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20. Juli 2019

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Smart Cities in Österreich

Smart Cities in Österreich© Bilderbox.com

Mehr als jeder zweite Österreicher befürwortet Innovationen zum Thema „Smart City“. Freies WLAN und optimierte Verkehrskonzepte sind die beliebtesten Services. Mit dem Begriff Smart City selbst kann die Mehrheit allerdings noch nichts verbinden, so eine aktuelle Studie von EY.

„Smart City“ steht für gesamtheitliche Entwicklungskonzepte um Städte effizienter, technologisch fortschrittlicher, ökologischer und ökonomischer sowie sozial inklusiver zu gestalten. Bestandteil all dieser Konzepte sind entsprechende technische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Innovationen. „Smart City“ als Sammelbegriff ist allerdings der Mehrheit der Österreicher (52 Prozent) nicht geläufig. 15 Prozent der Befragten haben sich mit diesem Thema noch gar nicht beschäftigt und 37 Prozent hörten den Begriff im Zuge der Umfrage zum ersten Mal.

Spontane Assoziationen
Das sind Ergebnisse der aktuellen Studie Smart Cities Österreich 2018 der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY, die im Rahmen einer repräsentativen Umfrage unter 1.002 Österreichern ab 18 Jahren Wissen und Einstellung zu Smart-City-Angeboten erhoben hat. Die spontanen Assoziationen zu den Angeboten von Smart City sind dabei sehr unterschiedlich.
Zwölf Prozent denken bei der Nennung des Sammelbegriffes spontan an den öffentlichen Verkehr mit Verkehrskonzepten, -leitsystemen oder entsprechenden Applikationen (Apps). Andere Nennungen umfassen die Vereinfachung der Behördenwege (9%), Elektrotankstellen (7%) oder digitale Vernetzung, etwa im Gesundheitssystem (6%). Weitere Assoziationen wie Abfallvermeidung, Nahversorgung, Wohnen, Bildung oder Stadtentwicklung verbinden nur jeweils unter fünf Prozent der Befragten mit dem Begriff Smart City.
„Obwohl jeder zweite Befragte angibt, mit dem Begriff Smart City nicht viel anfangen zu können, ist die Gruppe der Befürworter von Smart-City-Angeboten groß: 56 Prozent der Österreicher sind dezidiert für Angebote, ein Viertel ist unschlüssig oder neutral, nur acht Prozent sind eher ablehnend eingestellt – aus Desinteresse, wegen der gefühlten Störungsanfälligkeit oder auch aus Angst vor Überwachung“, erklärt Christoph Harreither, Experte für Government und Public Services bei EY Österreich. Die Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen beinhaltet die stärksten Befürworter, hier sind 64 Prozent pro Smart City eingestellt.

Beliebt und weniger beliebt
Die bekanntesten Smart-City-Anwendungen in Österreich sind kostenloser Zugang zu Internet an öffentlichen Plätzen und in gesamten Städten (77%) sowie Car Sharing (70%). Immerhin über 40 Prozent sind mit Smart Meter (45%), Urban Gardening (44%), Online-Zugang zu Bibliotheken (42%) sowie Routenoptimierungen bei Staus (ebenfalls 42%) vertraut.
Am wenigsten im Bewusstsein der Österreicher verankert sind die Angebote zu nachhaltigem Ressourcenmanagement und Bildung durch Online-Lernplattformen (23%). „Bekanntheit von Smart-City-Angeboten heißt nicht gleich Nutzung – hier ergibt sich ein ganz anderes Bild. Es gilt, die Angebote nicht nur bekannter zu machen, sondern die BürgerInnen auch dazu zu bringen, sie wirklich aktiv zu nutzen“, so Christian Horak, Partner bei Contrast EY.
Das beliebteste Smart City-Angebot ist der Studie zufolge freies WLAN. 61 Prozent würden diese Leistung sofort in Anspruch nehmen. Jeweils etwa ein Drittel (31%) würde Car- oder Bike-Sharing (31%), Routenoptimierung (33%) oder Online-Zugang zu Bibliotheken (32%) nutzen. Wenig interessant für die Österreicher sind dagegen Bildungsangebote über Online-Lernkurse sowie autonomes Fahren in Form von Taxis oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Diese Nutzung dieser Angebote können sich derzeit nur jeweils 15 Prozent vorstellen. Urban Gardening ist nur für 16 Prozent interessant.

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red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 11.01.2019