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17. August 2022

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Darauf kommt es nun an

Darauf kommt es nun an© Salesforce

Skills und Speed und messbare Ergebnisse als Leitwährung bei IT-Projekten. Ein Expertenkommentar von Martin Hofmann, Senior Vice President Strategic Customer Transformation & Innovation bei Salesforce.

Eine erfolgreiche digitale Transformation produziert mehr Energie, als sie verbraucht. Deshalb ist die Umsetzungsgeschwindigkeit neuer Projekte auch in der IT wichtiger denn je. Niemand hat mehr Zeit oder Geduld auf die Umsetzung von 3-Jahres-Plänen zu warten. Unternehmen benötigen 90-Tages-Projekte, die schnell zu sichtbaren Ergebnissen führen. Geschwindigkeit und Ergebnisse sind das neue Traumpaar.

Das Lego-Prinzip hat Hochkonjunktur
Lange Roadmaps sollten hierzu konsequent in kleine Abschnitte aufgeteilt werden, die jeweils spürbare Auswirkungen auf den Geschäftserfolg haben. Kurzfristige, messbare Erfolge bringen nicht nur das Unternehmen nach vorne, sie wirken auch als eine Art motivierender Katalysator auf das Team. Motivation, Kreativität und ein gesteigertes Engagement sind entsprechend wichtige Faktoren für eine erfolgreiche Umsetzung der digitalen Transformation von Unternehmen quer durch alle Branchen.

Die Betriebe müssen dabei das Rad nicht neu erfinden, sie haben aber auch keine Zeit, darauf zu warten, dass Software- und Lösungsanbieter neue Releases für genau die Anforderungen liefern, die gerade jetzt aktuell sind. Deshalb brauchen sie Analytics- und Integrations-Umgebungen, die ihnen nach dem Lego-Prinzip Bausteine und Baupläne liefern, um ihre Herausforderungen selbst schnell zu lösen.

Es lebe das Insourcing
Eine Variante sind plattformbasierte Architekturen, die in Kombination mit sogenannten Low Code-Anwendungen jene Flexibilität und jenes Tempo ermöglichen, die heute unverzichtbar sind. Im Sinne schneller Erfolge sollten Unternehmen das Beste aus beiden Welten verbinden. Nach dem Start mit einer Cloud-Plattform im jeweiligen Standard, können sie ihre Energie in die Entwicklung von Anwendungen für spezifische Anforderungen investieren.

Unternehmen sollten auch stärker auf den Aufbau eigener IT-Kompetenzen setzen, um die Herausforderungen in Sachen Umsetzungstempo und -fähigkeit erfüllen zu können. Gefragt sind insbesondere kleine, flexible IT-Teams, die in erster Linie Skills in Sachen Analytics und Datenintegration brauchen.

Abschied von der 100 Prozent-Doktrin
Das Know-how in Sachen Technologie und Daten muss dann über die IT-Abteilung hinaus weiter in das Unternehmen getragen werden. Vertrieb, Marketing, Service, aber auch Bereiche wie HR, Einkauf und Supply Chain - überall bieten sich enorme Chancen, mehr aus vorhandenen Datenpools herauszuholen. Das erfordert ein Zusammenspiel von IT und Fachabteilungen und das kann nur gelingen, wenn auf allen Seiten eine konstante sowie qualitativ hochwertige und aktuelle Datenbasis vorhanden ist. 

Zeit für absolute Perfektion gab es auch früher nie wirklich, und auch die Notwendigkeit bestand in den seltensten Fällen. Jetzt ist die Zeit der 100 Prozent-Doktrin jedoch endgültig abgelaufen. Digitale Transformation und Innovation kann nur funktionieren, wenn sie spürbare Ergebnisse liefert. Diese Ergebnisse müssen Teams wie Kunden gleichermaßen begeistern. Gefragt sind also schnelle Erfolge, die alle Beteiligten motivieren, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Auch wenn sie nur 90 Prozent der ursprünglichen Anforderungen erfüllen. 

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Martin Hofmann, Economy Ausgabe Webartikel, 28.02.2022