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16. November 2019

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„Wer Freiheit um der Sicherheit Willen einschränkt, verliert am Ende beides.“

„Wer Freiheit um der Sicherheit Willen einschränkt, verliert am Ende beides.“© Bilderbox.com

Sogenannte „Fake News“ oder Desinformationen als Herausforderung für Sicherheit, Demokratie und Werte im Fokus der diesjährigen Sicherheitskonferenz der Donau Universität Krems.

Rund 140 hochkarätige Experten und Besucher aus dem deutschsprachigen Raum informierten sich bei der letzten Sicherheitskonferenz an der Donau-Universität Krems, wie dem Phänomen der „Fake News“ entgegengewirkt werden könne. „Die Verbreitung gezielter Falschmeldungen ist im Zeitalter der Digitalisierung besonders einfach geworden, da jeder über soziale Medien mit der Öffentlichkeit verknüpft sei und so seine Meinung äußern könne“, erläuterte Alexander Janda, Generalsekretär des Kuratoriums Sicheres Österreich, in seiner Keynote.

Politik und Medien sind gefordert
„Desinformation hat es praktisch immer schon gegeben“, so der Ausgangspunkt der von ORF-NÖ Moderator Gernot Rohrhofer geleiteten Podiumsdiskussion zum Thema „Was ist zu tun, was nicht?“ Die manipulative Verbreitung von falschen Informationen sei nicht neu, verändert hat sich das WIE, so eine Erkenntnis aus den Diskussionen. Experten beleuchteten sodann die verschiedenen Möglichkeiten, gezielt dagegen vorzugehen.

„Gefordert sind Politik und Medien, für die Gesellschaft und jeden einzelnen Nutzer im Netz neue Regularien zu schaffen, um den Umgang mit Informationen zu verstehen und kritisch hinterfragen zu können. Kommunikations- und Medienkompetenz müsse von klein auf erlernt und aufgebaut werden“, lautete etwa die zentrale Botschaft der Podiumsdiskussion zwischen Maresa Meissl (EU-Kommission), Michael Pachinger (Rechtsanwalt), Daniela Ingruber (Austrian Democracy Lab, Donau-Uni Krems), Helmut Leopold (Center for Digital Safety & Security, AIT), Heidi Glück (media + public affairs consulting) und Manfred Jilg (Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft).

Bedrohungsszenarien und Maßnahmen
Herausforderungen aus digitalen Angriffsszenarien an die Unternehmenssicherheit beleuchtete sodann Manfred Jilg. Diese Szenarien reichten vom „Streuen von Gerüchten bis zu gezielten, direkten Angriffen auf einzelne Bereiche oder Gruppen im Unternehmen und der entstehende Schaden sei meist enorm“, so Jilg.

„Die Wahrheit ist ein relatives Gebilde, durchdrungen von subjektiv wahrgenommenen Präferenzen“, sagte Ulrike Guérot, Expertin für Europapolitik und Demokratieforschung an der Donau-Uni Krems. Die Politikwissenschaftlerin erörterte zudem, dass in Zeiten gesellschaftlicher Verunsicherung und steigendem Sicherheitsbedürfnis, Fake News und Hate Speech gerne als Vorwand dienen, die Sicherheits- und Überwachungsapparate des Staates zu stärken.
„Wer aber die Freiheit um der Sicherheit Willen einschränkt, verliert am Ende beides“, gab Guérot zu bedenken. Die Sicherheitskonferenz wird seit 2002 jährlich vom Zentrum für Infrastrukturelle Sicherheit der Donau-Universität Krems veranstaltet und steht seit 2018 unter der wissenschaftlichen Leitung von Ingeborg Zeller.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 04.11.2019