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09. Dezember 2019

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Referenzen für die Stadt der Zukunft

Referenzen für die Stadt der Zukunft © T-Systems - Harald Hummel

Eindämmung der Luftverschmutzung, Reduktion der Energiekosten, Ökonomie bei Abfallbeseitigung und Innovation bei Wartungsthemen als Schwerpunkte bei T-Systems Veranstaltung zum Thema Smart City.

(red/czaak) „Smart“ ist mittlerweile ein gängiges Wort für nutzenorientierte Anwendung neuer Technologien und das betrifft zunehmend auch Städte und kommunale Einrichtungen. Immer mehr entsprechende Institutionen und Verwaltungen beschäftigen sich mit der Idee der „Smart City“ und das war auch der thematische Schwerpunkt bei einer Veranstaltung von T-Systems Austria.

Vier praxisorientierte Lösungen für die smarte und digitale Stadt
Unter dem Motto “Let´s Power Higher Performance” legten die Business-IT-Experten von T-Systems gemeinsam mit 16 weiteren IT-Unternehmen einen besonderen Fokus auf dieses Thema. Im Einzelnen vorgestellt wurden der sogenannte Smart City Tree und das „Smart Air Quality Monitoring“ für bessere Luft sowie „Smart Street Lighting“ für geringeren Energieverbrauch und gemeinsam mit der T-Systems Schwester Magenta Telekom das „Smart Waste Management“ für eine optimierte Abfallbeseitigung.

Im direkten Einsatz ermöglichen diese primär datengetriebenen Anwendungen Lösungen für eine intelligentere Verkehrsplanung, weniger Emissionen sowie einen energieeffizienten Einsatz. Präsentiert wurde auch die technologische Basis für eine smarte Zukunft, wie Multi Cloud- und Managed Infrastructure-Angebote, dazu sichere, leistungsstarke und intelligente Netzwerke und -Architekturen sowie Securitylösungen, Industrie 4.0 und IoT-Anwendungen.

Luftverschmutzung messen und eindämmen
Luftverschmutzung ist vor allem in Städten ein drängendes Problem. Für eine Verbesserung der Luftqualität müssen Daten gezielt gemessen und ausgewertet werden. Eine Lösung bietet der Smart City Tree, der Bio-Luftfilter und Internet der Dinge (IoT) verbindet. Der bis zu vier Metern hohe Smart City Tree filtert mit 1700 Mooskulturen Schadstoffe wie Feinstaub und Stickoxide aus der Luft heraus und absorbiert dadurch die Feinstaubpartikel von über 400 Pkw.
Angaben zufolge kann damit die Luftverschmutzung um bis zu 30 Prozent eingedämmt werden. Inkludiert beim City Tree ist neben einer Bank für Fußgänger auch ein WLAN-Hotspot, eine Plattform für Online-Werbung sowie E-Bike-Ladestationen. Steuerung und Wartung erfolgen vollautomatisiert mittels einer IoT-Lösung.

Transparente Luftqualität
Eine weitere präsentierte Anwendung war das sogenannte Smart Air Quality Monitoring. Hier werden Umweltwerte, wie UV-Strahlung oder Feinstaubbelastung gemessen und die Luftqualität in Städten transparent gemacht. Hochsensible Sensoren identifizieren dabei Schadstoffe, Gaskonzentrationen und Umweltgifte. Die Hardware ist leicht zu installieren und die Kosten liegen Angaben zufolge weit unter einer herkömmlichen Überwachungsstation.

Strom sparen mittels smarter Beleuchtung
Die Straßenbeleuchtung in Städten verursacht bis zu 40 Prozent der Stromkosten. Richtet sich die Beleuchtung jedoch eigenständig nach den Lichtverhältnissen, können Verbrauch und Kosten erheblich reduziert werden. Bei einer smarten Straßenbeleuchtung erkennt die Lichtquelle, welches Licht in welchem Umfang benötigt wird. Darüber hinaus vereinfachen derartige Anwendungen Wartung und Reparaturen.

Über Sensoren werden Lichtmasten aber nicht nur intelligent, sondern wichtiger Zusatzbaustein der städtischen Infrastruktur, um diese mit neuen Funktionalitäten zu erweitern. Dies beginnt bei Lade- oder Luftmessungsstationen und reicht bis hin zu Kameras und WLAN-Hotspots. Die smarte Beleuchtung reduziert Angaben zufolge die Stromkosten um bis zu 70 Prozent, verringert um bis zu 15 Prozent die Wartungsaufwände und mittels einer Cloud-Lösung kann auch die Kommunikation entsprechend beschleunigt werden.

Mülltonne voll, bitte entleeren
Für eine effiziente Müllentsorgung soll dann das sogenannte Smart Waste Management sorgen, wo Sensoren selbständig Füllstand und Gewicht der Mülltonnen messen. Der Status ist online in Echtzeit einsehbar. Abfallwirtschaftsbetriebe können so die Routen dem tatsächlichen Bedarf anpassen und Kosten für die Entsorgung besser kalkulieren und reduzieren. Die T-Systems Schwester Magenta Telekom stattet derzeit das Entsorgungsunternehmen Saubermacher mit Hightech-Sensoren aus, die über die Funktechnologie NB-IoT (Anm. Narrowband als spezielle Netzwerktechnologie) übertragen (economy berichtete).

Für die Nutzer ergeben sich dabei über eine „Bürger-App“ verschiedene Service-Möglichkeiten. Ist die Tonne etwa voll, erscheint der nächste geplante Abholtermin durch Saubermacher. Ist dieser zu weit entfernt, kann eine Zwischenentleerung veranlasst werden. Die App warnt auch bei kritischen Temperaturwerten zur Einleitung von Sicherheitsmaßnahmen. Auf dieser Daten-Basis kann dann die gesamte Tourenplanung des Unternehmens dynamisch gestaltet werden.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 02.09.2019