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26. Mai 2019

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Smartphone ersetzt Eltern

Smartphone ersetzt Eltern© Piqs.de/ Pierre

Kinder und Jugendliche führen laut einer britischen Studie kaum noch Gespräche mit ihren Eltern. In Relation steigt die ersatzweise Nutzung von Smartphones und Sozialer Medien. Über Limits und Beschäftigungsgründe gehen die Meinungen auseinander.

(PTA/red/cc) Kinder verbringen doppelt so viel Zeit mit dem Smartphone wie mit Elterngesprächen, so eine aktuelle Erhebung des britischen Marktforschers CensusWide im Auftrag des Audio-Streaming-Dienstleister Roxi. Kinder verbringen dabei im Schnitt täglich knapp 3,5 Stunden mit ihren elektronischen Geräten – während Gespräche mit ihren Eltern vergleichsweise nur eine Stunde und 43 Minuten dauern, so ein Bericht zur Studie von PressetextAustria.

Sorge versus Beschäftigungsnotwendigkeit
54 Prozent der befragten Eltern sorgen sich bei ihren Sprösslingen um den Konsum von Smartphone, Tablet und Co und zwei Drittel wünschen sich mehr gemeinsame Zeit mit der Familie. Umgekehrt geben allerdings zwei von fünf befragten Elternteilen zu, ihre Kinder aus Beschäftigungsgründen mit einem Smartphone ausgestattet zu haben.

Fast fünf Stunden täglich
Auf England bezogen ist London mit täglich 4 Stunden und 42 Minuten absoluter Spitzenreiter bei der Nutzungszeit von Smartphone & Co.. Am unteren Ende der Skala liegen South East England und Wales mit immer noch hohen zwei Stunden und 36 Minuten täglicher Nutzungsdauer. Englische Gesundheitspolitiker empfehlen mittlerweile dringend, das Smartphone zumindest aus dem Schlaf- und Essbereich von Heranwachsenden zu entfernen und Limits von maximal zwei Stunden zu setzen.

Vorbild und Grenzen
Eine weitere Empfehlung von Experten betrifft die nötige Vorbildwirkung der Eltern und die Ausübung von Kontrolle. Kinder sollten beispielsweise nie ohne ihr Einverständnis Fotos auf Sozialen Netzwerken veröffentlichen. Auch das Thema Suchtpotenzial der Social-Media-Plattformen sollte proaktiv besprochen und gegebenenfalls mit spezialisierten Experten verhindert werden. Positive Aspekte der Internetnutzung sehen Studienteilnehmer und Experten bei den Punkten Motorik, Sinnesschärfung, Reaktionsvermögen oder Informationsgewinn.

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PressetextAustria/red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 26.04.2019