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20. Juli 2019

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Intelligente Plattformen für Produktion und Verkauf

Intelligente Plattformen für Produktion und Verkauf©piqs.de/John LLoyd

Automatisierung. Die Automobilbranche setzt zunehmend auf die digitale Vernetzung von Produktionsketten und Vertriebswegen.

(Christian Czaak)
Die zentralen Ansatzpunkte in der modernen Fahrzeugindustrie sind eine intelligente Fertigung, die sich schnell und präzise an individuelle Anforderungen anpassen und die Gewinnung neuer Kunden. Das Automobilunternehmen Magna Steyr ist nicht mehr nur Zulieferbetrieb für Fahrzeugkomponenten, mittlerweile werden in Graz rund 200.000 Autos pro Jahr gefertigt und das für verschiedene Marken wie Mercedes, BMW oder Jaguar.

Digitales Abbild einer Fabrik
Die Herausforderung verschiedene Modelle möglichst individuell in einer Fabrik zu produzieren, veranlasste Magna ein digitales Abbild zu bauen, wo alle Abläufe von der Entwicklung bis hin zur Fertigung gesteuert und direkt während der Produktionsstufen auf Abweichungen reagiert werden kann. In der Montage muss die Steuerung zwischen Fertigung und Logistik eng verschränkt sein und ein zentraler Bestandteil dabei sind autonome Transporteinheiten für das Material.
Um die Positionen und Zustände dieser führerlosen Transportsysteme (FTS) in Echtzeit erfassen und steuern zu können, verwendet Magna eine Internet-of-Things Lösung (IoT) von T-Systems. Auf Basis einer 3D-Landkarte der Fabrik transportieren diese FTS nun Material, Maschinen und im Endausbau auch das Auto selbst.
Mehr Flexibilität bei Modellmix mit reduzierten Kosten
„Das Transportsystem scannt die Umgebung mit Sensoren, legt die Daten über das virtuelle Layout, erkennt damit seine Position im Raum und kann so beliebig navigieren, ohne mit Gegenständen zu kollidieren“, sagt Christoph Krammer, verantwortlich für die Technologiesteuerung bei Magna. „Diese FTS erlauben nun mehr Flexibilität beim Modellmix bei gleichzeitiger Reduktion von Vorlauf- wie Umrüstzeit und Kosten“, so Krammer.
Mittels der IoT-Lösung werden auch die Zustandsdaten der Maschinen erfasst und über Funknetze in eine Analysesoftware gesendet. Von den Sensordaten können auch Belastungen präzise abgeleitet werden sowie Wartungsintervalle. „Die Anwendung besteht aus mehreren Komponenten, von der Datenerfassung in eine Cloud bis zur softwaregestützten Datenverarbeitung und –Auswertung auf unseren Systemen für die weitere Verarbeitung in den Produktionsprozessen“, so Michael Böhm, Global Account Executive bei T-Systems.

Vertrieb über Online-Portale
Ein anderes Beispiel für Innovation in der Fahrzeugbranche sind die Online-Portale Allcartuning und Dieselix. Mittels Hardware und softwaregesteuertem Chip-Tuning bedienen beide Portale modellübergreifend das Thema Leistungsoptimierung bei PKWs, LKWs und Traktoren. Zielsetzung ist einerseits eine Leistungssteigerung über mehr Pferdestärken und parallel eine Reduktion beim Kraftstoffverbrauch.
Der länderübergreifende Produktverkauf an Händler und Privatpersonen passiert primär über den mehrsprachigen Internet-Shop dieselix.com, für die Integration und Abwicklung der Bezahlung in verschiedenen Währungen wurde Wirecard CEE engagiert.
„Durch die schnelle und zuverlässige Anbindung der Bezahlsysteme konnten wir die bisher bis zu sieben Arbeitstage dauernde Abrechnung auf einen Tag reduzieren. Über einen Geo IP-Locator weiß unser Shop woher der Kunde kommt und zeigt ihm automatisch die richtige Währung an“, sagt Mario Deimbacher, Geschäftsführer der betreibenden ACT Vertriebs GmbH. Zur Verhinderung etwaiger Zusatzkosten nach Leistungssteigerungen werden auch Radarwarngeräte angeboten.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 12.02.2019