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16. November 2019

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Ein globaler Leuchtturm aus Niederösterreich

Ein globaler Leuchtturm aus Niederösterreich© NLK_Reinberger

Das IST Austria im niederösterreichischen Klosterneuburg feiert sein 10-jähriges Jubiläum. Seinerzeit von Erwin Pröll gegen erbittertsten Widerstand aus Politik und Wissenschaft durchgezogen, hat sich das Forschungszentrum in kurzer Zeit zu einem weltweit beachteten Spitzeninstitut entwickelt.

(red/czaak) „Ich habe einfach daran geglaubt.“ sagte Erwin Pröll im Gespräch mit economy anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums als Landeshauptmann von Niederösterreich im Oktober 2016. Und weiter: „Der Standort Klosterneuburg ist optimal, auch im Hinblick auf die internationale Attraktivität. Es muss mit diesen hochqualifizierten wissenschaftlichen Einrichtungen im ISTA gelingen, wissenschaftliche Arbeit auf höchstem Niveau liefern zu können und gleichzeitig so attraktiv zu werden, dass wir viele Wissenschafter aus der ganzen Welt anziehen.“

Europaweit höchste Erfolgsquote bei ERC-Grants
Zehn Jahre nach Gründung zeigt sich eindrucksvoll, dass dieses Ansinnen geglückt ist. Das Institut for Science and Technology Austria beherbergt zahlreiche weltweite Spitzenforschungsinstitute und jeden Monat kommen tausende Bewerbungsschreiben hochkarätiger Wissenschafter aus der ganzen Welt.

Mehrere unabhängige internationale Evaluierungen bescheinigen dem ISTA wissenschaftliche Exzellenz in mehreren Forschungsbereichen wie auch in der operativen Organisation. Bei der wichtigsten europäischen Auszeichnung des European Research Council (ERC) hat das ISTA mit knapp 50 Prozent (!) die europaweit höchste Erfolgsquote bei den ERC-Grants. Hier zählt allein wissenschaftliche Exzellenz und das Innovationspotential von Forschungsprojekten.

Ein österreichisches Wunder
„Niederösterreich kann stolz sein auf die große internationale Strahlkraft dieser Forschungseinrichtung“, betonte denn auch Johanna Mikl-Leitner, Landeschefin von Niederösterreich anlässlich der aktuellen Festveranstaltung. Der beim Festakt ebenso anwesende Haim Harari, seinerzeitiger Mitbegründer des ISTA und aktueller Vorsitzender des Exekutivkuratoriums, lobte als ehemaliger Präsident des international ebenso renommierten Israelischen Weizmann Instituts of Science die wissenschaftliche Exzellenz und bezeichnete das ISTA als „Schwester des Weizmann Instituts.“

Alexander Van der Bellen nannte das IST Austria „als ein österreichisches Wunder“ und sieht „den Erfolg dieser Einrichtung unter anderem in der Langzeitfinanzierung des Instituts und in der völligen Absenz von politischen Einfluss.“ Thomas Henzinger, ehemaliger Professor für Elektrotechnik und Computerwissenschaften u.a. an der University of California in Berkeley (US) und aktueller ISTA-Präsident unterstrich in seiner Festrede die Unabhängigkeit dieser Forschungseinrichtung und die Flexibilität des Instituts. „Ich war von Beginn an vom Erfolg dieser Einrichtung überzeugt.“

Von 37 auf 700
In den zehn Jahren seit der Eröffnung des Campus hat das IST Austria in der Forschung, im Engagement von Wissenschaftern, im Bereich der baulichen Infrastruktur und auch an wissenschaftlichen Erfolgen in der Tat viel erreicht und bewegt. Mittlerweile arbeiten hier 53 Forschungsgruppen daran, die Grenzen der Mathematik, Computerwissenschaft, Physik, Chemie, Biologie und Neurowissenschaft laufend neu zu definieren.

Waren zu Beginn 37 Mitarbeiter beschäftigt und 2014 dann 400, so sind es heute bereits über 700 Menschen aus über 60 Ländern. Bis 2026 sollen insgesamt 1.000 Personen am Campus arbeiten und 90 Forschungsgruppen auf der Suche nach neuen wissenschaftlichen Methoden und Ergebnissen sein. „Essentiell für den Erfolg des Instituts ist dabei, dass es keine starren Grenzen zwischen diesen Forschungsfeldern gibt, sondern dass am IST die verschiedenen wissenschaftlichen Bereiche intensiv zusammenarbeiten“, so das ISTA.

Anm. der Redaktion: Das seinerzeitige Interview mit Erwin Pröll lesen Sie hier: „Ich hab‘ einfach daran geglaubt.“

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 14.06.2019