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27. Januar 2023

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„Das zeigt erfahrungsgemäß immer große Wirkung“

„Das zeigt erfahrungsgemäß immer große Wirkung“© Kapsch BusinessCom

Digitale Innovation ist zum unverzichtbaren Bestandteil betrieblicher Transformation geworden. Jochen Borenich, Mitglied des Vorstands bei K-Businesscom, erläutert im Gespräch mit economy relevante Parameter für eine erfolgreiche Umsetzung.

Economy: Welche IT-Dienste sind derzeit gefragt?
Jochen Borenich: Einmal alles für hybrides Arbeiten, das sind Cloud-Infrastrukturen wie etwa Microsoft Azure, aber auch darauf aufbauende medienübergreifende Anwendungen und Office Management. Dann Lösungen für effizientes Energiemanagement, besonders in der produzierenden Industrie.

Das ist sicher besonders aktuell.
Ja, und neben den radikal gestiegenen Energiekosten mit Auswirkungen auf die Kalkulation von Fertigungen müssen Entscheider auch Klimaauflagen berücksichtigen. Der grüne Fußabdruck wird beispielsweise für Auftragsvergaben an Lieferanten oder bei Kapitalvergaben immer wichtiger.

Wo setzen Sie bei der Umsetzung an?
Unser Lösungsansatz für Industrie und Mittelstand ist immer datengetrieben. Wir optimieren Energieverbrauch und -kosten über ganze Produktionsketten und verknüpfen etwa Energiedaten, Maschinendaten und Betriebsdaten. Das zeigt erfahrungsgemäß große Wirkung.

Lässt sich das in harten Zahlen messen?
Wir reden von Einsparungen bis zu 40 Prozent in traditionellen Anlagen. Hitze, Kälte oder Druckluft liefern hier wichtige Ansatzpunkte. Die intelligente Vernetzung von Maschinen und Prozessen mit der daraus resultierenden Datenanalyse zeigt immer das Potenzial.

Basis für Digitalisierung ist die technische Infrastruktur. Was gilt es hier zu beachten?
Hier geht der Trend klar zu Cloud-Services. Sie sind wegen ihrer Dynamik und Skalierbarkeit Basis für viele Innovationen wie Automation, Data-driven-Business oder Digital Business Services. Cloud-Dienste können bedarfsorientiert flexibel genutzt werden und um Aspekte wie passende Technologie, Sicherheit und Verfügbarkeit kümmert sich der Anbieter. Damit ist auch der administrative Aufwand gering.

Wie schaut die Kosten-Nutzen-Rechnung aus?
Die Kosten richten sich nach dem tatsächlichen Bedarf. Fixkosten für Investitionen in IT-Infrastruktur werden ersetzt durch variable Cloud-Nutzungskosten. Wichtig ist der richtige Anbieter für die Cloud-Transformation und die exakte Analyse der Anforderungen.

Was gehört da dazu?
Welche Art Cloud ist am besten geeignet? Welche Infrastrukturen, Anwendungen und Services gehören in die Cloud?
Was passiert mit Services, die nicht für die Cloud geeignet sind?

Wir unterstützen unsere Kunden vom ersten Schritt an bei dieser Reise.
Stichwort noch optimierte Wertschöpfungsketten über Abteilungen und Standorte hinweg sowie branchenübergreifende Plattformen für neue Geschäftsmodelle.
Wir sehen darin einen großen Mehrwert und sind deshalb in ständigem Austausch mit anderen Unternehmen innerhalb, aber auch außerhalb unserer Branche. Wir arbeiten gemeinsam an Lösungen für unsere Kunden, immer öfter auch in Bezug auf gesellschaftlich relevante Themen wie etwa Nachhaltigkeit oder Klimafragen.

Können Sie ein Beispiel nennen?
Unser Kunde Global Blue, wo wir die intelligente Nutzung von Büroinfrastrukturen umgesetzt haben. Das bringt Verbesserungen für Mitarbeiter, reduzierte Kosten für das Unternehmen und ermöglicht generell ökonomische Nachhaltigkeit im Bau von Firmengebäuden.

Bedeutet das alles auch neue Anforderungen als IT-Dienstleister?
Wir sehen uns schon lange nicht mehr als reiner IT-Dienstleister. Wir sind Business-Engineers, müssen Prozesse und betriebliche Abläufe verstehen und lassen uns dazu auch Produktionsketten vor Ort in der Fabrik erklären.

Das spiegelt eine veränderte Erwartungshaltung des Marktes.
Kunden erwarten schnelle, passgenaue Lösungen auf Basis modernster Technologien. Auch bei klassischen IT-Projekten wie etwa Netzwerke gibt es neue Anforderungen. Digitalisierungsvorhaben spielen auch hier eine große Rolle und alle Faktoren müssen individuell betrachtet werden.

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 25.10.2022