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13. Dezember 2018

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Das (tele)operierte Fahrzeug

Das (tele)operierte Fahrzeug© Bilderbox.com

Neue IT-Sicherheitssysteme für vernetzte Fahrzeuge. Trend Micro und .objective Software zeigen Entwicklungen zum Schutz sogenannter teleoperierter autonomer Fahrzeuge auf der aktuellen Hannover Messe.

Bei der Entwicklung von IT-Sicherheitslösungen für Fahrzeuge arbeiten der internationale Sicherheitsspezialist Trend Micro mit .objective Software zusammen. Im teleoperierten Automobil des Münchner Softwarespezialisten .objective Software kommt die Sicherheitslösung Trend Micro IoT Security (TMIS) zum Einsatz. Das Fahrzeug kann dabei von einem Fahrer ferngesteuert werden, die Datenübertragung erfolgt etwa über eine 5G/LTE-Verbindung. Die Technologie stellt einen Zwischenschritt auf dem Weg zum vollständig autonomen Fahrzeug dar. TMIS soll vor Cyberangriffen auf die teleoperierte Steuerung schützen und den unberechtigten Zugriff auf das Fahrzeug von außen verhindern.

Der heilige Gral zukünftiger Mobilitätskonzepte
In einem weiteren Simulationsszenario erkennt die Sicherheitslösung zudem Attacken auf den CAN-Bus des Fahrzeugs. Bei solchen Angriffen ließe sich fast jede Anzeige des Fahrzeugs so manipulieren, dass sie falsche Werte anzeigt, beispielsweise bei Geschwindigkeit oder Tankfüllung. Auch sind direkte Eingriffe in viele andere Funktionen des Fahrzeugs möglich. Dieses Angriffsszenario wäre auch bei normalen vernetzten, gängigen Fahrzeugen denkbar. Die gemeinsam neu entwickelte Angriffserkennung warnt den Fahrer vor solchen Eingriffen und im nächsten Entwicklungsschritt soll auch hier der Fremdeingriff verhindert werden.
Trend Micro IoT Security stellt eine Sicherheitslösung für IoT-Geräte jeder Art dar, die bereits im Entwicklungsprozess in ein System eingebunden werden kann. „Das autonome Fahren ist der ‚heilige Gral‘ zukünftiger Mobilitätskonzepte. Viele darin genutzte Basis-Technologien sind aber schon heute verfügbar oder sogar im Einsatz. Security muss von Anfang an Bestandteil dieser Technologien sein – das bloße ‚Aufpfropfen‘ auf ein zukünftiges Endprodukt ist nicht praktikabel. Darauf haben wir mit TMIS reagiert“, erläutert Udo Schneider, Security Evangelist bei Trend Micro.
„Seit Jahren ist .objective Software an der Entwicklung von autonomem Fahren beteiligt. In dieser Zeit haben wir viele Bugs gesehen, die sich ohne unser Eingreifen auch als Sicherheitsfehler auswirken hätten können. Kommen dann noch externe Angriffe dazu, braucht eine Security-Firma wie Trend Micro einen starken Partner wie .objective, der eben diese Bugs erkennen und sie von Anfang an beheben kann.“, sagt Clemens Dannheim, Vorsitzender der Geschäftsführung von .objective Software.

Teleoperiertes Fahren und weitere industrielle Anwendungen
Teleoperiertes Fahren beinhaltet die meisten technologischen Features des autonomen Fahrens aber beugt vielen Sicherheitsbedenken vor. Da der Fahrer das Fahrzeug aus der Entfernung steuert, muss es sich noch nicht alleine auf Sensoren und Radare verlassen. Zudem gibt es Situationen, mit denen ein autonom fahrendes Auto heute noch nicht umgehen kann, etwa eine Straße mit großen Schlaglöchern oder ein unvorhergesehenes Ereignis wie ein Brand. Ein erfahrener menschlicher Fahrer weiß hingegen solche Situationen besser zu bewältigen.
Auch in der Industrie finden sich zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten für diese Technologie. Beispielsweise bei Bauarbeiten, wo etwa Kranführer den ganzen Tag in der Kabine auf einen Einsatz warten, der dann nur wenige Minuten dauert. Mit einem teleoperierten Kran könnte die nötige Arbeitskraft wesentlich effizienter eingesetzt werden. Auch bei PKWs ist der Einsatz von teleoperiertem Fahren denkbar, beispielsweise in der Logistik oder auf Flughäfen, in der Fertigung, bei Autovermietungen oder Carsharing-Unternehmen.

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red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 27.04.2018