Unabhängiges Magazin für Wirtschaft und Bildung

25. November 2017

Search form

Search form

Weniger Korruption dank Facebook

Weniger Korruption dank Facebook© Bilderbox.com

In Ländern mit eingeschränkter Pressefreiheit wird die Korruption durch User-Proteste zurückgedrängt.

Soziale Netzwerke wie Facebook tragen erheblich dazu bei, Korruption zu verhindern. Vor allem in Ländern mit eingeschränkter Presse- und Meinungsfreiheit wird dieser Effekt besonders deutlich. Zu diesem Ergebnis kommt der Wissenschaftler Sudipta Sarangi vom Virginia Tech Department of Economics in einer Forschungsarbeit, für die er mehr als 150 Länder untersucht hat.
"Diese Studie unterstreicht die Wichtigkeit von Redefreiheit im Internet, die in vielen Ländern der Welt bedroht ist", so Sarangi. Je aktiver nämlich ein Volk auf Facebook ist, desto höher sei auch die Wahrscheinlichkeit, dass Korruption in der Regierung auf harten Widerstand stoße. Soziale Netzwerke seien demnach vor allem dort von großem Nutzen, wo die Pressefreiheit generell sehr eingeschränkt ist. Problematisch sei jedoch die wachsende Zensur von Inhalten. Die Redefreiheit im Internet müsse daher erhalten bleiben, damit Bevölkerungen profitieren.

Otto Normaluser
Sarangi zeigt in seiner Studie, dass die meisten Inhalte gegen Korruption von ganz normalen Usern kreiert und individuell geteilt werden. Dabei wächst das Publikum mit jedem Posting und der Einfluss wird erhöht. Gerade in stark unterdrückten Ländern ist der Einfluss auf die Nutzer groß. Vergleiche mit Zuständen in Zeiten vor Facebook bestätigen dies: "Indem wir nun beweisen können, dass soziale Medien einen negativen Einfluss auf Korruption haben, können wir hiermit einen weiteren Grund liefern, der für die Freiheit im Internet spricht", erklärt Sarangi. Auf Facebook sind rund zwei Milliarden Nutzer aktiv. Die Aktivität unterscheide sich jedoch in verschiedenen Ländern. Eine weniger aktive Nutzerschaft bedeutet laut der Studie zumeist auch ein eher korruptes Land.

Links

PressetextAustria/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 19.05.2017