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21. October 2018

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Kooperation zur Krebsbekämpfung

Kooperation zur Krebsbekämpfung© piqs.de/ilagam

Österreichische Apeiron und Lead Discovery Center der deutschen Max-Planck Forschungsgruppe starten Zusammenarbeit im Bereich sogenannter Immun-Checkpoints als wichtige Kontrollpunkte der Krebsimmunität. Ergebnisse der Kooperation, wie etwa die Findung neuer Moleküle gehen an Apeiron zur Stärkung der eigenen Entwicklungsforschung.

APEIRON Biologics AG, spezialisiertes Unternehmen in der Entwicklung neuartiger Immuntherapien gegen Krebs, gab soeben eine Kooperationsvereinbarung mit der Lead Discovery Center GmbH (LDC) bekannt, einer 2008 von Max-Planck-Innovation gegründeten Technologietransfer-Organisation.

Immun-Checkpoints als wichtige Kontrollpunkte in der Krebsimmunität
Im Fokus dieser medizinisch-chemischen Allianz stehen gemeinsame Entwicklungen neuartiger Immun-Checkpoint-Modulatoren. Die beiden Unternehmen forschen gemeinsam, um neuartige Substanzen zu optimieren, die an sogenannten Immun-Checkpoints, wichtigen Kontrollpunkten in der Krebsimmunität, wirken. Alle Moleküle aus dieser Zusammenarbeit sind Eigentum von Apeiron und sollen die eigene Entwicklungstätigkeit stärken.
"Apeiron verfügt über ein breites Programm zur Entwicklung von Therapien, die sowohl auf die Behandlung von Tumorzellen als auch auf die Stimulierung des Immunsystems zur Krebsbekämpfung abzielen. Mit seinen Erfolgen in der pharmazeutischen Wirkstoffforschung und seiner langjährigen Expertise im Bereich der niedermolekularen Wirkstoffe ist das LDC der ideale Partner zur Identifikation neuer Wirkstoffkandidaten und zur beschleunigten Entwicklung neuer Immun-Checkpoint-Modulatoren“, erläutert Peter Llewellyn-Davies, designierter CEO von Apeiron Biologics.

Llewellyn-Davies übernahm CEO von Hans Loibner
Llewellyn-Davies folgte letzten Juli Hans Loibner (70), der zuvor die komplette Aufbauphase von Apeiron verantwortete und das von Josef Penninger gegründete Biotech-Unternehmen zu einem auch international führenden Spezialisten im Bereich der Immun-Onkologie machte. Ein Höhepunkt unter Loibner war etwa die Europäische Marktzulassung eines Medikamentes zur Behandlung einer seltenen Kinderkrebserkrankung (Anm. Neuroblastom) oder die Auslizensierung weiterer Entwicklungsprojekte an große Pharma-Unternehmen.
„Hans Loibner hat als Unternehmer und Wissenschaftler Großes geleistet und Apeiron im Spitzenfeld der internationalen Immun-Onkologie positioniert“ sagte Josef Penninger, Aufsichtsrat von Apeiron, und langjähriger Leiter des Instituts für Molekularbiologie Austria (IMBA) anlässlich der Übergabe an den bisherigen Finanzvorstand Llewellyn-Davies, der 2017 zu Apeiron kam. Hans Loibner steht dem Unternehmen auch zukünftig in beratender Funktion zur Verfügung.

Internationaler Forschungs- und Vermarktungsverbund
Das LDC wird seine Expertise in der Arzneimittelforschung nutzen, um neue Substanzen zu charakterisieren, die Immunzellen aktivieren und die Anti-Tumor-Aktivität dieser Zellen erhöhen können. Diese medizinalchemischen Ansätze basieren auf einer neuen Substanzklasse, die durch eine spezielle phänotypische Vorauswahl identifiziert und in Zusammenarbeit mit der deutschen Evotec AG entdeckt wurde und die nachweislich periphere mononukleäre Blutzellen (PBMCs) aktiviert.
Das im Rahmen der Vereinbarung entstandene geistige Eigentum gehört ausschließlich Apeiron. Das LDC erhält während der Vertragslaufzeit Forschungsmittel und hat Anspruch auf eine Vorauszahlung, Meilensteinzahlungen und Lizenzgebühren. Die Arbeiten werden sowohl in den Forschungseinrichtungen von Apeiron in Wien als auch in den Labors des LDC in Dortmund durchgeführt. Apeiron ist für die weitere präklinische und klinische Entwicklung der Produktkandidaten sowie die anschließende Vermarktung verantwortlich.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 21.09.2018