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11. Dezember 2019

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Künstliche Intelligenz gegen Unfallfolgen

Künstliche Intelligenz gegen Unfallfolgen© Bilderbox.com

Forscher der kanadischen Universität Waterloo entwickeln neues Sicherheitssystem für autonome Autos. Künstliche Intelligenz ermöglicht Berücksichtigung von Geschwindigkeit, Winkel, Fahrzeuge und Fußgänger.

(PTA/red/cc) Der Forscher Amir Khajepour von der kanadischen University of Waterloo und sein Team haben ein intelligentes System für selbstfahrende Autos entwickelt. Zielsetzung ist die Reduktion von Folgen möglicher Unfälle. Wenn der Algorithmus erkennt, dass ein Zusammenstoß unvermeidlich ist, werden alle Reaktionen in überaus kurzer Zeit durchgespielt, so ein Bericht von PressetextAustria.

Oberste Regel der Forscher war, dass auf keinen Fall Fußgänger zu Schaden kommen dürfen. Das System wägt dabei alle relevanten Faktoren ab und das beinhaltet die eigene Geschwindigkeit und die der Fahrzeuge im Nahfeld, den voraussichtlichen Aufprall-Winkel, den Fahrzeugtyp und die Unterschiede im Gewicht. Daraus wird dann das beste Manöver errechnet, um die Folgen zu minimieren und dazu gehören etwa auch Bremsen oder das Einschlagen einer anderen Richtung.

Ethische Fragen
"Das System berücksichtigt das gesamte Umfeld, einschließlich aller Fahrzeuge und Hindernisse", so Dongpu Cao aus dem Team von Khajepour. Für diesen selbst ist ein solches System unumgänglich, weil die populäre Vorstellung, dass autonom fahrende Autos keine Unfälle verursachen, ein Mysterium sei. "Es gibt hunderte oder gar tausende Variablen, über die wir keine Kontrolle haben", so der Verkehrsforscher. Es könnte etwa Blitzeis auftreten oder plötzlich Geröll aus einem Bergrutsch auf der Straße liegen.

Autonome, selbstfahrende Autos treffen in Sekundenbruchteilen sehr viele Entscheidungen, die auf den Daten von Bewegungs- und Beschleunigungssensoren sowie Kameras beruhen. Das neue System basiert auf einem Algorithmus, der plötzliche Ereignisse berücksichtigt. Die kanadischen Forscher versuchten allerdings nicht, komplexe ethische Fragen zu berücksichtigen - etwa, ob die Insassen des eigenen Fahrzeugs besser geschützt werden sollten als andere oder ob man alle Beteiligten möglichst weitgehend vor Verletzungen bewahren sollte.

Links

PressetextAustria/red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 18.11.2019