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03. Dezember 2022

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„Wir sind der Trusted Digital Advisor“

„Wir sind der Trusted Digital Advisor“© Salesforce/Martin Hoermandinger

Digitale Innovation ist zu einem unverzichtbaren Bestandteil für Unternehmen und Institutionen geworden. Steffen Lange, Landeschef von Salesforce Austria, erläutert technologische Entwicklungen und kritische Erfolgsfaktoren in der Umsetzung.

Welche typischen Herausforderungen gibt es bei betrieblichen Digitalprojekten?
Steffen Lange: Wir unterstützen weltweit Unternehmen seit über 20 Jahren in Sachen Digitalisierung. Daher: Digitale Transformation heißt nicht nur, innovative Technologien einzuführen, Prozesse zu digitalisieren und die Performance der bestehenden Systeme zu steigern. Es geht darum, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, die den Fokus weg vom Produkt hin auf den Kunden lenken. Dazu muss ich einmal meinen Kunden gut kennen und dazu dieses Wissen über die Kunden möglichst allen Abteilungen zur Verfügung stellen.

Es geht also um eine ganzheitliche Herangehensweise?
Ja, und in diesem Kontext noch ein wesentlicher Punkt dazu: Für den Erfolg digitaler Transformationsprozesse spielt die Unternehmenskultur eine wesentliche Rolle. Offene, transparente Kommunikation und eine Atmosphäre, die Trial und Error erlaubt, fördern nachhaltig Kreativität und Innovation. Unternehmen müssen sicherstellen, dass sie diese Basis schaffen – das ist oft die größere Herausforderung, als neue Technologien einzuführen.
 
Was zeichnet Unternehmen mit einer erfolgreichen Transformation aus?
Erfolgreich sind die Unternehmen, die diesen Kulturwandel gemeistert haben. Das erfordert viel Neuorganisation und Kommunikation, damit die Belegschaft dies verinnerlicht und lebt. Denn Transformation hat kein Enddatum, sie wird niemals abgeschlossen sein. Als erfolgreiches Unternehmen muss man auf die ständige Veränderung nicht nur reagieren, sondern sie vielmehr antizipieren und antreiben.
 
Welche Rolle spielt die sogenannte Customer Journey in der Kundenbetreuung?
Viele Jahre wurde immer nur darüber geredet, dass „die eine Customer Journey“ abgebildet werden muss, gültig alle KonsumentInnen. Aber heutzutage leben wir in einer anderen Realität und das heißt kanalübergreifende Kommunikation (engl. Omni-Channel). Das bedeutet, KundInnen haben ganz unterschiedliche Bedürfnisse und bewegen sich auf unterschiedlichen, auch medienübergreifenden Kanälen. Für ein Unternehmen ist es daher wichtig, diese Berührungspunkte (engl. Touchpoints) zu Kundenprofilen zusammenzufassen. Und das passiert dann im Idealfall in Echtzeit über Cloud-basierte Lösungen. 
 
An wen richtet sich Salesforce mit seinen Lösungen konkret?
Wir haben eine Vielzahl von Kunden im Mittelstand – weltweit und quer durch alle Branchen. Auch in Österreich als KMU-Land haben wir einen starken Fokus auf mittelständische Unternehmen. KMU sind der Motor der wirtschaftlichen Entwicklung in Österreich. Wir bieten den Unternehmen maßgeschneiderte Lösungen, um die Digitalisierung voranzutreiben, damit diese Betriebe als unsere Kunden weiter erfolgreich bleiben - und das gilt auch im internationalen Wettbewerb. 

Wie schaut es mit Start-Ups und der Industrie aus?
Auch Start-Ups und Konzerne vertrauen auf unsere Expertise und unsere Lösungen. Wir sind der Trusted Digital Advisor für Unternehmen jeder Größe und aller Branchen in Österreich. Die Anpassungsbereitschaft und die Fähigkeit, neue, digitale Systeme zu implementieren, sind heute der Schlüsselfaktor für den Erfolg, und dabei wollen wir unterstützen.

Flexible Arbeitsmodelle fördern auch gleiche Chancen am Arbeitsmarkt. Gibt es dafür auch betriebliche Lösungen?
Es ist für Unternehmen lohnend, eine Kultur der Gleichberechtigung zu schaffen, denn Vielfalt und unterschiedliche Sichtweisen führen auch zu innovativeren Herangehensweisen. Wir setzen etwa gezielt auf Frauen-Förderungs-Initiativen, um diese für Technik und IT zu begeistern. Gerade die Digitalisierung bietet großartige Chancen, Arbeit so zu gestalten, dass sie familienfreundlicher wird, weil sie Frauen und Männern mehr Flexibilität im Berufsalltag ermöglicht. Flexible Arbeitsmodelle bieten mehr Chancengleichheit - so gelingt Erfolg von überall aus!
 
Welche Fähigkeiten braucht die österreichische Wirtschaft für das Wachstum von morgen?
Ich wünsche mir, dass Österreich insgesamt als Gesellschaft digitaler wird. Vor allem ist mir wichtig, dass alle BürgerInnen, alle ÖsterreicherInnen, aber auch alle Unternehmen, Digitalisierung als Chance begreifen. Denn so können wir, sowohl wirtschaftlich als auch in der Gesellschaft, vieles verbessern und Leute mitnehmen, denen es jetzt gerade nicht so gut geht.

Das inkludiert einen gesonderten Fokus auf die Themen Bildung und Weiterbildung?
Um eine integrativere Wirtschaft aufzubauen, muss die Schulung digitaler Kompetenzen im Mittelpunkt stehen. Ohne Neugier und Weiterbildung gibt es kein Wachstum für morgen. Auch Unternehmen müssen hier Verantwortung übernehmen. Mit der Online-Lernplattform Trailhead bietet Salesforce die Chance zu einem neuen Karriereweg, das ist gerade für Frauen, die aus der Elternzeit kommen und WiedereinsteigerInnen relevant - kostenfrei per Umschulung von zuhause aus. Ich bin davon überzeugt: Jede und jeder sollte die Chance haben, von den Vorteilen der Digitalisierung zu profitieren.
 
Warum spielen die „Digital Skills“ eine Schlüsselrolle als Treiber der Transformation?
Steffen Lange: Fehlende IT- und Digitalexpertise bremsen viele Unternehmen heute leider immer noch aus und die Pandemie hat den Nachfragedruck hinsichtlich digitaler Kenntnisse sogar noch weiter verschärft. Es geht längst nicht mehr „nur“ um die IT-Abteilung, die kann die Transformation nicht allein bewältigen. Digital Skills sind in allen Abteilungen - vom Lehrling und Maturanten bis zum Manager unverzichtbar. Ich kann jeder und jedem nur empfehlen, und das unabhängig von der Rolle und Position im Unternehmen, Zeit in die eigene Weiterbildung zu investieren.

 

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 23.05.2022