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18. Dezember 2018

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Der Mensch und das Thema Sicherheit

Der Mensch und das Thema Sicherheit© piqs.de/roter ara

Eine aktuelle Umfrage unter Wiener IT-Spezialisten zeigt massive Schwachstellen beim Thema IT-Security in kleinen Unternehmen auf. Sicherheit scheitert meist am Menschen und nicht an der Technik, so ein weiters Ergebnis.

Menschliches Fehlverhalten und mangelnde Kenntnisse im Umgang mit IT-Systemen zählen zu den Ursachen für IT-Probleme von Einpersonenunternehmen (EPU) sowie Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU). Die Folgen sind zumeist finanzielle Einbußen und Imageverlust, so die Ergebnisse einer Umfrage der Fachgruppe für Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT (UBIT) der Wirtschaftskammer Wien unter IT-Dienstleistern.
In einer Mitgliederumfrage erhob die Wiener Fachgruppe UBIT Risiken und Herausforderungen der IT-Security im kleinen und mittleren Unternehmen. Die Ergebnisse belegen, dass viele Probleme einfach zu vermeiden wären, da häufig simple Anwenderfehler die Ursache sind. „Bereits mit einfachen Maßnahmen könnten sich EPU und KMU viele Sorgen und Ärger ersparen. Mangelndes Verständnis erhöht jedoch unnötigerweise das Risiko von IT-Problemen“, so Martin Puaschitz, Obmann der Fachgruppe UBIT.

Elementare Mängel
Das menschliche Fehlverhalten als Ursache für Datenverlust oder Systemausfälle wird von den IT-Spezialisten mit rund 87 Prozent als einer der häufigsten Stolpersteine von EPU und KMU genannt. Mehr als die Hälfte der Experten sehen Anwenderfehler sogar als die häufigste Problemquelle. Mit 68 Prozent folgen Viren und Schadsoftware als Fehlerursache, wobei auch dieses Problem oftmals auf einem falschen Umgang der Nutzer basiert. Veraltete Software (40 Prozent), ungesicherte Daten bzw. fehlende Back-ups (39 Prozent) und die generell unsachgemäße Bedienung der Systeme von ungeschulten Anwendern (36 Prozent) zählen zu den weiteren Ursachen.
Aus diesem Grund bieten IT-Dienstleister auch verstärkt Beratungen und Schulungen an. Das Problem sei jedoch, dass sich die meisten Unternehmer (79 Prozent) erst nach Eintritt eines Problemfalls an Experten wenden. Die Fachgruppe UBIT Wien rät daher zu mehr Vorsorge und Prävention und sieht kangfristig auch die Politik gefordert. „Wir müssen sowohl die Ausbildung von Fachkräften forcieren, aber auch das allgemeine Bildungsniveau in Bezug auf die IT heben“, so Martin Puaschitz.

Finanzieller Schaden als häufigste Auswirkung
Dass Probleme im Bereich der IT nicht nur lästig sind, sondern ernstzunehmende Risiken darstellen, zeigen auch die Folgen. Umsatzverluste sowie entgangene Gewinne durch Hinderung an der unternehmerischen Tätigkeit (79 Prozent) und anfallende Kosten durch die Anschaffung neuer Hard- und Software (53 Prozent) zählen zu den häufigsten Auswirkungen und stellen unmittelbare finanzielle Schäden für das Unternehmen dar.
Auch einen Imageverlust bei Kunden und Lieferanten (60 Prozent) ziehen IT-Probleme häufig mit sich, was auf längere Sicht ebenfalls den Unternehmenserfolg bedrohen kann. „Bei der IT zu sparen ist somit eindeutig die falsche Strategie. Es gibt mittlerweile schon maßgeschneiderte Lösungen auch für kleine Budgets und daher wäre es ratsam, schon vor Problemen und Schadensfällen professionelle Unterstützung ins Boot zu holen“, so die UBIT-Experten.

Fachruppe UBIT Wien
Mit rund 21.000 Mitgliedern ist die Wiener Fachgruppe für Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (UBIT) die größte Fachgruppe Österreichs und vertritt als Standesvertretung deren Anliegen und Interessen. Die Berufsgruppe IT stellt mit rund 11.000 Wiener Informationstechnologen den größten Anteil der Fachgruppe.
Kernaufgabe der Berufsgruppe ist die Stärkung des öffentlichen Bewusstseins über die Notwendigkeit und Potenziale einer zukunftsträchtigen IT-Infrastruktur und über das Leistungsportfolio der IT-Dienstleister. Übergeordnetes Ziel ist es, Wien als attraktiven Standort für wissensbasierte Dienstleistungen zu etablieren.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 13.11.2018