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19. September 2019

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Stärkste Umsatzzuwächse für Deutsche Autoindustrie

Stärkste Umsatzzuwächse für Deutsche Autoindustrie© Bilderbox.com

Neuer Höchststand bei Umsatz für Deutsche Automobilbranche. SUV-Boom bringt im zweiten Quartal ersten Platz vor Franzosen. Unterschiedliche Ergebnisse bei Gewinn und Absatz. Deutsche und Japaner im Plus, USA und Frankreich im Minus. Handelskonflikt mit China sowie Brexit weiter belastend, so eine aktuelle Analyse von EY.

(red/czaak) In der weltweiten Automobilbranche ergibt das zweite Quartal des heurigen Jahres unterschiedliche Ergebnisse. Beim Umsatz konnte die Mehrzahl der Unternehmen Dank des SUV-Booms zulegen. In Summe ergibt sich hier mit einer Steigerung von 1,3 Prozent ein neuer Höchststand. Das stärkste Wachstum schafften die deutschen Hersteller (plus 5,2 Prozent) vor den französischen Konzernen (+ 4,7). Rückläufig war der Umsatz der US-Unternehmen (minus 3) und der Japaner (- 1,3 Prozent). Weltweiter Sieger beim Umsatz war im zweiten Quartal Volkswagen vor Toyota.

Hohe Zukunftsinvestitionen belasten Gewinne
Beim Gesamtgewinn zeigt sich vergleichsweise ein differenziertes Ergebnis. Bei den 16 größten Autokonzernen zusammengerechnet war der Gewinn rückläufig. Bei den Absatzzahlen ergibt sich weltweit bzw. für alle wichtigen Märkte gerechnet ein Minus von fünf Prozent. Deutsche Konzerne wie etwa BMW und Japaner wie Mitsubishi, Honda und Toyota verzeichnen jedoch auch hier ein Plus. Das unterm Strich negative Ergebnis verursachen die US-Hersteller mit minus neun Prozent und die Franzosen mit minus zehn Prozent. Im Ranking der absatzstärksten Autokonzerne lag Toyota leicht vor Volkswagen.
Das sind Ergebnisse einer Analyse der Finanzkennzahlen der 16 größten Autokonzerne der Welt, welche die Prüfungs- und Beratungsorganisation EY quartalsweise erstellt. „Alle großen Absatzmärkte schrumpfen und das führt zu einem stärkeren Preisdruck und zu rückläufigen Margen. Hinzu kommen hohe Investitionen in Bereichen wie Autonomes Fahren und Elektromobilität“, erläutert Gerhard Schwartz, Partner und Sector Leader Industrial Products bei EY Österreich.

Große Herausforderungen und die Beliebtheit Deutscher Automarken
Die echten Herausforderungen lägen aber noch vor der Branche: „Strengere Emissionsgrenzwerte und der Vormarsch der Elektromobilität führen zu großen Umbrüchen. Für die Entwicklung und Einführung verbrauchsärmerer Motoren, neuer Elektroautos und neuer Mobilitätsdienstleistungen werden in den kommenden Jahren enorme Investitionen nötig sein“, betont Schwartz. Daher gehe der Trend hin zu mehr Kooperationen und umfangreichen Partnerschaften: „Nur so lassen sich die enormen Kosten und Risiken bei den Zukunftsinvestitionen in den Griff zu bekommen. In jedem Fall stehen wir am Anfang eines Ausleseprozesses.“

Ungeachtet der aktuell insgesamt schwachen Gewinnsituation der deutschen Automobil-Konzerne erfreuen sich deren Produkte jedoch weltweit weiter großer Beliebtheit: das Absatzminus hielt sich mit zwei Prozent in Grenzen – gerade im Vergleich zur Konkurrenz aus den USA und Frankreich. Der Rückgang sei zudem teilweise auf die mangelnde Verfügbarkeit von Modellen und anstehende Modellwechsel zurückzuführen, sodass „im zweiten Halbjahr durchaus wieder ein Absatzplus möglich sei“, erwartet Schwartz.

Bereinigte Altlasten und Gewinnsteigerung versus China:USA und Brexit
Der EY-Experte betont zudem, dass insbesondere Einmaleffekte für die schwache Gewinnentwicklung im zweiten Quartal verantwortlich waren: „Die deutschen Konzerne haben zuletzt in großem Stil Altlasten aus der Bilanz geräumt. Themen wie Dieselkrise, Kartellvorwürfe oder Rückrufe wegen defekter Airbags haben in den vergangenen Jahren zu erheblichen Gewinneinbußen geführt. Das Großreinemachen könnte nun aber den Weg frei machen für steigende Gewinne, spätestens im kommenden Geschäftsjahr. Denn operativ läuft es bei den Unternehmen gut – sie gewinnen weltweit Marktanteile, kommen bei der Elektrifizierung der Modellpalette voran und die harten Sparmaßnahmen werden auch die Kosten wieder senken.“

Einen Strich durch die Rechnung könnte allerdings die unsichere politische Lage machen. Schwartz nennt hier den Brexit und China, wo die deutschen Autokonzerne trotz der aktuellen Marktschwäche derzeit immer noch gut unterwegs sind. „Wenn der Handelsstreit mit den USA aber weiter eskaliert, wird das auch die deutsche Autoindustrie verstärkt zu spüren bekommen“, so der EY-Experte Schwartz abschließend.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 09.09.2019