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21. October 2017

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„Europa muss umgebaut werden“

„Europa muss umgebaut werden“© Donau Uni Krems_Amikejo

Die offizielle Eröffnung des Departments für Europapolitik und Demokratieforschung an der Donau-Universität Krems war von mahnenden Worten begleitet.

Die Krise der EU und Visionen für eine europäische Zukunft standen im Zentrum des Europatages an der Donau-Universität Krems, zu dem das Department für Europapolitik und Demokratieforschung anlässlich seiner offiziellen Eröffnung eingeladen hatte.

Eignung für Ländliche Regionen

Derzeit drifte das Europa der Menschen und das Europa der Staaten auseinander, analysierte Ulrike Guérot, die 2016 als Professorin für Europapolitik und Demokratieforschung und Leiterin des neuen Departments berufen wurde. „Europa muss umgebaut werden, damit es auch für die Menschen, für die Regionen, vor allem auch für die ländlichen Regionen wieder passt“, so die Politikwissenschaftlerin und Historikern. Die Forschungsaktivitäten des Departments konzentrieren sich denn auch auf die Frage, wie Europa in den Regionen und insbesondere von der jungen Generation wahrgenommen wird, sowie auf die Phänomene von Populismus und Nationalismus.

Gefährliche Spirale
Der Schriftsteller Robert Menasse sieht in Europa eine Managergeneration am Zug, welche „die rauchenden Trümmer, die der Nationalismus 1945 hinterlassen hatte“ nicht mehr gesehen hätte. Diese „Manager managen das Erleiden“ der Globalisierung, statt sie zu gestalten. Es folge eine Spirale, „die im Faschismus endet“, so Menasse. „Wir erleben heute den Abgesang einer verlorenen politischen Generation, zu dieser Musik den Zombie-Tanz des Nationalismus auf dem Boulevard.“ Demgegenüber plädierte er für einen Umbau Europas hin zu einer Republik: „Die Antwort auf das Europa der Nationalstaaten ist das Europa der Regionen unter dem Dach einer europäischen Republik“, so der Schriftsteller in seiner Rede.

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red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 19.05.2017