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09. Dezember 2019

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Kampf der Giganten

Kampf der Giganten© Bilderbox.com

Walmart attackiert Amazon mit Start-Up für interaktive Kundenbewertungen. Im Fokus steht User Generated Content und Präferenzanalysen, so ein Bericht von PressetextAustria.

(PTA/red) Der US-Supermarktgigant Walmart kauft das israelische IT-Start-Up Aspectiva und will sich mit dem Spezialisten für interaktive Kundenbewertungen auf KI-Basis gegen Amazon stemmen. "KI bietet für den Handel riesige Chancen. Es ist dadurch leichter, sich an die Bedürfnisse von Kunden anzupassen und etwa auch Lieferungen besser zu kontrollieren", erläutert Stefan Hertel vom Handelsverband Deutschland im Gespräch mit PressetextAustria.

Unternehmenskäufe als Mittel gegen Amazon
Aktuell versucht Walmart Innovationen durch internationale Akquisitionen zu erreichen. Der Konzern hat dafür 2018 einen Großteil des Unternehmens Flipkart gekauft (Anm. das "indische Amazon"), bevor Amazon diesen Markt ebenfalls für sich erschloss. Auch in Israel war Walmart zuvor schon aktiv. So hat der Supermarkt in Team8 investiert, ein Unternehmen, das Start-Ups organisiert und finanziert. Aus Sicht von Handelsexperten zeigen diese Aktivitäten, dass Walmart es auf dem internationalen Markt mit Amazon aufnehmen will.

"Fast alle Aktivitäten auf dem Handelsmarkt sind momentan eine Reaktion auf Amazon. Die Marktmacht von Amazon ist unglaublich groß, allein in Deutschland läuft fast 50 Prozent des Online-Marktes darüber. Das Unternehmen hat den Anspruch, der kundenfreundlichste Anbieter der Welt zu sein“, so Joachim Stumpf, Geschäftsführer der BBE Handelsberatung gegenüber Pressetext. „Mittels tausender KI-Experten und künftige Entwicklungen wie Sprachsteuerung, Bilderkennung und Kaufverhaltensforschung wird in diesen Anspruch viel Arbeit gesteckt. Das System kennt dadurch die Bedürfnisse der Kunden, vielleicht sogar besser als die Kunden selbst", betont Stumpf.

Einkaufserfahrung weniger statisch
Stumpf ist allerdings skeptisch, ob Walmart mit Amazon mithalten kann: "Amazon ist für den Online-Handel die Benchmark, deswegen müssen sich alle zumindest daran orientieren. Unternehmen können aber auch andere Wege gehen und spezifische Nischen füllen. Was aber die reine Publikums- und Sortimentsbreite angeht, ist Amazon unübertroffen - zu versuchen, den Konzern nachzuahmen, ist für niemanden sinnvoll."

Unklar ist noch, ob Aspectiva einen neuen Service für Walmart entwickeln oder an existierenden Anwendungen arbeiten wird. Eine Anwendung analysiert etwa, welche Produkte Kunden beachten, wenn sie im Supermarkt auf dem Smartphone browsen oder Apps verwenden. Das Start-Up analysiert auch das Feedback von Konsumenten und vergleicht auf dieser Basis verschiedene Marken eines einzelnen Produktes miteinander. Die Einkaufserfahrung bei Walmart kann durch diese Anwendungen weniger statisch werden. Ezra Daya, CEO bei Aspectiva sieht das Ganze optimistischer: „Der Einzelhandel soll durch die Zusammenarbeit mit Walmart revolutioniert werden.“

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PressetextAustria/red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 07.05.2019