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23. Juni 2018

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Mehr Schadstoffe als Energie und Verkehr

Mehr Schadstoffe als Energie und Verkehr© Bilderbox.com

Smartphones haben überaus umweltschädliche Emissionsbilanz. Ihr Schadstoffausstoß ist höher als der von Energieumwandlung, Verkehr oder Industrie.

Im Jahr 2040 werden Smartphones, Datenzentren und andere Kommunikationssysteme die größte Gefahr für die Umwelt sein, schlimmer als Energieumwandlung, Verkehr und Industrie. Das ist das Ergebnis einer Studie von Lotfi Belkhir, Forscher an der W Booth School of Engineering Practice and Technology in Hamilton, Ontario (CAN). Vor allem der Emissionsausstoß bei der Produktion ist ein großes Problem.

Sehr hohe Emissionen
Gemeinsam mit seinem Kollegen Ahmed Elmeligi hat der Wissenschaftler den Kohlenstoff-Fußabdruck von Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik (IuK) analysiert, darunter Handys, Laptops und Tablets sowie die notwendige Infrastruktur, die unter anderem Datenzentren und Funk- sowie Sendeanlagen für den mobilen Datenverkehr umfasst. Die Experten fanden heraus, dass Software die Verbreitung von IuK-Geräten beschleunigt und die Emissionen bei der Produktion und während des Gebrauchs deutlich höher ist als bisher vermutet.
„Wenn das so weitergeht, wird diese Branche im Jahr 2040 für 14 Prozent aller Emissionen verantwortlich sein", sagt Belkhir. Das entspräche der Hälfte dessen, was der Verkehr weltweit verursache. "Bei jeder SMS, jedem Telefonat und bei jedem Up- oder Download eines Videos ist ein Datenzentrum eingeschaltet, das diese Kommunikation ermöglicht", erläutert der Forscher. Netzwerke und Datenzentren hätten demzufolge einen gigantischen Energieverbrauch. Der Strom komme meist aus fossilen Kraftwerken.

Die Verantwortung der Telekom-Unternehmen
Unter allen Geräten der Informationstechnik würden Handys von 2020 an die meisten Emissionen verursachen. Zwar verbrauchen sie während der Nutzung nur wenig Energie. Doch 85 Prozent der Gesamtemissionen fallen bei der Produktion an. Das liegt daran, dass Werkstoffe wie Seltene Erden verwendet werden, deren Abbau gewaltige Mengen an Energie verschlinge. Smartphones hätten zudem eine kurze Lebensdauer, sodass in schneller Folge neue Geräte produziert werden müssten.
"Jeder kann sich ein Smartphone leisten", beklagt Belkhir und führt weiter aus: "Die Telekommunikationsunternehmen machen es den Kunden leicht, alle zwei Jahre ein neues Gerät zu kaufen." Das führe dazu, dass der Energieverbrauch, den diese Geräte insgesamt verursachen, größer ist als der von PCs und Laptops. Als positiv bewertet er, dass einige Unternehmen wie Google oder Facebook in ihren Datenzentren vermehrt Strom aus erneuerbaren Quellen nutzen.

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PressetextAustria/red, Economy Ausgabe Webartikel, 16.03.2018