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14. Dezember 2017

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Eine Warnung vor der Inaktivitätsfalle

Eine Warnung vor der Inaktivitätsfalle© Bilderbox.com

Die Langzeitarbeitslosigkeit ist gegenüber Mai 2016 um acht Prozent gestiegen. Österreich sollte die skandinavischen Länder nachahmen.

Laut dem Thinktank Agenda Austria fördert ein unangenehmer Teufelskreis die Langzeitarbeitslosigkeit: Wer lange ohne Job ist, dessen Chancen auf eine neue Stelle werden immer geringer. "Daher ist es wichtig, dass im Verlauf der Zeit die Anreize steigen, einen neuen Job anzunehmen", erklärt Agenda Austria-Ökonomin Monika Köppl-Turyna. "Nicht umsonst ist es in fast allen europäischen Ländern so, dass die Geldleistungen für die Arbeitslosen mit der Zeit stufenweise abnehmen." In Österreich ist das nur ansatzweise der Fall, wie die aktuellen Zahlen zeigen.

Geringe Einkommensunterschiede

Die Unterstützung für Arbeitslose in Österreich ist, international gesehen, anfangs nicht besonders hoch. Im Unterschied zu anderen Ländern erhält eine Person auf Jobsuche hierzulande aber viel länger gleich viel Geld. Die – recht unübersichtliche – Kombination aus zunächst Arbeitslosengeld, dann Notstandshilfe und Mindestsicherung kann sehr lange bezogen werden; der Anreiz, einen neuen Job anzunehmen, ist damit niedriger als anderswo.
"Die Zahlungen an Arbeitslose in Österreich könnten anfangs sogar höher sein. Dann sollten sie aber schneller sinken", meint daher Ökonom Dénes Kucsera, "so wie das etwa auch in Skandinavien der Fall ist. Jetzt verführt die gleichbleibende Geldleistung dazu, zu lange keinen Job anzunehmen – das führt in die sogenannte Inaktivitätsfalle." Das sei gerade bei Arbeitslosen der Fall, die für ihre Kinder Zusatzzahlungen erhalten – der Einkommensunterschied zu einem Lohn könne dann oft recht gering sein. Dänemark, Finnland und Schweden hätten einen guten Mix aus guter Absicherung für Arbeitslose und genügend Arbeitsanreizen geschaffen. Das Ergebnis sei eine relativ geringere Zahl von Langzeitarbeitslosen. Hier könne sich laut Agenda Austria Österreich etwas abschauen.

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red/stem/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 11.07.2017