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04. Dezember 2020

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Innovation durch Kooperation

Innovation durch Kooperation © T-Systems Austria

Der technische Fortschritt bestimmt den betrieblichen Alltag. Markt und Wettbewerb fordern Allianzen. Ein Expertenkommentar von Markus Berger, Digital Solutions Sales bei T-Systems Alpine.

Aus Sicht es Digital Engineering stellt sich oft die Frage, auf welche Technologien man setzen soll und welche Fokusthemen ich für bestimmte Branche sehe. Auch wenn es zuerst unhöflich wirkt: „Falsche Frage!“ Es geht nicht darum, zwangsweise Blockchain, Artificial Intelligence oder beliebig andere Buzzwords im Unternehmen einzuführen. Es geht, wie schon seit Jahrzehnten, um die Schlüsselfrage: „Wie bekomme ich Innovationen rasch und nutzbringend in mein Unternehmen?“
Zugegeben, noch nie war es so umfangreich und komplex wie heute, darin erfolgreich zu sein. Aber genau deshalb werden etwa kollaborative Ansätze immer entscheidender. Selbst die Besten und Fortschrittlichsten in diesem Bereich, wie Tesla, Google und Co., arbeiten nicht alleine, sondern gehen für bestimmte Entwicklungen und Fragestellungen betriebsübergreifende Eco-Systeme sowie Partnerschaften ein. Es ist keine Übertreibung, dass diese Unternehmen nur genau deshalb so erfolgreich sind, weil sie den richtigen Mix an Offenheit und Zusammenarbeit bei Innovationen gefunden haben.

Auf Augenhöhe
Jedoch macht nicht jede Partnerschaft Sinn und wird auch ein Erfolg. Ein guter Anfang ist, sich darüber im Klaren zu sein, was man benötigt und was man selbst in eine Partnerschaft einbringen kann. Klassische Kunden/Lieferanten-Beziehungen treten so immer mehr in den Hintergrund. Ein Zusammenwirken auf Augenhöhe ist wichtiger denn je. Ist das richtige kollaborative Setup gefunden, muss es dann auch ständig weiterentwickelt werden. Die Frage nach den Technologien kann somit in Folge gemeinsam leichter beantwortet werden. Und die dafür sinnvolle Eingangsfrage muss lauten: „Welche Technologien und Voraussetzungen für Innovation benötige ich heute, um morgen erfolgreich zu sein?“

Als fast immer zutreffende Antwort kann hier gesagt werden, dass die Grundlage jeglicher Digitalisierung immer Daten sind. Unternehmen müssen lernen, unabhängig von Anwendungsfällen und Geschäftsmodellen in modernes Daten-Management zu investieren. Verfügbarkeit, Qualität und Sicherheit der Daten und den damit ableitbaren Informationen sind die Prämissen für Innovation.

Hausaufgaben und Allianzen
Viele Betriebe sehen Daten jedoch immer noch nicht als Asset, es gibt entsprechend kein Geld für Erhalt, Pflege und Sicherung. Data Governance, Data Life Cycle Management, DSGVO, Qualitätsmanagement, Real Time Data usw. sind Herausforderungen, die nicht in jeder Big Data Anwendung für sich gelöst werden sollen. Gerade jetzt, wo sich Datenmengen durch Sensoren oder höhere Bandbreiten (5G) um ein Vielfaches potenzieren, müssen diese Hausaufgaben proaktiv angegangen werden - sonst werden die viel besungenen Datenschätze nie oder zu spät gehoben.

Das Thema „Data Driven Innovation“ ist daher für unsere Wirtschaft Herausforderung und Chance zugleich. Wer klug in modernes Datenmanagement investiert und sinnvolle Partnerschaften und Allianzen bildet, wird sich über kurz oder lang einen Vorsprung erarbeiten. Jedes Unternehmen sollte sich deshalb die Frage stellen, wer seine Partner sind oder ob es tatsächlich weiterhin alles alleine schafft.

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Economy Ausgabe Webartikel, 17.11.2020