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14. Dezember 2017

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Kinder und der richtige Umgang mit rund 320 Mio. Taschengeld

Kinder und der richtige Umgang mit rund 320 Mio. Taschengeld© Erste Bank

Die Wertigkeit von Geld in der Erziehung, Taschengeld ja oder nein und wenn, wie viel sowie der Sinn des Sparens als Schwerpunkte einer aktuellen Integral-Umfrage auftrags der ERSTE Bank. Hochgerechnet geht es in Österreich um die Summe von rund 320 Mio. Euro an Taschengeld pro Jahr.

Geld und seinen Wert zu erfassen, ist für Kinder schwierig. Dem sind sich auch österreichische Eltern bewusst: in der Erziehung sehen 89 Prozent der Bevölkerung das Thema Geldwirtschaft als wichtig an. 8 von 10 meinen, dass der Umgang mit dem Euro und den damit einhergehenden finanziellen Wünschen den Kindern von klein auf beziehungsweise spätestens ab dem Volksschulalter näher gebracht werden sollte. Ebenso viele sind der Ansicht, dass Taschengeld dafür ein geeignetes Mittel ist. Wie, wann und wieviel Euros dem Nachwuchs in die Hände gegeben werden, muss wohl überlegt sein.
 
Prioritäten beim Ausgeben und Sparen
Durch Taschengeld lernen Kinder den Umgang mit Geld, das geht aus einer aktuellen Integral-Umfrage im Auftrag der Erste Bank und Sparkassen hervor. Für jeweils 9 von 10 Österreichern sind relevante Motive für Taschengeld das Erlernen, das eigene „Geld einzuteilen“, „den Wert eines Geldbetrages einzuschätzen“, „Verantwortung zu übernehmen“ und den „unabhängigen Umgang sowie den Sinn des Sparens zu erkennen“. 8 von 10 meinen, dass die Kinder und Jugendlichen durch eigenes Taschengeld lernen, „Bedürfnisse aufzuschieben“, weil sie Prioritäten setzen und sparen müssten.
Rund dreiviertel der Bevölkerung ist der Ansicht, dass das „Geld für eigene Wünsche zur Verfügung zu haben“ und die „Entscheidungsbefugnis über eigenes Geld Konflikte reduziert“, auch wesentliche Faktoren für Taschengeld sind. Dass dem Nachwuchs die Euros allerdings gegeben werden, um einem gesellschaftlichen Anspruch zu genügen, ist nur für ein Drittel der Österreicher wichtig.

Altersgerechte Beträge und sinnvolle Tipps der Experten
Doch wieviel ist für welches Alter geeignet? „Es gibt eine einfache Formel: Bei Kindern empfehlen wir 30 bis 50 Cent multipliziert mit dem Lebensjahr des Kindes pro Woche. Bei Jugendlichen sind es 2 bis 3,60 Euro mal dem Alter des Teenagers pro Monat“, empfiehlt Philip List, Leiter des Erste Financial Life Park. Rechnet man die niedrigsten Werte mit der jeweiligen Bevölkerungsanzahl der Sechs- bis 19-Jährigen hoch, erhält man einen Betrag von rund 323 Millionen Euro pro Jahr, die als Taschengeld in Kinderhände fließen.
„Diese Hochrechnung muss man allerdings nüchtern betrachten, denn nicht jedes Kind bekommt wöchentlich oder monatlich Taschengeld. Dennoch lässt diese Summe aufhorchen. Denn wie Kinder damit umgehen und was sie damit machen, wird vor allem von den Eltern beeinflusst. Diese müssen ihre Sprösslinge im Umgang mit Geld schulen“, so List. Um Eltern eine Orientierung zu geben, haben Erste Bank und Sparkassen die wichtigsten Tipps rund um das Taschengeld zusammengestellt.

Diese sind: Taschengeld steht zur freien Verfügung und ist regelmäßig und pünktlich auszuzahlen. Kein Vorschuss und keine Nachzahlung von Taschengeld, dieses ist auch kein Erziehungsmittel, die Eltern sollten entsprechende Vorbildwirkung haben, Zusatzleistungen sollten gesondert behandelt werden, das Taschengeld ist nicht für die Grundbedürfnisse da und sollte grundsätzlich dem Standard der Familie entsprechen.

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red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 25.09.2017