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22. April 2019

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Ein Leben ohne Internet geht gar nicht

Ein Leben ohne Internet geht gar nicht@Piqs.de/Steve Juvertson

Knapp die Hälfte der Menschen kann sich ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen. Kommunikative Vernetzung und Bildungseffekte als primäre Vorteile. Unterhaltungsbranche und Finanzwesen sollen am meisten vom Netz profitiert haben, so Ergebnisse einer aktuellen Cisco-Studie anlässlich 30 Jahre WWW.

Im März 1989 erstellte Tim Berners-Lee seinen Vorschlag für ein globales Hypertext-System, das er ein Jahr später „World Wide Web“ nannte. Mit dieser Innovation wurden die vielen bereits vorhandenen Informationen im Internet durchsuchbar und die stete sowie immer rasantere Entwicklung ermöglichte in Folge dann auch diverse kommerzielle und betriebswirtschaftsorientierte Nutzungs- und Vermarktungsformen.

Positiver Grundtenor
Das 1984 gegründete US-amerikanische Unternehmen Cisco ist eng mit dieser Genese verbunden. Der IT-Dienstleister für Netzwerktechnologie (Anm. Internet-Router) steht in Verbindung mit rund 80 Prozent des globalen Internet-Verkehrs. Anlässlich des Jubiläums wurden nun 10.000 Personen aus Europa, dem Mittleren Osten und Afrika zum Thema Internet befragt.
Rund 40 Prozent der Befragten können sich ein Leben ohne Netz nicht mehr vorstellen. Trotzdem das Netz erst 30 Jahre alt ist. Der Grundtenor der Umfrage ist generell positiv, das Internet habe schon viele Vorteile für die Gesellschaft erbracht und für 39 Prozent der Menschen ist die gemeinsame Vernetzung das Positivste daran. Mehr als ein Drittel (jeweils 35%) meinen, dies wäre bessere Kommunikation und die neue Art zu lernen.

Unterhaltungsbranche und Finanzwesen sollen am meisten profitieren
Wirtschaft und einzelne Branchen betreffend, haben laut Umfrage die Unterhaltungsbranche (39%) sowie das Finanzwesen am meisten vom Internet profitiert. 63 Prozent wünschen sich zukünftig vom Netz einen (noch) besseren Zugang zu Bildung und 57 Prozent zum Gesundheitswesen. Die primäre Nutzung beinhaltet Information (74 Prozent) und Unterhaltung (71) sowie Kontakt und Vernetzung mit Familie und Freunden (70 Prozent). Stark beeinflusst hat das Netz auch die Arbeitswelt.
Konform gehend mit den kontinuierlichen Innovationen und Verbesserungen, ist nun mit der Digitalisierung bereits die vierte große Phase in der Evolution des Internets angebrochen. Cisco sieht sich hier weiterhin in der Verantwortung und das betrifft nun Themen wie 5G, Industrie 4.0, IoT und IT-Security sowie die dazugehörigen Ausbildungsbereiche, so das Unternehmen in einer Aussendung. „Wir haben immer die Menschen und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt gestellt und so wollten wir auch in der aktuellen Umfrage von den Nutzern wissen, was sie primär mit dem Internet verbinden.“

Die vier Entwicklungsstufen des Internets
Auf den Start 1989 mit der Einläutung der ersten grossen Anwendung durch das WWW folgten laut Cisco vier relevante Phasen: als Erstes die Konnektivität, wo über Online-Vernetzung ein digitaler Zugriff auf Informationen ermöglicht wird. Im nächsten Abschnitt werden verbundene Wirtschafts- und Geschäftsprozesse digitalisiert und das führt wiederum zur elektronischen bzw. inernetgestützten Geschäftsabwicklung (E-Commerce) und zu vernetzten Liefer- und Wertschöpfungsketten.
Die dritte Phase betrifft die breite Durchdringung nahezu aller menschlichen Lebenswelten mit der Digitalisierung privat-sozialer und geschäftlicher Kontakte und dazu gehört auch nunmehr breite Nutzung über mobile Endgeräte. Als vierte und bis dato letzte Entwicklungsstufe werden nunmehr im Rahmen des Internets der Dinge (IoT) auch Objekte und Maschinen digitalisiert und mit Menschen, weiteren Prozessabläufen und Daten vernetzt. Das bedingt in Folge auch eine enorme Zunahme des Datenverkehrs, so parallele Erhebungen des Cisco Visual Networking Index (economy berichtete).

Die Cisco-Studie
Die Studie wurde zwischen Ende Februar und Anfang März 2019 von Unternehmend Opinion Matters durchgeführt. In Summe nahmen 11.070 Personen aus 11 Ländern in der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika daran teil. Alle durchgeführten Untersuchungen entsprechen den sogenannten MRS Verhaltenskodizes (2010) in Großbritannien und den ICC/ESOMAR World Research Guidelines. Opinion Matters ist beim Information Commissioner's Office registriert. Die Studie erfolgte im Einklang mit dem Data Protection Act (1998), so Cisco.

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 12.03.2019