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23. April 2018

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Neues Förderprogramm für E-Mobilität in Modellregionen

Neues Förderprogramm für E-Mobilität in Modellregionen

Der Klima- und Energiefonds stellt in Kooperation mit dem BM für Land und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) 1,7 Mio. Euro Förderbudget für die „Modellregionen Elektromobilität“ zur Verfügung.

Der neue Ausschreibungsschwerpunkt soll den Ausbau von Fahrzeugen und Infrastruktur unterstützen, das Bewusstsein für nachhaltige Mobilität erhöhen und neue Zielgruppen wie etwa Pendler erschließen. Ziel der aktuellen Förderaktion ist, die bestehenden Modellregionen zu stärken und das Thema Elektromobilität weiter zu verbreiten.

Erfolgreiche Mobilitätswende
„Modellregionen zeigen wie die Mobilitätswende funktioniert und wie der Verkehr nachhaltig und emissionsfrei zu gestalten ist. Der
E-Mobilität gehört die Zukunft,“ so Andrä Rupprechter, Umweltminister. „In unseren Modellregionen entwickeln wir unterschiedliche Nutzungsmodelle für E-Mobilität und integrieren diese in den Alltag. Die gewonnen Erfahrungen sind Voraussetzung für emissionsarmen Verkehr auch außerhalb von Modellregionen,“ ergänzt Ingmar Höbarth, Klimafonds-Geschäftsführer.
Neue Förderschwerpunkte sollen dabei für die Modellregionen einen weiteren Anreiz für neue Projektentwicklungen bilden, darunter sind etwa die Bonusförderung Ladeinfrastruktur, weiters verstärkte Bewusstseinsbildung, das Thema Interoperabilität sowie
Elektrofahrzeugen für Pendler.

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red/cc, Economy Ausgabe 999999, 22.06.2015

Airbag-Jacke auf dem Motorrad

Airbag-Jacke auf dem MotorradDie Preisträger der Porsche-Auszeichnung - als Aufmacher. (c) Porsche Holding

Federico Sabbioni von Ducati Motor und Luigi Ronco von Dainese gewinnen diesjährigen Porsche-Preis der TU-Wien.

Eine Airbag-Jacke, die mit Sensoren am Motorrad kommuniziert und sich bei Bedarf in Sekundenbruchteilen aufbläst, soll bei Unfällen den Aufprall dämpfen und Leben retten. Diese Erfindung für gefahrloseres Motorradfahren von Sabbioni und Ronco wird mit dem 50.000,- dotierten Prof. Ferdinand-Porsche-Preis prämiert. Mit dem Porsche Preis werden alle zwei Jahre von der TU Wien besondere Leistungen in der Kraftfahrzeugentwicklung ausgezeichnet.

Schutz in Sekundenbruchteilen
Auf dem Kopf schützt der Helm, der Rumpf ist bei einem Motorrad-Unfall aber schlecht geschützt. Die neuartige Airbag-Jacke, ursprünglich von Dainese entwickelt und gemeinsam mit Ducati zu einem integralen Schutzsystem erweitert, umhüllt den Brustkorb und die lebenswichtigen Organe. Sie soll den Rücken schützen und das Risiko des Halsüberstreckens mindern.
„Entscheidend ist, dass sich die Airbag-Jacke genau im richtigen Augenblick aufbläst, dafür waren ausgeklügelte elektronische Lösungen nötig“, erklärt Bernhard Geringer vom Institut für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik der TU Wien. Die Jacke kommuniziert drahtlos mit dem Fahrzeug, die Verbindung wird automatisch hergestellt. Mit Hilfe von Sensoren und speziellen Aktivierungsalgorithmen erkennt das System gefährliche Situationen und soll zudem auch zwischen harmlosen Kollisionen oder Umkippen unterscheiden können.

Porsche-Preis der TU Wien
Der mit 50.000 Euro dotierte Porsche-Preis der Technischen Universität Wien wird im Abstand von zwei Jahren an Personen verliehen, die sich durch besonders herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Kraftfahrzeugentwicklung ausgezeichnet haben.
Gestiftet wurde der Preis 1976 von Frau Kommerzialrat Louise Piëch-Porsche. Das Preisgeld tragen je zur Hälfte die Porsche Holding Salzburg und die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, Stuttgart.

www.tuwien.ac.at

red/cc, Economy Ausgabe 999999, 22.06.2015

Der Tod - ein Fest

Der Tod - ein Festmalony

In Madagaskar werden die Toten immer wieder zur Dorffeier aus ihren Gräbern geholt.

Madagaskar ist anders. Es ist nicht ganz Afrika, weil die Bevölkerung durch die jahrhundertelange Durchmischung mit Indern, Arabern und Malaien aus einer vielfältigen Kulturund Völkermischung zu einem madegassischen Ganzen geformt wurde, das sich den Kategorien entzieht; die Christianisierung durch die Niederländer, Portugiesen, Briten und letztlich Franzosen war gründlich, aber nicht allumfassend.
Wenn Madagaskar heute zu Recht als ein im christlichen Sinne sehr frommes Land bezeichnet werden kann, dann darf man nicht vergessen, dass die animistischen Traditionen der afrikanischen Naturreligionen nie aufgehört haben zu existieren.
Genau dieser Tradition ist es zu verdanken, dass ein ungewöhnlicher Kult die Epochen überdauert hat, der weltweit – abgesehen von Sulawesi in Indonesien, wo er in modifi zierter Weise auch betrieben wird – einzigartig ist. Es handelt sich um die „Umbettung der Toten“, ein Begriff, der aus dem madegassischen Wort „Famadihana“ nur unzureichend übersetzt ist. Es ist ein Ahnenkult, überhaupt nicht gerne von den christlichen Missionaren gesehen, aber dennoch zwangsläufig geduldet, weil er entfernte Anklänge an den Mythos der Auferstehung zeigt.
Das Famadihana ist für die Madegassen ein Fest. In ihm erhält der Tod eine völlig andere Bedeutung, als wir sie kennen. Je nach Volksgruppe modifi ziert, wird dabei der Leichnam eines Verstorbenen, eines Ahnen, nach einer gewissen Zeit und immer wieder aus seinem Grab hervorgeholt, neu eingekleidet und zum zentralen Ereignis eines fröhlichen Festes gemacht.

In neue Tücher gehüllt
Dazu muss man wissen, dass die Begräbnisrituale in Madagaskar eine Besonderheit aufweisen. Es gibt Stämme, die ihre Toten nicht auf einem Friedhof begraben, sondern in Blechsärgen auf Berghängen oder in Felsspalten zur Ruhe betten. Dort sind sie – ähnlich wie bei den Parsen, der indischen Zarathustra- Sekte – den Geiern zum Fraß preisgegeben. Andere wiederum betten ihre Verstorbenen in Steingräber, gehüllt in Leinentücher, und geben sie der Verwesung preis.
Die Umbettung der Toten hat zum Zweck, den Leichnam nach einer bestimmten Periode – zwischen einem und vier Jahren – in neue Tücher zu hüllen, das Grab zu reinigen und auch frisch zu bemalen und dem Toten die Ehre eines Festes angedeihen zu lassen. Dahinter steckt der Glaube, dass die Toten nach dem Dahinscheiden weiterleben und daher nach wie vor Bestandteil einer Dorfgemeinschaft sind.
Die festlichen Zeremonien des Famadihana dauern mehrere Tage bis zu einer Woche. Die Festlichkeiten werden vorbereitet, Freunde und Verwandte eingeladen, Rinder und Kühe geschlachtet, Speis und Trank organisiert. Am darauffolgenden Tag wird der Leichnam aus seinem Grab geholt, in neue Leinen gebettet, auch wenn er nur mehr aus Knochen besteht, und an einen zentralen Ort im Dorf gelegt, sodass er das Fest auch gut im Blick hat. Es wird alsdann gefeiert, getanzt, Rum und Bier getrunken, gesungen und gegessen.
Tags darauf gibt es eine Prozession zum Grab, wo um den Toten getraut wird, die Dorfältesten Reden halten und oft auch die madegassische Nationalhymne gesungen wird. Bis zum Sonnenuntergang sollte der Ahne wieder zurück in seinem Grab sein. Den genauen Tag der Zeremonie bestimmen weise Männer nach dem Stand der Sterne. Dieses Ritual wird so alle paar Jahre wiederholt, bis der Leichnam endgültig zerfallen ist oder – nach religöser Sprechweise – einen Weg zu Gott gefunden hat.

Ausgewählter Artikel aus dem Jahr 2006

Antony Malone, Economy Ausgabe 26-10-2006, 19.06.2015

Beschränkungen bei Unizugang nützen Akademikerkindern

Beschränkungen bei Unizugang nützen AkademikerkindernBilderbox.com

Aktuell Studie im Rahmen einer Arbeiterkammer-Tagung (AK) zeigt zunehmenden Anteil von Akademikerkindern bei Studienanfänger in den betroffenen Fächern, so ein Bericht von APA-Science. Für die Untersuchung wurde die Entwicklung in Medizin, Veterinärmedizin, Psychologie, Publizistik und Biologie analysiert.

Zugangsbeschränkungen nach EuGH-Urteil
Zugangsbeschränkungen wurden in Österreich (abseits von Kunstunis und Sport) in Folge eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) im Jahr 2005 eingeführt. Die AK-Studienautoren Claudia Friesinger, Anna Palienko und Jürgen Straner verglichen die soziale Zusammensetzung der Studienanfänger bzw. Studenten jeweils vor und nach der Implementierung.
In der Humanmedizin betrug der Anteil der Akademikerkinder in den Jahren zwischen 2000 und 2004 maximal 41 Prozent. Nach Einführung der Beschränkung stieg er auf 54,5 Prozent und verblieb seither über der 50-Prozent-Marke. Ein Teil dieser Entwicklung kann durch den Anstieg der ausländischen Studenten, insbesondere aus Deutschland, erklärt werden. Da es allerdings mit 75 Prozent für Inländer und 20 Prozent für EU-Bürger und fünf Prozent aus Drittstaaten eine Quotierung der Plätze gibt, schlägt dieser Effekt nicht allzu hoch zu Buche.

Kein österreichisches Phänomen
Ein hoher Akademikerkinder-Anteil im Medizin-Studium ist kein österreichisches Phänomen. Laut Wissenschaftsministerium stammen in Deutschland sogar 68 Prozent der Medizin-Studenten aus einem Akademikerhaushalt, in der Schweiz sind es 57 Prozent. Ein ähnliches Bild wie in der Humanmedizin zeigt sich in der Veterinärmedizin.
Hier gibt es seit 2005 Eignungstests und Aufnahmegesprächen, allerdings keine Quotenregelung. Dort lag der Anteil der Akademikerkinder an den Studienanfängern im Jahr vor der Beschränkung bei 34 Prozent und stieg bis ins darauffolgende Studienjahr auf 46 Prozent.
Auch in der Psychologie und der Publizistik stieg der Anteil der Akademikerkinder stark an - den Großteil dieses Effekts machten aber die ausländischen Studienanfänger aus, die im Schnitt aus sozial höheren Schichten kommen. Deutlich zeigt sich der Effekt in der Biologie, für die 2005 Zugangsbeschränkungen eingeführt, 2007 aber wieder ausgesetzt wurden. Im Jahr der Einführung der Beschränkung nahm der Anteil der Akademikerkinder unter den Studienanfängern um rund acht Prozentpunkte auf 43 Prozent zu, verblieb im Jahr darauf auf diesem Niveau und sank nach Aussetzung der Regelung wieder auf unter 40 Prozent.
Die 2013 eingeführten "neuen" Zugangsbeschränkungen in Architektur, Biologie, Pharmazie, Informatik und Wirtschaftswissenschaften wurden noch nicht berücksichtigt. Eine Evaluierung des Instituts für Höhere Studien (IHS) war hier aber zuletzt zum Schluss gekommen, dass sich die soziale Zusammensetzung der Studienanfänger nicht verändert hat.

Reaktionen von Hochschülerschaft (ÖH) und Rektorenkonferenz (uniko)
Die HochschülerInnenschaft (ÖH) sieht sich durch die nun aktuell präsentierte Studie der Arbeiterkammer in ihrer Überzeugung bestätigt, dass „Uni-Zugangsbeschränkungen zu weniger sozialer Durchmischung führen“. Auf lange Sicht würden „Kinder von Nicht-Akademikern vom Studieren abgehalten“. Die ÖH fordert daher einmal mehr "ein Ende der protektiven Elitenpolitik an den Hochschulen und ein Ende der Zugangsbeschränkungen".
Für die Universitätenkonferenz (uniko) bedarf es ob der Studie einer gründlicheren Betrachtung. Ob des Tenors der Studie „bedarf es bei Zugangsbeschränkungen und Chancen(un)gleichheit im österreichischen Hochschulsystem einer differenzierten und gründlichen Analyse“.

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www.science.apa.at, Economy Ausgabe 999999, 19.06.2015

200.000 Farbbilder pro Sekunde

200.000 Farbbilder pro Sekundekrischanz.zeiler/AIT

... für höhere Sicherheit bei Geldscheinprüfung. Das Austrian Institut for Technolgy (AIT) entwickelt Zeilensenor zum Banknoten-Check.

Beim Druck von Banknoten müssen Sicherheitsmerkmale fehlerfrei auf jeden Geldschein aufgebracht werden. Herkömmliche Bildsensoren stoßen bei der Qualitätskontrolle solcher Kennzeichen an ihre Grenzen. Wie APA-Science berichtet, haben nun AIT-Experten für Bildverarbeitung einen ultraschnellen Zeilensensor entwickelt, der hochwertige Bilder liefert und Scheine mit Fehlern identifiziert.
Bei der Überprüfung der Qualität von Sicherheitsmerkmalen wie Hologrammen mit Kippeffekten im Produktionsprozess stoßen heute verfügbare Sensoren an Grenzen. Ihre Geschwindigkeit reicht oft nicht aus, um in Echtzeit zu prüfen. Das AIT, international führend in der Herstellung solcher Prüfsysteme für den Sicherheitsdruck, hat für die Entwicklung eines neuen Sensors mit dem Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme in Duisburg zusammengearbeitet.

200.000 Farbbilder pro Sekunde
Dabei ist ein neuer Sensor entstanden, der laut AIT-Angaben doppelt so schnell ist wie heute verfügbare Lösungen. Gleichzeitig liefert er qualitativ hochwertige Bilder in sehr hoher Auflösung. Der Sensor erfasst die Geldscheine, ähnlich wie ein Scanner, Zeile für Zeile, wenn sie aus der Druckerpresse kommen. Pro Sekunde nimmt die Kamera dabei bis zu 200.000 Farbbilder mit Belichtungszeiten von Millionstel Sekunden auf.
Eine Software vergleicht diese Aufnahmen mit einem Sollbild und identifiziert Geldscheine mit fehlerhaften Sicherheitsmerkmalen. „Die hohe Zeilenzahl ermöglicht es, Objekte aus unterschiedlichen Blinkwinkeln zu erfassen. Damit lassen sich erstmals auch Oberflächenstrukturen in 3D wie etwa Kippeffekte von Hologrammen oder unterschiedlicher Materialien in der industriellen Fertigung überprüfen", erklärt Ernst Bodenstorfer vom AIT gegenüber der APA.

Zusätzliche Einsatzgebiete
Durch die hohe Anzahl an Zeilen ließe sich auch das Wellenlängenspektrum des Sensors bis in den UV- oder Infrarotlicht-Bereich erweitern. Das wäre etwa für das Recycling von Kunststoffen interessant, wo geschredderte Materialien anhand ihrer Farbinformationen identifizieren und so getrennt werden könnten.
Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Untersuchung von Schienen oder Fahrdrähten der Bahn. Selbst bei einer Geschwindigkeit von rund 300 Kilometern pro Stunde könnte der Sensor gestochen scharfe Bilder mit einer Auflösung von bis zu 0,4 Millimeter liefern und so Haarrisse erkennen.
In erdnahen Satelliten, welche die Erde mit einer Geschwindigkeit von 26.000 Kilometern pro Stunde umkreisen, könnte der Sensor Farbaufnahmen von der Erdoberfläche mit einer Auflösung von drei Zentimetern machen. Die Markteinführung des neuen Sensors als Herzstück einer AIT-Prüfkamera ist für Ende 2015 geplant.

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APA-Science/red/cc, Economy Ausgabe 999999, 19.06.2015

Gegen die Zeit: Galerie Westlicht zeigt Mario Giacomelli

Gegen die Zeit: Galerie Westlicht zeigt Mario GiacomelliWestlicht_Giacomelli

Unverwechselbar und von fast schmerzlicher Intensität sind die Bilder von Mario Giacomelli (1925–2000), einem der international bekanntesten italienischen Fotografen der Nachkriegszeit.

Existentielle Grundfragen
Ausgehend von den Menschen und der Landschaft seiner mittelitalienischen Heimat verhandeln Giacomellis Bilder stets die Grundfragen der Existenz: Tod und Leben, Glaube und Liebe, das Verhältnis des Menschen zu seinen Wurzeln, die Spuren der Zeit.
Die Fotografien der Ausstellung stammen aus der Fotosammlung Ostlicht, die Schau ist kuratiert von Rebekka Reuter und Fabian Knierim. Die Ausstellung läuft vom 26.06. - 09.08.2015.

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red/mich, Economy Ausgabe 999999, 19.06.2015

Das boomende Einkaufs-Erlebnis

Das boomende Einkaufs-Erlebnis WIRECARD

Wearables werden mehr und mehr zum Lieblings-Lifestyleprodukt der Gesellschaft. Unternehmen steht damit ein breitgefächertes Spektrum an Möglichkeiten offen, mit Ihren Kunden personalisiert zu kommunizieren und dadurch Mehrwerte auf beiden Seiten zu schaffen.

Ein Expertenkommentar von Roland Toch, Managing Director Wirecard CEE. Aufgrund des Wearables, beispielsweise ein Armband, wird der Kunde beim Betreten des Shops oder Restaurants direkt erkannt. Eine persönliche Ansprache ist ebenso möglich wie der Hinweis auf aktuelle Sonderangebote und Aktionen. Aufgrund der hinterlegten Einkaufsgeschichte des Kunden kann ihm sofort sein bevorzugtes Produkt wie etwa der Lieblingskaffee angeboten werden.
Personalisierter und schneller Kundenservice erwartet sich mittlerweile schon fast jeder. Ohne langes Anstehen an der Kasse erhält der Kunde seine Bestellung, bezahlt einfach kontaktlos direkt mit dem intelligenten Armband und dem hinterlegten Zahlungsmittel und bekommt beim Verlassen des Geschäfts automatisiert Treuepunkte für den Einkauf gutgeschrieben.
Was sich wie eine Zukunftsvision anhört ist heute bereits ohne aufwändige Umrüstungen möglich. Sowohl Hardware als auch Software inklusive Zahlungsabwicklung und Kundenbindungsprogramm können in die bestehenden Systeme der Händler integriert werden.
Solche Lösungen eignen sich auch hervorragend für Hotels und Resorts, Festivals, Kreuzfahrtschiffe, Skigebiete und Themenparks. Auch wenn im österreichischen Markt derzeit noch ein paar Berührungsängste zu derartigen Lösungen bestehen, steigen die Verbreitung und Nutzung international stetig an.

Händler sollten sich vor dieser Entwicklung keinesfalls verschließen, sie müssen den Weg aber nicht allein gehen. Erfahrene Technologie-Partner verfügen über das nötige Know-how um derartige Systeme gewinnbringend zu integrieren. Händler sollten hier auf Anbieter vertrauen, die Komplettlösungen bis hin zur Zahlungsabwicklung zur Verfügung stellen.
Außerdem ist darauf zu achten, dass sich die eingesetzte Lösung dynamisch an den sich ständig weiterentwickelnden Markt anpasst. Was heute noch undenkbar scheint ist morgen vielleicht schon State of the Art.
Die eingesetzten Systeme müssen mit diesen neuen Herausforderungen wachsen und adaptierbar sein. Händler sollten sich daher an Partner mit langjähriger Praxiserfahrung wenden, die ein Gespür für Trends haben und zudem Mut besitzen, neue Technologien auch anzuwenden um Entwicklungen effektiv voranzutreiben.

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Roland Toch, Economy Ausgabe 999999, 19.06.2015

Kapsch TrafficCom behauptet sich als führender Player bei Mautsystemen

Kapsch TrafficCom behauptet sich als führender Player bei Mautsystemenpiqs.de/Evan Blaser

Das Wirtschaftsjahr 2014/2015 des im österreichischen Prime Market notierten Unternehmens war von mehreren Neuprojekten in Australien und den USA gezeichnet sowie von der nachhaltigen Fortsetzung des Strategieprogrammes 2020 und dem weiteren Ausbau bestehender Gross-Projekte.

Erstmals End-to-End Lösungen in Nordamerika
In Nordamerika erreichte Kapsch TrafficCom rund vier Jahre nach dem Markteintritt das Ziel, auch als Anbieter von End-to-End Lösungen anerkannt zu sein. Während die Errichtung des ersten eigenen Mautsystems nahezu abgeschlossen ist, erhielt das Unternehmen erstmals einen Systemauftrag von einer Mautbehörde der E-ZPass Group.
Hier sieht der Wiener Traditionsbetrieb weiteres Potenzial für die Zukunft. Zudem gewann Kapsch TrafficCom letzten März die Ausschreibung für den ersten US-Auftrag einer End-to-End-Lösung mit Errichtung, Back Office und Betrieb des Mautsystems auf der Ohio River Bridge.
Die Projekte in Gauteng, Südafrika, und in Weißrussland waren erstmals für das gesamte Wirtschaftsjahr in Betrieb, auch dies wirkte sich entsprechend positiv auf die Ergebnisse aus. Zudem wurde das System in Weißrussland erweitert, ebenso wie das Mautsystem in Polen. Für beide Systeme ist bereits eine Fortsetzung des Ausbaus beauftragt.

Steigerung bei EBIT, mehr Mitarbeiter und Dividende
Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) konnte 2014/2015 um 61,5 % gesteigert werden und betrug 32,7 Mio. EUR nach 20,3 Mio. EUR im Vorjahr. Neben positiv wirkenden Einmaleffekten zum Halbjahr trugen insbesondere die ersten Auswirkungen der initiierten Kosteneinsparungen dazu bei.
Bis zum Ende des laufenden Wirtschaftsjahres 2015/16 werden alle Maßnahmen vollumfänglich wirksam sein, Kapsch erwartet eine Kostenreduktion von insgesamt rund 30 Mio. EUR. Der Umsatz der Kapsch TrafficCom Group betrug rund 456 Mio. EUR, gegenüber dem Vorjahresumsatz von 487,0 Mio. EUR. Hier spiegelt sich das Ausbleiben neuer großer Ausschreibungen und Errichtungsprojekte wider.
Der Personalstand der Kapsch TrafficCom stieg zum Stichtag 31. März 2015 um 237 Personen auf 3.545 gegenüber 3.308 zum 31. März 2014. Dieser Anstieg resultiert aus dem Kauf der KTC USA Inc., der Übernahme externen Leihpersonals in der südafrikanischen Gesellschaft ETC (Pty) Ltd. und aus dem Ausbau der Betriebsgesellschaften in Polen und Weißrussland. Der Vorstand wird der Hauptversammlung vorschlagen, für das Wirtschaftsjahr 2014/15 eine Dividende in Höhe von 0,50 EUR je Aktie auszuschütten.

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red/czaak, Economy Ausgabe 999999, 19.06.2015

Die Macht der schnellen Würfel

Die Macht der schnellen Würfelpiqs.de/Andres Rueda

Indianische Casinos sind in den USA ein Milliardengeschäft.

Das Geld öffnet den Stämmen den Weg in die Politik. Die staatliche Aufsichtsbehörde National Indian Gaming Commission (NIGC) präsentierte dieser Tage die Zahlen des Jahres 2005: 22,6 Mrd. US-Dollar (17,8 Mrd. Euro) brachten die 391 Spielstätten in 20 Bundesstaaten ein. Die 16 Prozent Wachstum überraschen kaum noch: Seit 1995 hat sich der Umsatz verfünffacht, Tendenz anhaltend. Entsprechend zufrieden verweist NIGC-Chairman Phil Hogen auf die zunehmende Eigenfi nanzierung der Reservate. Wofür früher der amerikanische Staat in die Tasche greifen musste, zahlen die Stämme nun selbst. Von der großen Lust am Gambling profi tieren inzwischen auch die Regionen rund um die Reservate, die je nach Bundesstaat und ausgehandeltem Vertrag Geld für Verbrechensverhütung, Umweltschutz oder Budgetlöcher kassieren.

Mitsprache auf Augenhöhe
Längst entbrannt ist damit auch die Debatte, wo Steuerbegünstigungen enden und die Verantwortung für das Gemeinwohl beginnen sollte. Schwarzenegger-Vorgänger Gouverneur Gray Davis etwa wandte sich 2003 mit der Forderung an die kalifornischen Stämme, 1,5 Mrd. US-Dollar (1,18 Mrd. Euro) zur Budgetsanierung beizutragen. Im Gegenzug ließ sich Davis nicht lumpen: Kalifornische Indianer haben ein Exklusivrecht auf Glücksspiel – inklusive der umstrittenen als „einarmige Banditen“ bezeichneten Glücksspielautomaten.
Tatsächlich schien Anfang der 1980er Jahre nach den erfolglosen Versuchen der Regierung, auf dem Land der Native Americans – wie sich US-Bürger indogener Abstammung selbst nennen – wirtschaftliche Impulse zu setzen, eine Wende in Sicht. Mit der Beliebtheit staatlicher Lotterien gewann auch das zunächst unregulierte Glücksspiel in den Reservaten an Bedeutung. Indianisches Bingo lockte mit höheren Gewinnen, und die Besucher kamen in Strömen.
Dem anschließenden Glücksspiel- Boom, dem Bau von Casinos und den versuchten Schließungen der Spielstätten seitens Kaliforniens und Floridas setzte der Kongress 1987 den Indian Gaming Regulatory Act (IGRA) entgegen: Die Casino-Betreiber wurden verpfl ichtet, ihre Gewinne zum Ausbau von Sozial-, Gesundheits- und Bildungswesen sowie Infrastruktur in den Reservaten zu verwenden. Gleichzeitig sollte sich die Entscheidung, ob Casinos auf indianischem Boden nun rechtens sind oder nicht, am Gesetz der jeweiligen Bundesstaaten orientieren. Wer ein Casino bauen wollte, musste seine Verträge mit dem umliegenden Bundesstaat ausverhandeln.

Regulierung als Bremsmanöver
Nach Ansicht vieler Betreiber ein Rückschritt: Kaum war neuer Entscheidungsspielraum gewonnen, wurde die First Nation wieder zurück an den Verhandlungstisch gezwungen. Der jüngste Regulierungsversuch heißt S.2078, eine von Senator John McCain, dem Vorsitzenden des Senatskomitees für indianische Angelegenheiten, eingebrachte Gesetzesnovelle, die der Aufsichtsbehörde NIGC größere Kontrollmacht zuweisen soll. Ernie Stevens, Chairman der Interessenvertretung National Indian Gaming Association, zeigt sich ernüchtert: „Gesetzesvorschläge wie S.2078 sind eine enttäuschende Erinnerung daran, dass manche Leute der Ansicht sind, wir hätten zu viel an Boden gewonnen.“ Aus Sicht der NIGC soll die Novelle sicherstellen, dass ein Mindestmaß an Kontrollen greift: „90 Prozent der Staaten haben keine ausreichenden Kontrollmechanismen“, erklärt NIGCSprecher Shawn Pensoneau. „Es gibt niemanden, der hinausgeht und überprüft, was mit den Einnahmen passiert.“
Eine gleichmäßige Verteilung des Kuchens steht aber auch innerhalb der Stämme aus: 60 der 391 Spielcasinos – die meisten befi nden sich in der Nähe von Ballungsräumen – verantworten 80 Prozent des Umsatzes. In San Diego etwa zahlen die Casinos jährlich 22 Mio. USDollar (17,4 Mio. Euro) an Gehältern. Dennoch ist die Hälfte der Reservatssiedler arbeitslos, ein Drittel lebt unter der Armutsgrenze. Auch liegt die Lebenserwartung der amerikanischen Ureinwohner bei 47 Jahren. Der Durchschnittsamerikaner lebt 31 Jahre länger.

Ausgewählter Artikel aus dem Jahr 2006

Alexandra Riegler, Economy Ausgabe 28-08-2006, 17.06.2015

Bundesregierung beschließt Senkung der Mindestbeiträge für Selbständige

Bundesregierung beschließt Senkung der Mindestbeiträge für SelbständigeBilderbox.com

Mit der Umsetzung dieser langjährigen Forderung der SVA soll eine spürbare Entlastung für Kleinunternehmer erfolgen.

Die Bundesregierung hat aktuell Entlastungsmaßnahmen für Österreichs Selbständige beschlossen. Die Senkung der Mindestbeitragsgrundlage von derzeit rund 724 Euro auf 406 Euro wurde entschieden. Diese Senkung der Mindestbeitragsgrundlage für Selbständige auf das Niveau der Arbeitnehmer bedeute einerseits eine Gleichstellung sowie auch eine finanzielle Entlastung von knapp 292 Euro jährlich für Geringverdiener.

Gerechtigkeit durch Angleichung
Analog zum Beitragszuschuss für Arbeitnehmer mit niedrigem Einkommen, wurde nun für Selbständige die sogenannten "Mindest-Sozialversicherungsbeiträge" im Rahmen der Steuerreform beschlossen und soll bereits mit 1.1. 2016 in Kraft treten. "Wir wollen keine Bevorzugung, wir wollen Gerechtigkeit und mit der Angleichung der Mindestbeitragsgrundlage auf die Geringfügigkeitsgrenze der Arbeitnehmer ist nun ein wichtiger Schritt getan", so Alexander Herzog, SVA Obmann-Stv. .

Rund 40 Mio. Euro jährliche Kosten
Die Absenkung der Mindestbeitragsgrundlage in der Pensionsversicherung auf die Geringfügigkeitsgrenze soll zudem mit 1.1.2018 starten. Eine vollständige Angleichung an die Geringfügigkeitsgrenze wird voraussichtlich mit 1.1.2022 erreicht sein. Die SVA ist der Sozialversicherungsträger für Österreichs Selbständige und betreut als gesetzliche Krankenversicherung rund 775.000 Kunden, davon 390.000 aktiv Erwerbstätige, 146.000 Pensionisten und 239.000 Angehörige. Als gesetzliche Pensionsversicherung ist die SVA für 416.000 Versicherte zuständig.

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apa/red/cc, Economy Ausgabe 999999, 17.06.2015

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