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24. September 2021

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Digitale Transformation des Kunstmarktes nimmt Fahrt auf

Digitale Transformation des Kunstmarktes nimmt Fahrt auf© Galerie Czaak_Alfred Kornberger

Corona-Pandemie beschert Internet-Kunsthandel neue Rekordumsätze. Künstler und jüngere Sammler vernetzen sich über Social Media und machen sich unabhängiger von Galerien und Auktionshäusern. Digitale Kryptokunst etabliert sich zunehmend.

(Christian Czaak) Im Jahr 2019 wechselten Kunstwerke im Wert von 64 Mrd. US$ den Besitzer, für das Pandemiejahr 2020 wird ein Betrag von 50 Mrd. US$ ausgewiesen, trotz Wegfall wichtiger Kunstmessen wie Art Basel & Co.. Der Kunstmarkt ist schon lange zu einem globalen Geschäft geworden, wo neben den bis dato führenden Metropolen New York, London und punktuell Paris nun zunehmend auch Märkte in Asien (Hong Kong, Peking, Tokyo), einigen Arabischen Ländern sowie punktuell Russland und Brasilien relevant werden. Auf die USA, das Vereinigte Königreich (GB) und China entfallen 80 Prozent Marktanteil.

Zwei Häuser dominieren mit fünfzig Prozent des Auktionsgeschäfts
Bei Handel und Verkauf von Kunstwerken machen Auktionen einen großen Anteil aus. 2020 wurden hier im Segment Kunst und Antiquitäten knapp 18 Mrd. US$ umgesetzt (minus 30 Prozent ggü. 2019). Dazu kommt für 2020 der mit konservativ auf 4 Mrd. US$ geschätzte Bereich „Private Sales“, ein generell zunehmend wichtiger werdendes Segment für die Auktionshäuser. Auf die beiden größten Auktionshäuser Christie’s (Umsatz 2019: rund 4 Mrd.) und Sotheby’s (3,6 Mrd. 2019) entfällt ein Anteil von fast 50 Prozent am Auktionsmarkt.

Zeitgenössische und Modern Art boomt
Bei den Sparten war 2020 die Zeitgenössische und Moderne Kunst (Post War & Modern) mit einem Anteil von rund 15 Mrd. US$ oder 81 Prozent am Gesamtumsatz das einträglichste Segment. Die Impressionisten (in Österreich weitgehend die sog. Klassische Moderne von rund 1890 bis 1940) erlebten mit minus 50 Prozent einen weiteren massiven Rückgang - nachdem sie in den 1990er Jahren noch das wichtigste Segment war/en. Diese neuerliche Reduktion spiegelt einmal mehr auch einen Generationenwechsel bei den Kunstkäufern wider, wo bei jüngeren Zielgruppen eben nun Zeitgenössische und (immer mehr auch) Moderne Kunst angesagt ist. Digitale Kunstformen erhalten dabei eine immer größere Bedeutung.

Verdoppelung des Umsatzes und Verdreifachung des Anteils
Zu einem Höhenflug setzte 2020 der Kunsthandel im Internet an: Mit über 12 Mrd. US$ verdoppelte der Onlinehandel den Umsatz gegenüber 2019. Hier wurden noch rund 9 Prozent des Gesamtumsatzes generiert, 2020 waren es bereits 25 Prozent, also nahezu eine Verdreifachung. Allein im Segment der bildenden Kunst wurden rund 22 Prozent der Verkäufe online abgewickelt, eine Verdoppelung gegenüber 2019. Eine immer wichtigere Rolle spielen dabei die Sozialen Netzwerke und hier besonders Instagram, das bereits von einem Drittel der Sammler genutzt wird. Der Online-Handel betrifft überwiegend niederpreisigere Werke, Verkäufe über eine Million US$ machen nur 6 Prozent aus. Hochpreisige Werke werden weiter abseits des Internets gehandelt.

Vermögende Sammler kaufen immer öfter über das Internet
Noch. Umfragen bei Kunstsammlern mit einem Millionen-Vermögen zeigen, dass 50 Prozent von ihnen bereits Kunst im Internet gekauft haben. Knapp 70 Prozent davon allerdings „nur ungern“, sie bevorzugen primär den physischen Kontakt. Im Jahr 2020 haben in Summe 90 Prozent (!) der vermögenden Sammler einen Online-Verkaufsraum einer Kunstmesse oder Galerie besucht und 45 Prozent davon kauften auch. 72 Prozent wünschen sich dabei übrigens eine transparentere Auspreisung der angebotenen Kunstwerke.

Wenige Player dominieren globalen Kunstmarkt
In Relation zu den enormen Handelssummen (und Ertragsspannen) teilen sich diesen Markt nur wenige Player auf. Es sind ein paar Auktionshäuser wie Sotheby‘s, Christie‘s und punktuell Bonhams, ein paar Spitzengalerien wie der Österreicher Thaddaeus Ropac, der deutschstämmige David Zwirner (New York), Sprüth Magers (Berlin), Larry „Gogo“ Gagosian (New York), White Cube (London) oder Hauser Wirth (Zürich) und weltweit etwa 2.000 vermögende Sammler.

Hochpreisige Ware
Galerien, Top-Sammler und punktuell Museumseinkäufer (mit ihren zunehmend schwindenden Ankaufsbudgets) treffen sich dann noch auf Kunstmessen wie der Art Basel mit ihren Filialen in Miami und Hong Kong, wo nach strengen Auswahlkriterien maximal 500 Galerien aus der ganzen Welt zugelassen sind. Der erlauchte Kreis handelt sodann nahezu ausschließlich Künstler mit Werkpreisen ab allermindestens 250.000,- US$ aufwärts. Andere Kunstmessen wie etwa eine Art Cologne in Köln, eine Art Karlsruhe oder gar Österreichische Messeformate spielen bei hochpreisigen (und weitgehend auch bei internationalen) Kunstwerken nahezu keine Rolle.

Kunstdatenbanken listen 800.000 Künstler mit Auktionsergebnissen
In Kunstdatenbanken wie ArtPrice oder ArtNet sind 800.000 Künstler gelistet. Nur rund 1.000 Künstler davon erreichen bei Auktionen mehr als 500.000 je Werk. Das entspricht etwas mehr als 0,1 Prozent. Der Toppreis für einen Arnulf Rainer liegt vergleichsweise bei 209.000, sein Gesamtumsatz bei Auktionen bei 3,3 Mio. Das teuerste versteigerte Werk von Franz West kostete 490.000 (Gesamtumsatz 3,85 Mio.), Gustav Klimt liegt bei 800.000 (Gesamt 4,3 Mio.) und Egon Schiele als bester Österreicher mit Platz 99 im Ranking bei 14,1 Mio. und 21,3 Mio. Gesamtumsatz bei Auktion. Alle Stände aus 2020 und gerundet in US$ ohne die bei Auktionen üblichen Käuferprovisionen in Höhe von bis zu 30 Prozent.

Die umsatzstärksten Künstler
In Deutschland liegt ein Martin Kippenberger bei rd. 5 Mio. für ein Einzelwerk und 13,7 Mio. Gesamtumsatz Auktionen, ein Anselm Kiefer bei 4 Mio. (13,7 Mio. Gesamt) und Gerhard Richter, der teuerste lebende Maler, bei 20,5 Mio. für ein Einzelwerk und 130 Mio. Gesamtumsatz. Die global auktionsumsatzstärksten drei Künstler sind Pablo Picasso mit rd. 55 Mio. für ein Einzelbild und einem Gesamtumsatz von 346 Mio., weiters Claude Monet mit 110 Mio. für ein Einzelwerk (298 Mio. Gesamt) sowie Andy Warhol mit 53 Mio. für eine Einzelarbeit und 228 Mio. Gesamtumsatz bei Auktionen. Alle Beträge ebenso in US$ und ohne Käuferprovision.

Die jüngeren Künstler in Auktionen
Zum Vergleich noch Ergebnisse und Ranking aus Auktionen für jüngere Künstler unter 40 Jahren: Hier führt Njideka Akunyili Crosby (geb. 1983) mit 1,93 Mio. US$ für eine Einzelarbeit über Christie’s New York vor Liang Hao (1983) mit 1,85 Mio. über Sotheby’s Hong Kong und Avery Singer (geb. 1987) mit 0,73 Mio. für ein Einzelwerk über Sotheby’s New York. Nate Lowman (geb. 1979) liegt mit 0,35 Mio. US$ für ein Einzelwerk über Sotheby’s New York auf Platz 10. Die Angaben für die jüngeren Künstler sind die letztverfügbaren Stände aus 2018, ebenso ohne Käuferprovisionen.

Der große Rest
Alle Ergebnisse bzw. Verkäufe der jüngeren Künstler wurden über Christie’s oder Sotheby’s erzielt. Die Kunstdatenbanken ArtPrice und ArtNet weisen 800.000 Künstler mit Auktionsergebnissen aus. 800.000 Künstler gibt es aber allein schon in Europa (Quelle: Statistik-Fachportal Statista) und auch das scheint ein zu geringer Wert. 203.000 Künstler sind es allein in Österreich (80.000) und Deutschland (123.000), hochgerechnet auf 47 Staaten müsste dieser Wert in die Millionen gehen. Und hochgerechnet auf die 194 Länder der Erde ergibt sich dann mit Sicherheit ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag.

Millionen Künstler nicht berücksichtigt
In Relation mit dem Kunstmarkt und den 800.000 ausgewiesenen KünstlerInnen mit Auktionsergebnissen bedeutet das: Millionen von Künstlern haben und finden keinen Zugang zu den klassischen Verkaufsplattformen. Bis dato. Die eingangs angeführten Entwicklungen beim massiven Zuwachs der Verkäufe über Online-Plattformen und Social Media und vor allem der über die Neuen Medien ermöglichte direkte Kontakt zwischen Produzenten bzw. Künstler und Sammler bzw. Käufer läuten einen Epochenwandel ein.

Die Oberfläche der unsichtbaren Tiefen
Experten wie Farbod Sadeghian, Gründer der Digitalen Auktionsplattform artèQ, sprechen bereits von der Demokratisierung des Kunstmarkts dank Online-Kanäle und Social Media. „Für Künstler war die Vermarktung bis jetzt eine Kunst für sich. Gatekeeper wie Kuratoren und Galeristen bestimmen, welche Künstler teilhaben und welche zusehen müssen. Sammler und Kunstliebhaber schöpften entsprechend nur an der Oberfläche der unsichtbaren Tiefen der Kunstwelt“, so Sadeghian, der selbst auch Kunstsammler ist (siehe Bericht „Nicht Gatekeeper bestimmen den Erfolg, sondern der Markt“).

Enormer Anstieg bei jungen Online-Bietern
Dem Trend zum Online-Handel und der Affinität jüngerer Zielgruppen zu den Neuen Medien beginnen auch die führenden Auktionshäuser stärker zu begegnen. 2020 setzte Sotheby’s mit 362 Onlineauktionen bereits 530 Mio. US$ um und über weitere einzelne Live-Auktionen 283 Mio. US$. Konkurrent Christie’s erzielte mit Live-Auktionen 341 Mio. US$ und erreichte damit eigenen Angaben zufolge 35 Prozent neue Käufer. Die Anzahl der Online-Bieter verdreifachte sich und dieser Anstieg betraf insbesondere jüngere Käuferschichten unter 40 Jahren, die mittlerweile einen Kundenanteil von rund 25 Prozent ausmachen.

Social Media als neuer Vertriebskanal und Digitale Kunst
Parallel zum Anstieg des Online-Handels und mit zunehmender Beliebtheit der Sozialen Medien als neuen Vertriebskanal nimmt auch die Digitalisierung der Kunst zu. Dazu gehören eigens geschaffene Digitalkunstwerke, wie das zuletzt über Christie’s und Marketplace versteigerte „Everdays“ des Digitalkünstlers Mike „Beeple“ Winkelmann, ein 21.000 x 21.000 Pixelgroßes Bild aus 5.000 sog. Tagesbildern, das um 100,- US$ aufgerufen wurde – und nach 353 Geboten um 70 Mio. US$ verkauft wurde. Bereits davor wurde die zehnsekündige Videoarbeit „Crossroads“, eine Persiflage Winkelmanns auf Trumps Wahlniederlage, über die Online-Plattform Niftey Gateway um 6,6 Mio. US$ versteigert.

Blockchain und NFTs machen ein klassisches Original
Ein zentrales Element der neuen Digital- oder auch Krypto-Kunst ist (neben Motiven und Themen) die neue Blockchaintechnologie. Sogenannte NFTs (Non-Fungible-Tokens bzw. "Nicht Austauschbare Wertmarken") machen aus dem Digitalwerk ein singuläres einmaliges Original, das weder kopierbar oder zu fälschen ist - gleich wie physische Originale klassischer Kunstwerke. Die Eigentümerschaft in der Etherium-Blockchain bleibt dauerhaft vermerkt. Und etwaige Weiterverkäufe werden dann ebenso über die Blockchain und NFTs sicher und vergleichsweise transparent eingetragen. Jede/r KäuferIn bekommt mit einem sogenannten Wallet eine Art Digitales Konto.

Die digitale Reproduktion klassisch analoger Kunst
Ein weiterer Trend in diesem Kontext ist die Digitalisierung von klassischer analoger Kunst. Die neue Plattform artèQ etwa bietet ihren Künstlern auch die professionelle digitale Reproduktion von Ölbildern an oder mittels moderner 3D-Technologien auch von Skulpturen. Hier können dann beispielsweise auch preisgünstigere digitale Editionen entstehen, die über NFTs und Blockchain bei Auflage und sonstiger Daten exakt, transparent und sicher definiert werden. Und mit diesen Editionen können dann auch jüngere Zielgruppen das digitale Abbild teurer Spitzenbilder preisgünstig(er) erwerben oder auch einzelne Anteile an Millionen-teuren Blue-Chip Werken, etwa von Picasso oder Warhol.

Für und wider bei Digitalen Marktplätzen
Sammler und artèQ-Gründer Sadeghian sieht hier insbesondere eine große Chance für Künstler, denen die Teilhabe an den klassischen Kunstverkaufskanälen bisher verwehrt geblieben ist. „NFTs sind die Brücke zwischen analoger und digitaler Kunst. Zusammen mit digitalen Auktionsplattformen schaffen sie für Künstler, Sammler oder auch Kunstinvestoren einen demokratischen und sicheren Raum zur Monetarisierung kreativer Arbeit. Nicht die Selektion durch Mittelsmänner bestimmt wer Erfolg hat, sondern der Zuspruch des Marktes“, betont Sadeghian.

Manipulativer Hype
Neben Befürwortern digitaler Kunstformen und ihrer Marktplätze gibt es auch Kritiker. Aram Bartholl, Professor für digitale Kunst in Hamburg sagt in einem Gespräch mit dem NDR: „Digitale Kunst gab es auch schon vorher, inklusive Galerie-Zertifikat. Corona hat den klassischen Kunstmarkt ausgetrocknet und nun wird dieser Hype gezielt gschürt“. Bartholl nennt die Versteigerung von „Everydays“ um 70 Mio. U$ als Beispiel. „Der Künstler Martin „Beeple“ Winkelmann ist Anteilseigner der Firma, die sein Kunstwerk gekauft hat. Das ist vergleichbar mit Damien Hirst, der sein eigenes Werk kauft, um den Preis hochzutreiben. Das ist also nichts Neues, die Manipulation der Märkte gibt es auch in der klassischen Kunst“.

Galeristen steigern im Hintergrund mit
Bartholls Manipulationsvergleich mit der klassischen Kunst stimmt nur bedingt. Es ist richtig und zumindest in der Branche bekannt, dass Galeristen in Auktionen bei Werken ihrer Künstler mitbieten und das versteckt über Mittelsmänner oder zumindest „nicht im Saal“ über kaufbeauftragte Sensalen. Damit soll das Bild nicht unverkauft „liegen bleiben“ oder eben der Marktpreis gesteigert werden – und zumeist eine für vermögende Trophäensammler relevante Preis-/Wert-Grenze erreicht werden. International gelten hier rund 1 Mio. US$, in Österreich sind es rund 100.000 Euro.

Blockchain und Tokens bringen Transparenz in Kunstmarkt
Diese manipulativen Vorgänge liefen bis dato entsprechend intransparent und schwer überprüfbar ab. Blockchain und die Non-Fungable-Tokens (NFTs) bringen hier nun aber mehr Transparenz und Sicherheit rein. Die Eigentümerschaft der Tokens ist klar (und abgesichert) in der Blockchain hinterlegt, dazu gibt es mit den Wallets der Käufer klar zuordenbare (digitale) Konten. Und dieses System gilt bei/für jeden (Weiter)Verkauf eines Kunstwerks. Und falls ein „Strohmann“ ein Digitales Konto und NFTs für einen Galeristen übernimmt, dann ist zumindest der Strohmann inklusive Daten für etwaig weitere Recherchen einsehbar.

Die ökonomische Skepsis klassischer Auktionshäuser
Klassische Auktionshäuser analoger Kunst sind (noch) skeptisch betreffend Chancen digitaler Kunst auf dem Kunstmarkt. Im Gespräch mit dem NDR sorgt sich Robert Ketterer, Chef des traditionellen Auktionshauses Ketterer in München, vor allem um den technischen Aufwand um ein Bild zum digitalen Original zu machen und es mit dem Namen seines Besitzers zu verknüpfen. Dieser sei „gigantisch“ und mit „heutiger Technik daher auch nicht für Auktionen interessant“. Ketterer sieht Transaktionskosten wie auch ökologische Belastungen „als zu hoch und das alles spricht nicht für eine Marktreife“, so der Auktionshauschef zum NDR.

Vielfältige digitale Auktionsformate und Kunstwerkformen
Mitentscheidend sei aber, ob die großen Auktionshäuser einen Markt sehen – und dann mitmachen. Diese Entscheidung ist mit der erwähnten Versteigerung von „Everydays“ über Christie’s allem Anschein nach schon gefallen. Die neuen Auktionsformate bedienen auch Künstler anderer Genres. Die kanadische Sängerin und Multimedia-Künstlerin Grimes hat kürzlich über die NFT-Auktionsplattform Nifty Gateways ihre Kollektion „War Nymphs“ mit Songs, digitalen Gemälden und animierten Clips um rund 6 Mio. US$ verkauft bzw. versteigert, so ein Bericht des Magazins t3N.de. Zu haben waren zwei Animationen in einer Gesamtauflage von 9.999 Stück zum Einzelpreis von 7.500 US$, verschiedene kleine Gemälde um jeweils 20 US$ und zwei größere Gemälde.

Digitale Transformation bringt Demokratisierung des Kunstmarktes
Angaben zufolge wurden von den Animationen jeweils 300 bis 400 Stück verkauft, von den kleinen Gemälden 100 Stück und die zwei großen wurden über eine sogenannte stille Auktion veräußert. Bei diesem Auktionsformat geben Interessenten nur ein Gebot ab und die zehn höchsten erhalten den Zuschlag für jeweils ein Kunstwerk. Angaben zufolge wurden bis zu 111.000 US$ geboten. 100 Stück kleine Gemälde um 20,- und 400 Stück Animationen um 7.500,- und 2 Stück große Gemälde um +/- 100.000,- ergeben in der Tat ein demokratisches Bild aus Kunstkäufern verschiedener Interessen und Finanzmöglichkeiten. Nach der digitalen Transformation von Medien und Musikbranche (und Handel) hat nun die digitale Transformation des Kunstmarktes begonnen. (red/czaak)

(Anm. der Redaktion zu Quellen: Ein Großteil der angeführten Zahlen und Daten stammt aus dem jährlichen Kunstmarkt-Report von Art Basel und der Schweizer Bank UBS sowie von den Kunstportalen ArtPrice und ArtNet. Die Eindrücke und Zitate von Bartholl und Ketter stammen aus einem Interview mit dem Nord-Deutschen-Rundfunk/NDR. Das Beispiel der Künstlerin Grimes kommt aus einem Bericht von t3N.de).

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 30.04.2021