % gestiegen.

Branchen mit höchstem Frauenanteil
International finden sich die meisten Frauen in der Vorstandsetage im Konsumgütermarkt (14 %), gefolgt von der Finanzbranche und dem Gesundheitswesen (12 %) sowie dem IKT-Sektor (11 %). Bei den Top-Fünf in Österreich hingegen steht die Finanzbranche (22 %) an erster Stelle, knapp gefolgt von der IKT- (19 %) sowie die Konsumgüter-Branche (19 %). Erst danach kommen mit jeweils 13 % die Bereiche Energy & Resources und Produktion, international liegen diese hingegen bei rund 10 %.
„Quoten sind wirksam. Entgegen der gängigen Annahme gibt es genug qualifizierte Frauen, die den Job machen können. Man muss nur bewusst hinschauen“, so Gundi Wentner, Partnerin bei Deloitte Österreich.

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red/mich, Economy Ausgabe 999999, 03.07.2015

Was der Konsument wünscht

Was der Konsument wünschtpiqs.de/sabmijo79

Geschwindigkeit ist beim Bezahlen im Onlinehandel oberstes Gebot.

„Schnell muss es gehen!“ Christian Renk, Geschäftsführer des Zahlungsmitteldienstleister SOFORT Austria, weiß was der Konsument wünscht. „Egal ob er stundenlang durchs Internet gesurft ist oder ob er zielstrebig die Homepage seines Lieblingshändlers angesteuert hat – liegt das gewünschte Produkt erst einmal im Warenkorb, ist keine Zeit mehr zu verlieren. Das heißt also, die Bezahlung darf nur wenige Klicks und Zwischenschritte in Anspruch nehmen.“

Sicherheit darf nicht leiden
Die Sicherheit dürfe darunter allerdings nicht leiden. „Das erklärt den Erfolg unseres Bezahlverfahrens. Mit SOFORT Überweisung zahlen die Konsumenten mit dem gewohnt sicheren Online-Banking ihrer Hausbank.“ Einige Banken, wie die Raiffeisen Landesbanken, kooperieren mittlerweile mit der SOFORT AG, da sie die Vorteile für ihre Kunden erkannt haben.

Kundenbindung verstärken
Auch die Banken profitieren, sie wissen, dass sie mit SOFORT die Kundenbindung verstärken können. Das stetige Wachstum im E-Commerce hat in den letzten Jahren zu einer Transformation der Zahlungsverkehrsbranche geführt. Neben den Banken sind die unterschiedlichsten Finanzdienstleistungsunternehmen entstanden. „Diese neigen aber dazu, den Zahlungsverkehr aus dem Bankenkreislauf auszulagern. Wandert das Geld erst einmal in die virtuelle Geldbörse ab, schwächt das die Kundenbeziehungen der Bank massiv“, betont Renk.

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red/stem, Economy Ausgabe 999999, 03.07.2015

Software bitte übernehmen

Software bitte übernehmenTrumpf

Prozessautomatisierung bei Werkzeugmaschinen vereinfacht Fertigungstechnik. Oberösterreichische RISC-Software GmbH entwickelt neuen Algorithmus zur automatisierten Unterstützung der Fertigungsprozesse.

Für die Programmierung ihrer Werkzeugmaschinen werden von TRUMPF, einem Unternehmen in der Fertigungs- und Medizintechnik, passende Softwarelösungen zur Verfügung gestellt. Eine Vielzahl von automatisierten Prozessschritten unterstützt dabei die gesamte Fertigung von der Erstellung der Geometrie des Werkstücks bis zum fertigen Programm etwa für eine Biegemaschine.
An diesem Punkt kommt der neue Optimierungsalgorithmus von der RISC Software GmbH zum Einsatz, welcher vollautomatisch Entscheidungen trifft um ein ideales Biegeprogramm für ein Werkstück zu erstellen.

Mehr als 20 Mrd. Möglichkeiten
Viele untereinander abhängige Einflussfaktoren müssen beim Biegeprozess für ein Werkstück beachtet werden. Beispielsweise spielt die Reihenfolge der zu biegenden Kanten eine große Rolle. Ungünstig gewählt, kann es schnell zu Kollisionen während des Biegevorganges kommen. Auch die Richtung des Werkstückes beim Einlegen muss berücksichtigt werden und die Wahl und Positionierung der passenden Abkantwerkzeuge ist ebenso ein komplexer Prozess.
Die faktoriell anwachsende Menge an möglichen Lösungen ermöglicht dabei Zahlenspiele, welche die enorme Komplexität der Optimierungsaufgabe veranschaulichen. Bei einem Werkstück mit acht Biegekanten und acht möglichen Werkzeugen ergeben sich mehr als 20 Milliarden Möglichkeiten.
Hier setzt der Optimierungsalgorithmus der RISC Software GmbH an um in wenigen Minuten die optimale Lösung zu finden. Die Kooperation zwischen TRUMPF und RISC besteht bereits seit 7 Jahren, die Zusammenarbeit und Entwicklung des Optimierungsalgorithmus soll weiter vorangetrieben werden.

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red/czaak, Economy Ausgabe 999999, 03.07.2015

Wo Topmanager lernen, mit den Wölfen zu heulen

Wo Topmanager lernen, mit den Wölfen zu heulenPhotos.com

Wenn die Zeiten wirtschaftlich härter werden, richtet sich der Fokus der Management-Berater sehr gern auf das Tierreich – und dessen Erfolgsrezepte im Kampf um die Existenz.

Das Tierreich scheint in der Ma- nagement-Beratung neuerdings Hochkonjunktur zu haben. „Was Manager von Wölfen lernen können“, so betitelte etwa das Hamburger Abendblatt kürzlich einen ausführlichen Report über ein Führungskräfte-Seminar im Wildpark Lüneburger Heide. Die Kosten dieses wölfischen Erlebniscoachings: ein Tagessatz von 950 Euro plus Mehrwertsteuer. Der Journalist Mark Hübner-Weinhold zeigt sich vom Sozialverhalten der Grautiere jedenfalls total begeistert: „Jeder hat seine Aufga- ben. Und alle reagieren äußerst flexibel. Ein Wolfsrudel ist das perfekte Team – und damit ein Vorbild fürs Unternehmen.“

Jagen und erlegen
In welcher Hinsicht genau, das bringt der Management- Trainer Rainer K. Lessing, der auch die Idee zu diesem Workshop hatte, auf den Punkt: „Die Urmenschen haben den Wölfen abgeschaut, wie sie intelligent und energiesparend aus einer wandernden Herde von Huftieren, also Hirschen, Büffeln oder Elchen, im Rudel Beute jagen und erlegen.“ Und entscheidend für diese wölfischen Jagderfolge sei „die hohe Sozial-Intelligenz des Alpha-Wolfspaares und der gesamten Organisation des Rudels“.
Was einen Wolf zum Alpha- tier letztlich qualifiziert? Indem er sich den Top-Platz in dieser „dynamischen Hierarchie“ erkämpft. „Solche Rangordnungs- kämpfe können brutal sein. Ein Angriff kann ohne Vorwarnung, ohne gefletschte Zähne, Knur- ren oder aufgestellte Nacken- haare erfolgen. Dabei ist sogar die Beißhemmung der Wölfe herabgesetzt: Verletzungen sind manchmal tödlich.“ Homo homini lupus: so die „Management- Weisheit“ im Originalton.
Nun, angesichts solch ata- vistischer Rollenvorbilder für probates Führungsverhal- ten scheint zumindest eine logische Folgerung nicht leicht von der Hand zu weisen sein: Wenn die Zeiten wirtschaftlich härter werden, dann blüht auch der Sozial-Darwinismus wieder auf – und dies mitten in der Wohlstandsgesellschaft. Längst überwunden geglaubte Einstellungen und Werte erle- ben unreflektiert ein Revival: „Wölfe durchlaufen wie Menschen einen Sozialisierungs- prozess. Beim Hineinwachsen in die Rangordnung des Rudels erlernen sie Regeln und erkennen, wo ihr Platz ist.“
Die apodiktisch vorgetragene Folgerung daraus, zu- mindest sah man dies so beim Führungskräfteseminar: Die Schulterstücke oder Goldlitzen eines Offiziers haben keine an- dere Bedeutung als die würde- voll hoch getragene Rute des Alphawolfes. Menschen ste- cken ihre Landesgrenze mit Grenzsteinen ab, ein Wolf markiert sein Territorium mit Harn und Kot. Eindringlinge werden gleichermaßen aggressiv behandelt. Seriöse Management-Vordenker wie der St. Gallener Top-Berater Fredmund Malik weisen solche Denkmuster jedenfalls energisch zurück: „Mit guter Betriebsführung haben derlei Bilder nichts zu tun, sie sind völlig untauglich. Und wer sie verwendet, beweist damit nur, dass er sehr wenig von Füh- rungsfragen – zumindest in unserer modernen Welt – versteht. Management, die Führung einer Organisation, ob das ein Unter- nehmen oder eine Organisati- on außerhalb der Wirtschaft ist, handelt von einer ganz anderen Situation: Das sind keine Wolfsrudel, das sind keine Büffelherden mit ihren jeweiligen Alphatieren.“

Ausgewählter Artikel aus dem Jahr 2007

Jakob Steuerer, Economy Ausgabe 30-06-2007, 01.07.2015

Rekordentwicklung bei Biotech-Branche ohne Österreich

Rekordentwicklung bei Biotech-Branche ohne Österreichpiqs.de/Steve Jurvetson

Die globale Biotechnologie-Industrie verzeichnete 2014 ein Rekordjahr. Bei allen relevanten Finanzkennzahlen wie Umsatz, Profitabilität oder Kapitalbeschaffung wurden neue Höchstwerte erzielt, so der aktuelle Biotech-Report der internationalen Beratergruppe Ernst & Young (EY).

Die internationale Marktkapitalisierung etwa übersprang erstmals die 1-Billion-Dollar-Grenze und der Nettogewinn erhöht sich um 231 Prozent auf rund 15 Mrd. US-Dollar. Der Boom betrifft allerdings nur wenige Länder wie beispielsweise die USA, wo etwa Gilead Sciences durch neue Hepatitis C-Medikamente seine Marktkapitalisierung auf rund 142 Mrd. US-Dollar steigert. Österreichs Biotech-Branche spürt den Aufschwung nicht, hier zeigt sich nur ein leichtes Umsatzplus und eine weiterhin schwierige Finanzierungssituation.

Zukunftsbranche Biotechnologie
„Die herausragende Entwicklung der globalen Biotechbranche läutet ein neues Zeitalter der biotechnologischen Innovation ein, das Investoren wie auch Patienten eine langfristige Wertsteigerung verspricht,“ erläutert Erich Lehner, Partner und Industry Leader Biotechnology bei EY Österreich.
„Die Stimmung der Investoren könnte nicht besser sein, sie stecken momentan mehr Kapital in kleinere Unternehmen als jemals zuvor. Das kurbelt die Forschung weiter an und wird in den nächsten Jahren zu weiteren Durchbrüchen führen. Biotechnologie ist eine absolute Zukunftsbranche,“ so der EY-Experte.
Gleichzeitig bringt dieser Erfolg aber auch neue Herausforderungen mit sich, denen sich die Biotech-Branche stellen muss: „Die noch nie dagewesene Quote bei Produktzulassungen bringt auch einen noch nie dagewesenen Preis- und Konkurrenzdruck mit sich“, erklärt Lehner.

Das Thema Medikamentenpreise
„Die Unternehmen müssen permanent nachweisen, welchen Mehrwert ihre Produkte versprechen und wie sie zur Nachhaltigkeit des Gesundheitswesens beitragen. Biotech-Unternehmen stecken immer mehr Geld in Forschung und Entwicklung, was sich auch in den Medikamentenpreisen widerspiegelt,“ sagt Lehner. Auch in Österreich zeigt die vom Hauptverband angestoßene Diskussion um Einkaufsgemeinschaften von mehreren EU-Ländern, dass das Thema Medikamentenpreise massiv an Bedeutung gewinnt.
Folge ist, dass „die Krankenkassen nur noch die Kosten für die wirkungsvollsten Medikamente zurückerstatten. Für die Firmen muss es daher das Ziel sein, die effizienteste Therapie für eine spezifische Indikation oder neue Medikamente für noch nicht behandelbare Krankheiten zu entwickeln. Die Konsolidierung in der Branche und die Bereinigung der Portfolios werden darum weitergehen,“ betont Lehner.

Kein Aufschwung in Österreich
Weniger positiv war das vergangene Jahr für die Biotech-Branche in Österreich. Die heimischen Unternehmen erwirtschafteten nur um drei Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr. Die Nettoverluste erhöhten sich weiter. „Der weltweite Aufschwung in der Biotech-Branche ist weitgehend an den österreichischen Unternehmen vorbeigegangen. Wie in vielen anderen Branchen fehlen momentan Investitionen an allen Ecken und Enden,“ sagt der EY-Experte.
„2014 war hinsichtlich der Aufnahme von Risikokapital das schwächste Jahr seit unserem Aufzeichnungsbeginn 1998. Das hat sich auch in einem erheblichen Wertverlust vieler Biotech-Unternehmen widergespiegelt. Gerade in einer Branche, die so stark F&E-abhängig ist, braucht es wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die Finanzspritzen von Investoren anziehen,“ ergänzt Lehner. Dementsprechend schwach war das vergangene Jahr auch in punkto Neugründungen.

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red/czaak, Economy Ausgabe 999999, 01.07.2015

Universelle Kommunikation

Universelle Kommunikationpiqs.de/tole

Lange Zeit als Hype verschrieen, zeigt Multichanneling jetzt sein Potenzial.

„Das Handy ist zum universellen Kommunikationswerkzeug geworden“, sagt Markus Buchner, Geschäftsführer des Telefoniedienstleisters atms. Ungefähr die Hälfte aller Smartphonebesitzer in Österreich surfen heute damit auch im Internet.
„Am Handy laufen also mehrere Kanäle zusammen, Telefonie, SMS, Internet. Das ist die Grundlage für Multichanneling, also das Verschmelzen von Internet und Telekommunikation“, so Buchner.

Multichanneling
Multichanneling galt lange als ein weiterer Hype einer an Hypes nicht gerade armen Branche. „Aber nun zeichnet sich ein Nutzerverhalten ab, das mit dem Multikanal-Begriff sehr genau beschrieben wird“, sagt Buchner. „Der Kunde surft auf einer Webseite, dabei kommt eine Frage auf. Anstatt nun ein E-Mail zu schreiben, ruft er gleich beim Support des Unternehmens an.“
Die beste Möglichkeit, eine offene Frage zu klären, ist nach wie vor das Gespräch unter vier Augen, die zweitbeste das Telefonat. E-Mail und Chat können da laut Buchner nur bedingt mithalten.

Hilfestellung
„Wir sehen kundenseitig immer noch Interesse an Chatlösungen, aber das wird zu einem großen Teil von den Fachmedien gesteuert. Am tatsächlichen Bedarf geht es oftmals vorbei. Der Chat hat wie Social Media – seine Existenzberechtigung, seine Nische, aber er ist nicht die universelle Antwort auf alle Kommunikationsfragen.“
Komplexere Fragen kann der Support besser am Telefon beantworten, allein schon wegen dem Wissensgefälle zwischen Anrufer und Mitarbeiter. „Der persönliche Support hat auch deswegen große Bedeutung, weil er den Anrufer dabei unterstützen kann, seine Frage erst zu formulieren.“ Zunächst müsse oft Grundsätzliches geklärt werden – worum es eigentlich gehe, welche Seite der Homepage der Kunde gerade betrachtet.

Co-Browsing
Um den Gesprächspartnern eine gemeinsame Grundlage zu geben, hat atms eine im Netz gehostete Co-Browsing-Lösung entwickelt. Der Supportmitarbeiter teilt dem Anrufer einen Code mit. Wenn dieser die Zeichenkombination eingibt, kann der Support beim Kunden am Bildschirm mitschauen, ohne dass einer der beiden Gesprächspartner dafür eine eigene Software herunterladen muss.
Der Kunde kann sogar bestimmen, ob der Supportmitarbeiter im gemeinsam betrachteten Browserfenster Daten eingeben darf, etwa um für ihn ein Formular auszufüllen. Buchner sieht für die atms-Lösung diverse Anwendungsfälle, vom gehobenen E-Commerce bis zum Maschinen- oder Ersatzteilservice.

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red/stem, Economy Ausgabe 999999, 01.07.2015

Patient Krankenhaus

Patient KrankenhausAPA/TECHT Hans Klaus

Das Krankenhaus heute: im Spannungsfeld zwischen Medizin und Ökonomie.

Ein großes Problem ist die bereits für 2030 zu erwartende Überalterung. Zur Bewältigung sind viele Maßnahmen notwendig. „Wir brauchen eine systematische Qualitätsarbeit zur Sicherung und Verbesserung der Qualität im Gesundheitswesen“, zeigt sich Ernst Hecke, Vorstandsdirektor der Steiermärkischen Krankenanstaltsgesellschaft (Kages), um das künftige Wohl der steirischen Krankenhauspatienten besorgt. Steigende Betriebskosten, immer ältere Menschen und damit verbunden mehr medizinische Behandlung würden in Zukunft große Probleme darstellen.
Hecke unterstreicht seine These mit Zahlen: 20 von Kages betriebene Krankenhäuser verfügen über 6102 Betten; 1746 Ärzte und 6823 Pfl eger stehen bereit. Die durchschnittliche Belagsdauer ist mit 6,3 Tagen nicht übermäßig hoch.Die Bettenentwicklung ist allerdings – trotz zum Teil langer Wartezeiten bezüglich Operationen – nach wie vor rückläufi g: Vor 20 Jahren gab es mit knapp 9000 Betten noch fast 50 Prozent mehr Platzangebot für Patienten. Heute steht die Forderung nach noch mehr Bettenabbau im Raum. Die Kosten sind trotz sinkender Bettenanzahl gestiegen: Für 2007 plante Hecke rund 1289 Mio. Euro an Betriebsaufwand inklusive Investitionen. Die Betriebsaufwendungen sind von 1997 bis 2003 um fast ein Drittel gestiegen – ein Plus von 31,5 Prozent –, von 2000 bis 2005 um 20 Prozent.
Als einen Grund für die steigenden Betriebskosten nennt Hecke vor allem die hervorragende medizinische Versorgung in Österreich: So kommen hierzulande laut OECD-Statistik 3,5 Ärzte auf 1000 Einwohner, damit liegen wir in etwa gleichauf mit Deutschland und Frank reich (3,4), weit vor den USA (nur 2,4). Auch in der Bettendichte ist Österreich mit 6,5 pro 1000 Einwohner gut bedient (Deutschland: 6,4, Frankreich: 3,8, USA: nur 2,8).

Fortschritt bringt Kosten
Zweiter Grund sei laut Hecke der medizinische Fortschritt. 1956: erstes Hüftgelenk, 1961: erster Herzschrittmacher, 1969: erster Koronar-Bypass, 1972: Computertomografi e und 1980 Magnetresonanz. Die Gerätemedizin erfordert nicht nur kostspielige Investitionen, auch die Behandlungen kosten mehr Geld, und die Behandlungsanzahl nimmt zu.
Als weitere Ursache für die explodierenden Betriebskosten führt Hecke die Überalterung der Bevölkerung an, die künftig den „größten Brocken“ ausmachen wird. Damit steht die Finanzierung des Gesundheitswesens vor einer neuen, sehr großen Herausforderung.
„Heute können wir uns das Gesundheitswesen noch leisten“, resümiert Hecke und fordert ein Maßnahmenpaket ein. Standortbereinigung, Reduktion der Bettenanzahl und der Belagsdauer sowie die Erhöhung des tagesklinischen Angebots nennt der Kages-Vorstandsdirektor als Aufgaben der Krankenhäuser. Extern wären der Aufbau sozialer Dienste wie Hauskrankenpfl ege und Essen auf Rädern, mehr medizinische Hauskrankenpfl ege sowie bessere Vorsorge vonnöten. Überdies betont der Steirer, dass die Gesundheit einen wichtigen Teil der sozialen Sicherheit darstelle. Der schwellenfreie Zugang für alle sei daher von großer Bedeutung.

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Christine Wahlmüller, Economy Ausgabe 28-12-2006, 29.06.2015

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