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02. Juli 2022

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„Auf Unternehmen kommt hier viel Arbeit zu“

„Auf Unternehmen kommt hier viel Arbeit zu“ © Pexels.com/pixabay

Nur jeder dritte Mittelstandsbetrieb hat eine Strategie für die Bereiche Nachhaltigkeit und Klima. Ein Drittel plant und rund ein Drittel hat keinen Maßnahmenplan, so eine neue Studie von EY.

(red/czaak) Nur jedes dritte mittelständische Unternehmen in Österreich verfügt aktuell über eine strukturierte Nachhaltigkeitsstrategie. Nach eigenen Angaben haben laut einer EY-Umfrage 33 Prozent eine schriftliche Nachhaltigkeits- und Klimastrategie. Ein weiteres Drittel will eine derartige Strategie in den nächsten zwei Jahren erarbeiten. 37 Prozent der befragten Unternehmen verfügen über keine Nachhaltigkeits- oder Klimastrategie und beabsichtigen das auch nicht innerhalb der kommenden zwei Jahre. Das sind die Ergebnisse einer Studie von EY, für die über 600 Verantwortliche von mittelständischen Unternehmen (Anm. 30 bis 2.000 Mitarbeiter) in Österreich befragt wurden.

„Das Ergebnis zeigt auch den hohen Handlungsbedarf bei vielen Betrieben. Es sind zahlreiche Gesetzesinitiativen in Planung, etwa die Corporate Sustainability Reporting Directive, kurz CSRD, für die künftig ein verpflichtendes Nachhaltigkeitsreporting vorgesehen ist oder auch die EU-Taxonomie für eine verpflichtende Darstellung grüner Umsätze oder Investitionen“, sagt Georg Rogl, Leiter Climate Change and Sustainability Services bei EY. „Auf Unternehmen kommt hier in den nächsten Monaten viel Arbeit zu“, betont Rogl.

Nachhaltigkeit wird auch als Chance gesehen
Fast jedes zweite Unternehmen in Österreich (47 Prozent) erkennt jedoch auch Chancen hinsichtlich der Auswirkungen des Klimawandels auf das eigene Geschäftsmodell. Der Anteil der Unternehmen, die den Auswirkungen positiv gegenüberstehen, ist damit im zweiten Jahr in Folge gestiegen. 2020 lag er noch bei nur 26 Prozent, im vergangenen Jahr schon bei 33 Prozent. Auch der Anteil der Betriebe, die im Klimawandel ein Risiko für das eigene Geschäftsmodell erkennen, ist gegenüber dem Vorjahr von 14 auf 18 Prozent gestiegen.

Sehr optimistisch eingestellt sind der Gesundheitssektor (55 Prozent), gefolgt von Unternehmen aus Transport, Verkehr und Energie (52) sowie Finanzdienstleister (51). Etwas pessimistischer sehen es Unternehmen aus besonders emissionsintensiven Branchen wie etwa die Industrie (45), der Immobilien- und Bausektor (40) oder auch die Tourismusbranche (40 Prozent). „Damit Österreich klimaneutral werden kann, ist ein Schulterschluss zwischen Wirtschaft, Gesellschaft und Politik erforderlich. Jeder Betrieb wird seinen Beitrag zur Klimaneutralität leisten müssen“, so das Resümee der Berater von EY.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 21.06.2022