Unabhängiges Magazin für Wirtschaft und Bildung

21. October 2017

Search form

Search form

Energiesparpotenziale im Flug erkennen

Energiesparpotenziale im Flug erkennen© Bilderbox.com

Das digitalisierte Gleisdorf legt offen, wo Energie verschwendet wird.

Statt wie bisher Energie- und Wärmeverluste einzelner Gebäude isoliert zu betrachten, wurde in Gleisdorf erstmals ein ganzer Stadtteil aus der Luft thermisch analysiert. Dadurch wird eine flächendeckende und effiziente Sanierung ermöglicht. Siemens-Forscher aus Graz haben dazu in Zusammenarbeit mit dem Austrian Institute of Technology (AIT) und der AEE INTEC (Institut für Nachhaltige Technologien) eine neue Technologie zum Erfassen von Energieverlusten in ganzen Stadtvierteln entwickelt.
Die Bildverarbeitungssoftware arbeitet mit Fotos, die aus der Luft aufgenommen werden. Die Software erstellt ein dreidimensionales Modell, das Energieverluste sichtbar macht. Gefördert wurde das Projekt von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) im Rahmen des Programms „Stadt der Zukunft“.

Entscheidungshilfe
Der Forschungsansatz, schlecht wärmegedämmte Gebäude im Verbund zu identifizieren, statt wie bisher nur Einzelgebäude zu analysieren, hat sich bewährt. Karl Höfler von der AEE INTEC begründet das so: „Durch die Daten der Luftaufnahmen können wir den energetischen Zustand eines ganzen Stadtareals und damit verbundene Zusammenhänge erkennen.
Zum Beispiel in welchen Bereichen durch Hausbrand verstärkt Feinstaub erzeugt wird. Stadtverantwortliche erhalten dadurch eine Entscheidungshilfe für die Raum- und Energieplanung. Sie können ableiten, in welchen Gebieten beispielsweise künftig Fernwärmeanschlüsse gelegt werden sollen. Solche Maßnahmen werten die betroffenen Stadtteile auf, weil die Luftqualität sich verbessert und Immobilienwerte steigen.“ Die Gebäudeeigentümer erhielten im Rahmen des Projektes konkrete Vorschläge für effiziente thermische Sanierungsmaßnahmen der Gebäudehülle und mögliche Umstellungen der Heizmethoden.

Links

red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 23.06.2017