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04. Dezember 2020

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Wirtschaftsreduktion geringer als erwartet 

Wirtschaftsreduktion geringer als erwartet © Pexels.com/Julius Silver

Deutsche Wirtschaft soll dieses Jahr deutlich weniger schrumpfen als vorhergesagt und bereits 2021 wieder stark wachsen, so die Berechnungen deutscher Wirtschaftsforscher. Auch die Arbeitslosenzahlen werden sich in Bälde deutlich reduzieren.

(red/czaak) Der Rückgang der deutschen Wirtschaft verläuft glimpflicher als gedacht. Das deutsche ifo-Institut erwartet für heuer einen Rückgang um knapp über fünf Prozent (5,2) anstatt vorher prognostizierter fast sieben Prozent (6,7). Und bereits für das kommende Jahr rechnen die Experten wieder mit einer Steigerung von über fünf Prozent (5,1). „Der Rückgang im zweiten Quartal und die Erholung derzeit verlaufen günstiger als wir erwartet hatten“, sagt Timo Wollmershäuser, ifo-Konjunkturchef.

Über fünf Prozent Wachstum für 2021
Sozusagen im Gegenzug wird dafür das Wachstum der Wirtschaftsleistung im kommenden Jahr etwas geringer ausfallen, so die ifo-Wirtschaftsforscher. Gerechnet wird hier nun mit exakt 5,1 Prozent anstatt 6,4 Prozent. Ein erster Ausblick für 2022 ergibt ein Plus von knapp zwei Prozent (1,7): „Die Unsicherheit bei den Prognosen ist sehr groß, weil niemand weiß, wie die Corona-Pandemie weiter verläuft, ob es nicht doch noch einen harten Brexit gibt und ob die Handelskriege beigelegt werden“, erläutert Wollmershäuser.

Zahl der Arbeitslosen sinkt
Im heurigen Jahr wird die Zahl der Arbeitslosen corona-bedingt noch auf 2,7 Millionen steigen, von durchschnittlich 2,3 Millionen im vergangenen Jahr. In den kommenden Jahren wird sie wieder sukzessive zurückgehen, 2,6 Millionen in 2021 und 2022 dann auf 2,5 Millionen. Die Quote in diesem Jahr beträgt exakt 5,9 Prozent (ggü. 2019 mit 5). 2021 sinkt sie auf 5,7 Prozent und 2022 auf 5,5 Prozent. 

Von plus 52 auf minus 170 Milliarden
Der Budgetüberschuss in Deutschland von 52,5 Milliarden Euro im Jahr 2019 wird in diesem Jahr auf minus 170,6 Milliarden absinken. Die Ausgaben wegen der Stützung der Wirtschaft steigen massiv, parallel sinken die Einnahmen bei Steuern und Gebühren. Für das kommende Jahr 2021 rechnen die Forscher bereits „nur“ mehr mit einem Fehlbetrag von knapp 87 Milliarden (86,9) und 2022 wird sich das Minus dann bereits auf etwas über 68 Milliarden 68,4) reduzieren.

Schwankungen in der Leistungsbilanz
Auch der oftmals diskutierte wie kritisierte deutsche Überschuss in der Leistungsbilanz (Anm. Exporte, Importe, Dienstleistungen, Transfers) sinkt in diesem Jahr von 244 Milliarden auf 215 Milliarden. Die Exporte gehen heuer deutlich schneller zurück als die Importe. Für das kommende Jahr 2021 soll der Überschuss dann aber schon wieder auf über 276 Milliarden (276,1) steigen und 2022 nähern sich dann bereits die 300 Milliarden - exakt sind hier 290,1 Milliarden von den ifo-Experten prognostiziert.

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 24.09.2020