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28. September 2020

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Vorbildliche Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft

Vorbildliche Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft© Pexels.com/Shotpot

Die Christian Doppler Forschungsgesellschaft feiert ihr 25-jähriges Bestandsjubiläum und lobt neuen Forschungspreis aus.
Erste Auszeichnung geht an Projekt für gedankengesteuerte Prothesen von MedUni Wien und Unternehmen Ottobock.

(red/rist/mich) Hervorragende anwendungsorientierte Grundlagenforschung und die Stärkung der Innovationskraft der Unternehmenspartner ist seit 25 Jahren das Leitmotiv der Christian Doppler Forschungsgesellschaft, kurz CDG. Der mit 40.000 Euro dotierte neue Preis wird entsprechend an WissenschafterInnen vergeben, die diesen Grundgedanken besonders erfolgreich umsetzen konnten.

Wirtschaftsministerium fördert Exzellenz und Innovation
Der erste CDG-Preis für Forschung und Innovation geht an Oskar Aszmann von der MedUni Wien und seinen Unternehmenspartner Ottobock für Forschungen zum Thema gedankengesteuerte Prothesen. Grundsätzlich soll das jeweilige Gewinnerprojekt auch exemplarisch für die große Bedeutung der CDG für die langfristige Sicherung des Forschungs- und Wirtschaftsstandortes Österreich stehen.
  
„Die Förderung von langfristig angelegten Kooperationen von Wirtschaft und Wissenschaft leistet einen wichtigen Beitrag für den Wirtschaftsstandort Österreich“, betont Margarete Schramböck, Ministerin für Wirtschaft und Digitalisierung. Ihr Ministerium trägt die CDG seit Gründung im Jahre 1995. „Heute ist die CDG aus dem österreichischen Innovationssystem nicht mehr wegzudenken. Sie ist unser Leuchtturmprojekt für standortrelevante Forschung und ein internationales Best Practice Modell für die Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft“, unterstreicht Schramböck.

Schnittstelle von Wirtschaft und Forschung
„Grundlagenforschung ist für ein innovatives Unternehmen wie Ottobock sehr wichtig, denn erst die Kenntnis über zugrundeliegende biologische Mechanismen ermöglicht die Entwicklung neuer Produkte, wie etwa Mustererkennung oder Targeted Muscle Reinnervation (TMR) für Armprothesen“, erklärt Andreas Goppelt, Geschäftsführer und CTO der Wiener Niederlassung von Ottobock. „Die enge Verknüpfung des CD-Labors mit Ottobock Wien bietet eine ideale Möglichkeit, neue Ansätze zu verfolgen, die ohne Förderung ein zu hohes wirtschaftliches Risiko darstellen würden“, so Goppelt.

„Unser erster Preisträger Oskar Aszmann von der MedUni Wien illustriert den Grundgedanken der CDG ideal. Für gedankengesteuerte Prothesen braucht es nicht nur die technische Expertise, hier von Ottobock, sondern auch fundiertes Grundlagenwissen, wie Nerven und Muskeln funktionieren – also medizinische Grundlagenforschung“, erläutert Martin Gerzabek, Präsident der CDG, die Schnittstelle von Grundlagenforschung und Wirtschaft.

Josef Ressl Zentren als CDG-Modell auch für Fachhochschulen   
„Mit einer Fördersumme von bis zu 5,25 Millionen Euro für sieben Jahre ermöglicht das Fördermodell der CDG langfristige und kontinuierliche Grundlagenforschung höchster Qualität“, erklärt Markus Müller, Rektor der MedUni Wien, Modell und Bedeutung der CDG für die Universitäten. „Für unsere WissenschafterInnen gilt die Leitung eines CD-Labors nach dem strengen Evaluierungsverfahren der CDG als große Auszeichnung. Ich bin stolz, dass der erste CDG-Preisträger von unserer Universität kommt und gratuliere herzlich zu diesem Erfolg“, so Müller.
 
Mit dem 2012 gestarteten Programm der Josef Ressel Zentren wendet die Christian Doppler Forschungsgesellschaft ihr Modell der Kooperation von Forschung und Wirtschaft auch an Fachhochschulen an. „Die CDG macht längerfristige Forschung an Fachhochschulen ebenso möglich wie den Aufbau von Forschungsgruppen und die Etablierung neuer Forschungsfelder“, so Raimund Ribitsch, Präsident der Österreichischen Fachhochschul-Konferenz zur Bedeutung der CDG für diesen Teil der österreichischen Forschungslandschaft.
 
Die Christian-Doppler-Forschungsgesellschaft
Seit ihrer Gründung im Jahre 1995 hat die Christian-Doppler-Forschungsgesellschaft (CDG) 240 Forschungseinheiten an 36 Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen gefördert. Auf Unternehmensseite konnten mehr als 400 betriebliche Kooperationspartner von angewandtem Grundlagenwissen und wirtschaftsorientierter Innovation profitieren.

Die Forschungseinheiten kooperierten mit mehr als 1.200 Forschungsinstitutionen und erarbeiteten mehr als 4.000 Publikationen (Anm. mit Peer Review Verfahren) und mehr als 77.000 Zitationen. 550 Patente zitieren Publikationen aus Forschungseinheiten der CDG. Aktuell sind rund 100 Forschungseinheiten mit über 1.100 MitarbeiterInnen und über 180 Unternehmenspartnern aktiv.

 

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red/rist/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 14.09.2020