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24. September 2021

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Unternehmen setzen zunehmend auf Mixed Reality

Unternehmen setzen zunehmend auf Mixed Reality© FH St. Pölten_NicoleBilek

Mechatronic Cluster von Niederösterreichischer EcoPlus entwickelt mit FH St. Pölten und Industriebetrieben neue Anwendungen im Bereich Virtual Reality und Augmented Reality.

(red/mich) Augmented- und Virtual-Reality (AR/VR), zusammengefasst unter Mixed Reality (MR), bieten neue Möglichkeiten im Bereich Datenvisualisierung, interaktive Kommunikation und Ausbildung. 25 Unternehmen primär aus der Industrie entwickelten in den zwei letzten Jahren zusammen mit Hochschulen im gemeinsamen Projekt „Mixed Reality Based Collaboration 4 Industry“ mehrere praxisorientierte Anwendungen.

Geleitet wurde das Projekt vom EcoPlus Mechatronik-Cluster Niederösterreich. Unterschiedliche Industrieunternehmen brachten konkrete Anwendungsfälle für den Einsatz von MR ein und entwickelten diese gemeinsam mit der Fachhochschule St. Pölten sowie anderen Hochschulen und Forschungseinrichtungen weiter.

Rettungsgroßeinsatz virtuell trainieren
Die MR-Anwendungen stammten aus vier Themenbereichen: der Unterstützung der Produktion direkt an der Maschine, dem Remote Support für ortsunabhängige Anlagen-Services, Schulung und Training, etwa in der modernen Lehrlingsausbildung sowie der Präsentation von Produkten in virtuellen Schauräumen. „Das Projekt hat gezeigt, dass der konkrete Mehrwert für die Unternehmen beim Remote Support sowie bei der Schulung am größten ist“, sagt Thomas Moser, Projektleiter und Chef der Forschungsgruppe „Digital Technologies“ an der FH St. Pölten.

Auch das Rote Kreuz Niederösterreich nutzte im Projekt Virtual Reality und simulierte dabei Einsatzszenarien bei Großunfällen. Im virtuellen Raum wird man selbst EinsatzleiterIn und erlebt real, welche Herausforderungen hier dann auf einen zukommen. Einsätze mit mehreren Verletzten erfordern von den Einsatzkräften zusätzlich zu den sanitätstechnischen Maßnahmen auch vielfältige organisatorische Fähigkeiten. Bisher wurden diese Szenarien immer aufwändig mit Schauspielern und Kulissen dargestellt. Nun sind auch ein realitätskonformes Erleben und Üben mittels Virtual Reality (VR) möglich.

Virtuelle Pinnadeln im Werk
In einem weiteren Projekt wurden gemeinsam mit dem Kartonproduzent Mayr-Melnhof Einsatzmöglichkeiten für MR-Endgeräte (z. B. Smartphones oder Headsets) entwickelt, mit denen Mitarbeiter die Instandhaltungsdokumentation und Hilfestellungen eingeblendet bekommen, ohne den Ort der Wartung verlassen zu müssen. Dadurch wird die Zeit für Instandhaltungsaufgaben verkürzt.

Durch eine zusätzliche Verbindung zur Materialbeschaffung können Instandhalter dann auch leicht über das Lager Material bestellen. Mit „virtuellen Pinnadeln“ werden Informationen in Form von Texten oder Bildern an realen Objekten angebracht. So können in einer industriellen Produktionsanlage alle Mitarbeiter Wartungsbedarf oder Auffälligkeiten an einer Maschine sehr einfach und berührungslos mit ihrem Smartphone markieren.

Hardware und Software und Innovation
Die beteiligten Firmen und Forschungseinrichtungen haben vor allem Software für verschiedene Anwendungen entwickelt und evaluiert. Am Markt verfügbare Hardware wie etwa verschiedene Datenbrillen oder MR-Headsets wurde getestet und genutzt. Die Rechte für die entwickelte Software bleibt bei den Firmen, falls die Software firmenspezifisch ist. Software, die auch für andere Unternehmen interessant sein kann, wird in rund einem halben Jahr als Open Source zur Verfügung gestellt.

„Dadurch erhalten die Firmen, die im Projekt beteiligt waren, einen gewissen zeitlichen Vorsprung durch ihre Projektbeteiligung“, erklärt Thomas Moser von der FH St. Pölten. Das Projekt wird im Rahmen der Programmlinie „Collective Research“ von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) gefördert. Die Unternehmen bringen Geld für die Anwendungsfälle ein. Partner im Projekt sind ecoplus NOe, FOTEC Forschungs- und Technologietransfer GmbH, IMC FH Krems, FH Oberösterreich Campus Steyr und TU Wien.

Links

red/mich, Economy Ausgabe Webartikel, 19.04.2021