Unabhängiges Magazin für Wirtschaft und Bildung

18. Juni 2019

Search form

Search form

„Was will Ökonomie und wie messen wir das?“

„Was will Ökonomie und wie messen wir das?“© Piqs.de/ luckysue

Club Research lädt gemeinsam mit Arbeiterkammer Wien und Wiener Magistrat für Wirtschaft und Arbeit am 18. Juni zu hochkarätig besetzter Diskussionsveranstaltung in Österreichische Nationalbank in Wien.

(red/czaak) „Wenn wir Wohlstandsstandards zwischen Ländern vergleichen und wissen wollen, ob die Wirtschaft wächst oder schrumpft oder wenn wir wichtige Zukunftsinvestitionen für Forschung oder Infrastruktur vergleichen - dann kommen wir um eine ökonomische Größe nicht herum: das Bruttoinlandsprodukt, kurz BIP“, so Johannes Steiner vom Club Research. Unter dem Titel „Jenseits des Bruttoinlandsprodukts“ lädt der promovierte Volkswirtschafter und Jurist als Leiter des Club Research zu der hochkarätig besetzten Veranstaltung.

Die Keynote hält etwa Paul Schreyer (Direktor für Statistik der OECD in Paris) und die anschließende Diskussion ergänzen Miriam Rehm (Professorin für Empirische Ungleichheitsforschung an der Uni Duisburg), Alexandra Wegscheider-Pichler (Projektleiterin „Wie geht’s Österreich?“ der Statistik Austria), Christoph Badelt (Chef des Instituts für Wirtschaftsforschung) oder Klemens Himpele (Chef der Wiener MA 23, Magistrat für Wirtschaft, Arbeit und Statistik).

Indikator für die Messung des Wohlstands
Das BIP repräsentiert die Summe aller in einem Land erzeugten Güter und Dienstleistungen, ausgedrückt in einem Geldwert, einer einzigen Zahl. Und es ist die vielleicht mächtigste Kennzahl der Ökonomie. Nach den beiden Weltkriegen in der Zeit des Wirtschaftsaufschwungs wurde das BIP zum wesentlichen Indikator für die Messung des Wohlstands - und zum Label des Fortschrittsoptimismus.

Mit der seit den 1970er Jahren erstarkenden Ökologiebewegung verstärkte sich aber die Kritik an seinen konzeptionellen Mängeln, etwa der fehlenden Berücksichtigung des Ressourcenverbrauchs. Heute treten die Grenzen des BIP deutlicher hervor: Für die großen Herausforderungen unseres Jahrhunderts – wie Klimakrise und globale Ungleichheit – ist der zentrale ökonomische Indikator „blind“. Dennoch bleibt seine Dominanz noch ungebrochen.

BIP-Konzepte versus Ideologie
Worin liegt trotz all seiner Defizite seine große Beharrungskraft? Liefert uns das BIP als Kennzahl heute noch einen vertrauenswürdigen Kompass für ökonomische Entscheidungen? Wieviel Ideologie steckt im BIP-Konzept? Welche alternativen Ansätze zur Beurteilung der Leistungen einer Wirtschaft können es ergänzen oder ersetzen? Was ist das eigentliche Ziel ökonomischen Denkens und Handelns? Und: Woran sollte heute ökonomischer Erfolg gemessen werden?

Zur Erörterung und Diskussion all dieser Fragen lädt der Club Research gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern, Arbeiterkammer Wien und der Stadt Wien-Abteilung „Wirtschaft, Arbeit und Statistik“ (Magistratsabteilung/MA 23) am Dienstag, den 18. Juni (18.00 Uhr) in den Kassensaal der Österreichischen Nationalbank in 1090 Wien, Otto-Wagner-Platz 3.

(Anm. der Redaktion: Die inhaltliche Beschreibung des Veranstaltungsthemas wurde aus dem Programmtext von Club Research übernommen.)

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 06.06.2019