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13. Dezember 2018

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Der neue Rosenkrieg im Internet

Der neue Rosenkrieg im Internet© Bilderbox.com

Globale Studie von Kaspersky erforscht die Auswirkungen von Trennungen in den Neuen Medien. Über die Hälfte der einstigen Partner löschen alle Infos vom Ex und ein Drittel nutzt wiederum Soziale Netzwerke für (multimediale) Spionagetätigkeiten oder intime Veröffentlichungen.

Wenn Beziehungen zerbrechen, gibt es die gewohnten alltäglichen Auswirkungen – und nunmehr auch digitale Erscheinungsformen. Eine globale Studie der russischen Sicherheitsforscher von Kaspersky untersuchte die (neue) Rolle von Smartphone, Social Media und Co. bei Partnerschaften – und findet dabei oftmals regelrechte "Cyber-Rosenkriege“ bei der Beendigung derselben.
52 Prozent löschen nach einer Trennung auf ihren Geräten alle Infos und Fotos vom ehemaligen Partner. Knapp jeder Zweite vollzieht das Beziehungsende auch in sozialen Netzwerken und 31 Prozent nutzen die Netzwerke, um ihrem Ex hinterher zu spionieren.

Facebook bleibt Nebenbühne
"Es war nie einfach für das Leben zu zweit das richtige Maß an Nähe und Privatsphäre zu finden. Und die fortschreitende Digitalisierung des Alltags stellt viele Partner vor ganz neue Herausforderungen", so der Befund von Kaspersky Lab. "Das Internet und seine sozialen Netzwerke bieten Menschen eine Plattform, um sich mitzuteilen. Das gilt auch für schwierigere Zeiten wie bei einer Trennung", erklärt Gottfried Kühbauer, Paartherapeut und Mediator, gegenüber Pressetext Austria.
Facebook bleibe dabei aber eher eine Nebenbühne der Auseinandersetzungen. "Die Hauptbühne ist die persönliche Ebene. Gleich danach kommt dann der Streit vor Gericht, bei dem es um Themen wie Geld oder Kinderbetreuung geht", so Kühbauer. "Wer einen Rosenkrieg im Netz vermeiden will, der sollte versuchen, das schmutzige Spiel nicht mitzuspielen, Facebook nicht zu ernst zu nehmen und nicht allzu viele persönliche Infos preisgeben", rät der Experte.

Die Spionagetätigkeit von Mann und Frau
Vor allem Männer leben ihre Rachegelüste gegenüber dem Ex-Partner aus, indem sie auf noch verfügbare Zugänge und Konten ihrer Verflossenen zurückgreifen. So spioniert fast jeder vierte Mann (23 Prozent) dem Partner in dessen Online-Accounts nach (Frauen: 18 Prozent). 17 Prozent der Männer veröffentlichen nach dem Beziehungsende rein private Infos über ihre Ex (Frauen: sieben Prozent). Und 15 Prozent der Männer kaufen schamlos online über die Konten des anderen ein (Frauen: sechs Prozent).
"Partner sollten nicht alles teilen. Auch in der engsten Bindung sollte sich jeder Partner ein Stück Privatsphäre bewahren", sagt Stefan Rojacher, Leiter der Unternehmenskommunikation bei Kaspersky Lab DACH. "Problematisch wird es, wenn sich Paare bedingungslos digitale Geräte und Zugangsdaten teilen. Zu viel Transparenz und Ehrlichkeit werden dann schnell zum Killer für jede nette Überraschung und gehen zudem auch auf Kosten der Sicherheit", unterstreicht Rojacher.

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PressetextAustria/red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 18.05.2018