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24. Juni 2018

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Wie gesteuert ist die angewandte Forschung?

Wie gesteuert ist die angewandte Forschung?© Bilderbox.com

Angewandte Forschung ist nicht immer frei von Interessen. Gerät dadurch die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft unter Druck? Diese Frage erörtert der Philosoph Martin Carrier von der Uni Bielefeld bei einer Karl Popper Lecture am 22. Mai 2018 an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Die traditionelle Vorstellung von wissenschaftlicher Objektivität rückt die Vorurteilslosigkeit von Wissenschaftlern ins Zentrum. Aber gilt das auch für anwendungsnahe Forschung? Der Wissenschaftsphilosoph Martin Carrier ist skeptisch: „Unter Umständen ist sowohl die Wahl der Forschungsthemen als auch die wissenschaftliche Beurteilung von einseitigen Interessen geleitet“, sagt er. Doch was bedeutet dieser Befund für die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft insgesamt?

Objektivität, Pluralität und die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft
Darüber spricht Martin Carrier bei einer Karl Popper Lecture an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Unter dem Titel „Objektivität, Pluralität und die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft“, erörtert er, wie das öffentliche Vertrauen in die Wissenschaft (wieder) gestärkt werden kann. Dabei greift er die auf den österreichisch-britischen Philosophen Karl Popper zurückgehende Vorstellung von Objektivität als wechselseitiger Kritik ebenso auf, wie die Frage, ob eine gesellschaftliche Prägung der Forschungsagenda die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft steigern kann.
Martin Carrier ist Professor für Philosophie an der Universität Bielefeld und Träger des Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preises, dem wichtigsten Forschungsförderpreis in Deutschland. Er ist u.a. Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Carrier forscht zur Geschichte von Theorien in der Physik, methodologischen Problemen in der angewandten Forschung und gesellschaftlichen Wertvorstellungen in der Wissenschaft.
Die Karl Popper Lectures sind eine Vortragsreihe der ÖAW, die angesichts tiefgreifender wissenschaftlich-technischer und gesellschaftlicher Umbrüche aktuelle Herausforderungen erörtert und mit Anregungen aus dem Denken des Philosophen und Wissenschaftstheoretikers Sir Karl Popper verknüpft. Martin Carrier: Objektivität, Pluralität und die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft“ am Dienstag, den 22. Mai um 18.15 Uhr in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften; Sonnenfelsgasse 19 in 1010 Wien. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

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red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 18.05.2018