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17. August 2019

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Der Dirigent der Transformation

Der Dirigent der Transformation© Kapsch BusinessCom

Innovationstransfer. Die zunehmende Digitalisierung bringt neue Anforderungsprofile für IT-Abteilungen und IT-Dienstleister. Ein Expertenkommentar von Peter Öhlinger, Head of IT-Outsourcing bei Kapsch BusinessCom.

Die Digitalisierung stellt die unternehmensinterne IT, aber auch externe IT-Partner vor neue Herausforderungen. IT-Verantwortliche entwickeln sich vom bisherigen klassischen Leiter der elektronischen Datenverarbeitung (EDV) zum Innovator und damit zur treibenden Kraft der digitalen Transformation im Unternehmen. Denn die internen betrieblichen Anforderungen verändern sich.
Beispielsweise reicht es schon lange nicht mehr bloß Funktionalitäten wie E-Mail oder File-Shares bereitzustellen. Vielmehr geht es darum das Business mit verschiedenen Wertschöpfungsketten oder Geschäftsmodellen zu verstehen und mit neuen Ideen in Richtung der zugrunde liegenden Prozesse und Applikationen oder auch Plattformen für Vertriebspartnerschaften zu unterstützen.

Neue Anforderungen aus unterschiedlichen Bereichen
Diese Entwicklung zieht sich über alle Branchen. Die angeführten neuen Anforderungen kommen in der Regel aus unterschiedlichen Fachbereichen sowie Abteilungen und damit aus dem Kerngeschäft der Unternehmen. Durch eine Neuausrichtung der IT und durch die teilweise Auslagerung des Regelbetriebes bleibt der unternehmensinternen IT mehr Zeit für die digitale Transformation. Sie kann sich besser auf jene neuen Aufgaben konzentrieren, welche einen strategischen Wertbeitrag für das Kerngeschäft liefern.

Im Zuge der Digitalisierung von Geschäftsprozessen sind auch IT Sourcing-Partner mit neuen Anforderungen konfrontiert. IT-Serviceblöcke werden spezialisierter, kleinteiliger, sie disaggregieren. Sogenannte Single-Sourcing Strategien mit einem Generalunternehmer werden dann eher zur Ausnahme. Es gibt einen Trend immer kleinere Leistungsteile an eine Vielzahl spezialisierter IT-Dienstleister auszulagern. Dadurch entsteht rasch ein fragmentiertes und vielschichtiges Eco-System an Dienstleistungspartnern. Hier wird es dann entsprechend wichtig, der Koordination der einzelnen Leistungserbringer ein viel größeres Augenmerk zu schenken.

Ausgelagerter Regelbetrieb schafft Freiraum für Innovation
Service Integration and Management – kurz SIAM – beschäftigt sich mit dem Management derartiger Multisourcing-Umgebungen und ist eine gänzlich neue Disziplin im professionellen IT Management. Mit SIAM wird ein Prozess-Strukturrahmen (Framework) bezeichnet, welches sich stärker an der Nachfrageseite (Demand) des Business orientiert und die Lieferseite (Supply) aus einer oftmals großen Vielzahl an Anbietern sowie Plattformen koordiniert und dabei zusätzlich das Zusammenspiel aus Servicepartnern und interner IT orchestriert.

Zukünftig wird diese Fragmentierung der verschiedensten Serviceblöcke noch weiter zunehmen. Die diversen Schnittstellen und die entsprechende Koordination zwischen den einzelnen Leistungsteilen ist ein nicht zu unterschätzender Aufwand und der professionelle Umgang damit wird zu einem wesentlichen Erfolgsfaktor.

Umso wichtiger ist es daher, gemeinsam mit den wichtigsten Sourcing Partnern entsprechende Strategien und Leitungs-Strukturen (Governance) zu erarbeiten. SIAM bietet jedenfalls ein adäquates Modell um dieser Fragmentierung Herr zu werden und mit den richtigen Schritten in der Umsetzung von Digitalisierungsprojekten oder beim Innovationstransfer entsprechende Wertschöpfung und unternehmerischen Nutzen zu erzielen.

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 14.05.2019