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18. Dezember 2018

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Wirtschaftsklima sonnig bis geringfügig herbstlich

Wirtschaftsklima sonnig bis geringfügig herbstlich© piqs.de/humate

Umfangreiche KMU-Studie der Creditreform beleuchtet aktuelle wirtschaftliche Situation der Unternehmen und künftige Einschätzung. Die grundsätzliche Geschäftslage bleibt weiterhin gut, in einzelnen Segmenten sogar sehr gut, und die Konjunktur verliert nur geringfügig an Schwung, so das zusammenfassende Ergebnis.

Die Wirtschafts- und Konjunkturforschung der Creditreform hat aktuell 1.700 österreichische Klein- und Mittelunternehmen nach der aktuellen Wirtschaftslage und den Ausblicken für die kommenden Monate befragt. Grundsätzlich war und ist der Mittelstand relativ entspannt. Die meisten Betriebe waren in den letzten Monaten zufriedener mit ihrem Geschäft als im Jahr zuvor. Von einer abschwächenden Wirtschaftsdynamik ist noch nicht viel zu spüren, einzig der Dienstleistungsbereich sieht dunkle Wolken am Horizont.
Der Index für das Creditreform Klimabarometer setzt sich zusammen aus den Einschätzungen der Befragten zum eigenen Betrieb, zur eigenen Branche sowie zur konjunkturellen Lage allgemein. Aus den positiven und negativen Antworten werden jeweils Salden gebildet, die wiederum die Berechnungsgrundlage für den Gesamtindex bilden. Das Klimabarometer zielt in erster Linie auf die Stimmung im Mittelstand ab.

Verarbeitendes Gewerbe besonders erfolgreich
Besonders erfolgreich lief es in den letzten Monaten für das Verarbeitende Gewerbe und die Baubranche. Den mittelständischen Bauunternehmen gelang sogar der größte Zuwachs aller vier Hauptwirtschaftsbereiche. Mit deutlichem Abstand folgen der Handel und die Dienstleistungsbranche. Grundsätzlich waren die meisten Mittelständler in den letzten Monaten zufriedener mit ihrer Geschäftslage als im Jahr zuvor.
Der von der Creditreform erhobene Geschäftslageindex stieg um 2,9 Zähler auf heuer plus 27,9 Punkte (Vorjahr: plus 25,0 Punkte). Beim Bau (plus 33,6 Punkte) und beim Verarbeitenden Gewerbe (plus 32,8 Punkte) legte der Index jeweils um 3,5 Zähler zu, beim Handel waren es sogar 4,0 Zähler (plus 23,1 Punkte). Bei der Dienstleistungsbranche blieb die Stimmung im Jahresvergleich unverändert (plus 25,6 Punkte; Vorjahr: plus 25,8 Punkte).

Kleine Delle auf hohem Niveau
Die Umsatzkurve des österreichischen Mittelstandes hat aktuell nur eine kleine Delle auf hohem Niveau bekommen. Betrug der Saldo aus gestiegenen und gesunkenen Umsätzen vor einem Jahr noch rund plus 26 Prozentpunkte, so sind es heuer plus 21 Prozentpunkte. In den vergangenen Monaten haben rund 35 Prozent der Befragten (Vorjahr: 39 Prozent) höhere Umsätze erwirtschaftet. Auf der anderen Seite mussten 14 Prozent (Vorjahr: 13 Prozent) einen Umsatzrückgang verkraften.
Die meisten Umsatzsteigerungen verbuchten das Verarbeitende Gewerbe und die Bauwirtschaft. Bei der Dienstleistung und Handel freute sich jeder dritte Befragte über Umsatzsteigerungen. Allerdings klagte beim Handel auch jeder fünfte über ein Umsatzminus – so viel wie in keinem anderen Hauptwirtschaftsbereich. Somit erzielte dessen Saldo aus gestiegenen und gesunkenen Umsätzen mit plus 11,5 Prozentpunkten den niedrigsten Wert aller vier Bereiche (Vorjahr: plus 11,2 Prozentpunkte). Den mit Abstand besten Saldo gab es beim Verarbeitenden Gewerbe.

Der unterschiedliche Blick in die Zukunft
Trotz der im Herbst 2018 rückläufigen Umsatzentwicklung schauen die Mittelständler zuversichtlicher als noch vor einem Jahr auf ihre künftige Umsatzlage. Der Saldo aus steigenden und sinkenden Umsätzen kletterte von rund plus 16 auf plus 22 Prozentpunkte. Aktuell kalkulieren 31 Prozent der Befragten mit einem Umsatzplus (Vorjahr: 29,3 Prozent) und vergleichsweise nur 8,6 Prozent mit einem Umsatzminus (Vorjahr: 13,2 Prozent).
Besonders optimistische Umsatzerwartungen haben die Dienstleistungsbranche und das Verarbeitende Gewerbe. Bei der Dienstleistungsbranche rechnen rund 36 Prozent der Befragten mit steigenden Umsätzen (Vorjahr: 34 Prozent) und beim Verarbeitenden Gewerbe sogar 34 Prozent (ggü. Vorjahr rund 29 Prozent). Sorgenvoll schauen der Handel und der Bau auf die kommenden Monate.

Unterm Strich ist alles (noch) ist gut
Nachdem im letzten Frühjahr das Creditreform Klimabarometer als Gradmesser für die Wirtschaftslage und –stimmung der österreichischen KMU die besten Werte seit 2007/2008 auswies, scheint aktuell der Höhepunkt nun erreicht zu sein. „Die Geschäftslage ist nach wie vor sehr gut, aber die Erwartungshaltungen für die kommenden Monate sind etwas gedämpft“, erläutert Gerhard M. Weinhofer, Mitglied der Geschäftsleitung bei der Creditreform Wirtschaftsauskunftei Kubicki KG.
Ursache dafür sind laut Creditreform die bekannten Themen um den Brexit, die protektionistische US-Politik sowie die zu erwartende Zinswende in Europa. Noch können sich aber die heimischen Unternehmen auf ihre Exporterfolge (auch befeuert durch die deutsche Exportwirtschaft), den stabilen Binnenkonsum und eine sinkende Arbeitslosigkeit verlassen. „2019 wird aber sicher ein spannendes Jahr mit zahlreichen Herausforderungen werden“, so das Resümee des Creditreform-Experten Weinhofer.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 20.11.2018