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14. Dezember 2017

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98 Prozent Hochbegabte

98 Prozent Hochbegabte© Bilderbox.com

Ein neuer Lehrgang soll den Blick auf Begabungen von Kindern schärfen.

Während leistungsschwächere Kinder im Schulsystem generell viel Förderung erfahren, bleiben hochbegabte Schüler leider oft unerkannt. Ein eigener Lehrgang an der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich soll Lehrern dabei helfen, Begabungen zu erkennen und gezielt zu fördern.
Mit der provokanten These, wonach 98 Prozent der Menschen hochbegabt auf die Welt kommen, es nach der Schule aber nur noch zwei Prozent sind, hat der österreichische Dokumentarfilmer Erwin Wagenhofer die schulpolitische Diskussion über Hochbegabung belebt. Spätestens seit seiner Kino-Dokumentation "Alphabet" im Jahr 2013 ist das Thema auch im Bewusstsein der breiten Bevölkerung angekommen.

Vernachlässigte Begabtenförderung
Ganz so extrem fällt die Situation für Hochbegabte im Österreichischen Schulsystem zwar nicht aus, glaubt Gerald Stachl. Vergleichsstudien wie etwa PISA würden jedoch zeigen, dass Österreich in der Anzahl der Spitzenschüler an Boden verliert. "Durch diese Erkenntnisse scheint man sich aktuell wieder auf den oberen Bereich des Begabungsspektrums zu besinnen, den man in den letzten Jahren leider etwas vernachlässigt hat", so Stachl. Er leitet den "Lehrgang zur Begabungs- und Begabtenförderung - Specialist in Gifted Education", kurz ECHA genannt. "In Niederösterreich bemerke ich unter den Lehrern wieder eine verstärkte Nachfrage nach Inhalten, die dieser Lehrgang bietet."
Am Bundes- und Bundesrealgymnasium Wieselburg wird bereits eine eigene Klasse für besonders Begabte geführt. "Diese Schüler lernen in einem ganz anderen Tempo. Sie lieben es, sich geistig anzustrengen und haben vielseitige Interessen", erzählt Direktorin Sigrid Fritsch, die mit dem Modell bisher sehr gute Erfahrungen gemacht hat.

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PressetextAustria/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 31.05.2017